Forum: Leben und Lernen
Firmengründung im Unterricht: "Jetzt erfahren die Schüler mal, wie wenig vom Lohn übr
Streetcycled

An einem Düsseldorfer Gymnasium gründen Elftklässler im Unterricht eigene Firmen. In diesem Jahr war die Idee der Schüler so gut, dass sie nun kaum noch zum Lernen kommen.

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jupp78 11.07.2018, 10:18
1.

"Dass es dabei nicht ums Geldverdienen geht, betonen auch die "Streetcycled"-Schüler immer wieder"

Schade eigentlich, denn das wäre ein ganz wichtiger Lernbestandteil, der grade in der Schule gerne zu kurz kommt (z.B. auch bei der Berufswahl).
Denn bei einer Firmengründung braucht es ein tragfähiges Geschäftsmodell mit dem Geld zu verdienen ist. Das ist ein essentieller Bestandteil ohne den es nicht geht.
Denn es hilft keine Nachhaltigkeit, keine Selbstverwirklichung oder was auch immer weiter, wenn kein Geld verdient wird.
Dabei sollte nicht verwechselt werden, dass ggf. verdientes Geld aus diesem Projekt natürlich gerne beispielsweise gespendet werden kann, aber Geld muss perspektivisch verdient werden.

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ned divine 11.07.2018, 10:29
2. Schöne Idee!!

Schule, wie sie gelegentlich auch sein sollte, lebensnah und praktikabel. Ich finde es sehr nützlich, auch solche Projekterfahrungen zu machen für Schüler.
Bin nach wie vor auch der meinung, man sollte ein Fach "Umgang mit Geld" in der Schule als Pflichtfach einführen, das würde sicher vielen Kindern helfen, einen vernünftigen und verantwortungsvollen Umgang mit Finanzen zu erlernen bzw. die Grundlagen dafür zu legen.
Grundsätzlich sollte aber Schule auch Schule bleiben und dem Lernen dienen, solche "Schüler-Firmengründungen" etwa sollte die Ausnahme und etwas Besonderes bleiben.

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hagr 11.07.2018, 10:42
3. Demotivierend

Das wird unsere Hochbegabten Einserabiturienten sicher bis aufs Äußerste motivieren. Aber wenigstens einmal Realismus im Unterricht. Ich komme gerne einmal vorbei und erkläre den Goldstücken in einer Doppelstunde meine Gehaltsabrechnung. Kann aber leider nur deutsch.
Aber die Pfiffigsten wissen das eh längst und machen Hartz IV mit Schwarzarbeit. Ich bin leider ein Mittelschichtkind und habe anerzogen bekommen, dass man, wenn man was leistet, auch was bekommt.
Hätte mir damals jemand einmal eine Gehaltsabrechnung eines Nichtbeamten erklärt...

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hhseguin 11.07.2018, 10:51
4. Entrepreneurship Education

heißt das bildungspolitische Wortungetüm. Auf Deutsch: Wer die Schule verlässt, sollte seinen eigenen Laden aufmachen können. Angesichts der überwiegend mittelständischen Arbeitsverhältnisse schlau und notwendig mag dieses der Jugend den Erfolg erleichtern.

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marcus.w 11.07.2018, 11:08
5. Der Lernzirkel ist - was?

Der ist "rum"? :D
Ich bin mir sicher, dass den Author hier ein besseres Wort einfällt :)
Trotzdem, ein netter Artikel über eine schöne Idee. Ich wünschte zu meiner Schulzeit hätte es derartiges gegeben - hier wird fundamentales Wissen vermittelt, Wissen das jedem einzelnen - egal ob sie anschließend Angestellte oder Selbstständig sind, gebrauchen können. Einfach einmal zu sehen, welche Schnittmengen aus dem Unterricht mit dem tatsächlichen, späteren Arbeitsleben existieren - bevor es ernste Konsequenzen hat.

Witzigerweise hatte ich zur Schulzeit einen Lehrer, der seinen Unterricht so langweilig gestaltete, dass man anschließend Mathematik im Allgemeinen, Algebra, Geometrie im Engeren, und z.B. Trigonometrie im Speziellen für ganz üblen Mist hielt. Heute arbeite ich als Programmierer, entwickele im Bereich Grafik und mathematische Filter sowie Bildübertragung und brauche just dieses Wissen jeden Tag. Es dauerte ewig, bis ich mir das alles nochmal selbst beigebracht hatte - das war alles irgendwie bekannt, aber so richtig gesetzt war das nicht. Und ich bin inzwischen der Meinung, das wäre der Job meines Lehrers gewesen...

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touri 11.07.2018, 11:12
6.

Zitat von hhseguin
heißt das bildungspolitische Wortungetüm. Auf Deutsch: Wer die Schule verlässt, sollte seinen eigenen Laden aufmachen können. Angesichts der überwiegend mittelständischen Arbeitsverhältnisse schlau und notwendig mag dieses der Jugend den Erfolg erleichtern.
Das bekommen sie vielleicht noch hin, wenn sie der einzige Beschäftigte sind. Sobald sie aber einen oder mehrere Angestellten dazuholen wird es zu kompliziert für Schulstoff, außer wir reden über eine Wirtschaftsschule. Das fängt bei der korrekten Gehaltsabrechnung an und endet bei der Gefährdungs- und Belastungsanalyse des Arbeitsplatzes.

Um das alles halbwegs hinzubekommen empfiehlt sich ein BWL Studium (was ich getan habe) oder sie machen einen Meister, der, wie ich von einer Freundin weis, im großen und ganzen den selben Stoff in komprimierter Form beeinhaltet.

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bss.as 11.07.2018, 11:23
7. Remake

Informativer Artikel, aber die Idee ist relativ alt. Schon in den 70iger Jahren hat die Robetr-Bosch- Gesamtschule in Hildesheim jedes Jahr, mit Hilfe des Vereins der Jungunternehmer, jedem zehntem Jahrgang ermöglicht mit entsprechender Unterstützung eine Firma zu gründen und deren Produkt am Markt zu platzieren. Leider wurde es damals nicht so publik gemacht, sonst wäre die Idee wahrscheinlich schon weiter verbreitet. Deutsche Unternehmen sollten nicht so viel über Fachkräftemangel jammern, sonder solche Projekte unterstützen. Und zwar nicht nur für Abiturienten, wie das Beispiel zeigt. Damals konnten Realschüler und Abiturienten von diesem Projekt der Gesamtschule profitieren. Aber schön, dass andere Schulleiter fast 50 Jahre später, nun auch mal aufwachen. Dieses Konzept ist wirklich ein gutes Rüstzeug für die Jugendlichen.

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ned divine 11.07.2018, 11:27
8.

Zitat von marcus.w
Witzigerweise hatte ich zur Schulzeit einen Lehrer, der seinen Unterricht so langweilig gestaltete, dass man anschließend Mathematik im Allgemeinen, Algebra, Geometrie im Engeren, und z.B. Trigonometrie im Speziellen für ganz üblen Mist hielt. Heute arbeite ich als Programmierer, entwickele im Bereich Grafik und mathematische Filter sowie Bildübertragung und brauche just dieses Wissen jeden Tag. Es dauerte ewig, bis ich mir das alles nochmal selbst beigebracht hatte - das war alles irgendwie bekannt, aber so richtig gesetzt war das nicht. Und ich bin inzwischen der Meinung, das wäre der Job meines Lehrers gewesen...
richtig, Dein Lehrer hat einen sicher einen guten Job gemacht, sonst hättest Du keine Grundlagen gehabt, um Dich selber nochmal etwas zu motivieren und Dir "beizubringen". Es war sozusagen nur nochmal ein wenig Nachhilfe erforderlich.
prigrammierer wird man nicht so einfach ohne vernünftige Lehrer die die Grundlagen gelegt haben und Dir das "Lernen beigebracht haben".
Schlaumeier!!
Nee, ich bin kein Lehrer, aber das lehrer-bashing der typisch Deutschen hasse ich, ist in keinem anderen Land so schlimm wie hier!

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Maggie Mae 11.07.2018, 11:28
9. nicht nur für Schüler sondern auch Politiker

denn die haben nicht verstanden wie hart es ist sich selbstständig zu machen. Was man so hört was Selbstständige zum Beispiel für Krankenkassenbeiträge zahlen müssen. Da kann man gleich wieder einpacken.
Da ist Frustration vorprogrammiert.

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