Forum: Leben und Lernen
Früher in die Sommerferien: Hohe Bußgelder für Schulschwänzer
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Immer mehr Schulkinder verpassen vor oder nach den Ferien Unterricht, damit die Familie günstiger in den Urlaub fahren kann. Wenn die Schummelei auffliegt, drohen happige Strafen.

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jemde 14.07.2017, 18:06
1. Für mich ist der Staat hier ...

... schlicht übergriffig. Meine Eltern haben mich schon vor 50 Jahren mal für ein oder zwei Tage aus der Schule genommen, wenn die Ferienplanung das sinnvoll erscheinen ließ. Das war nie ein Problem. Auch habe ich meine Tante in Amerika besuchen dürfen und habe die Sommerferien mit Einverständnis der Schule eine Woche verlängert. Ich plädiere für 5 Tage Extra-Ferien, die beliebig im Jahr genommen werden dürfen. Dafür könnte man die Ferienzeit für alle entsprechend verkürzen. Wenn man krank ist, fehlt man mal zwischendurch und das ist ja auch kein Problem. Insbesondere sind die letzten Tage vor den Ferien meist ätzend langweilig...

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territrades 14.07.2017, 18:12
2. Die letzten beiden Schulwochen ...

14 vor Zeugnisausgabe war immer Notenstopp, danach konnten keine Zensuren mehr erteilt werden. Die vorletzte Woche bestand meistens aus lockerem Unterricht ohne großen Anspruch, die letzte Woche war dann totales Abgammeln, gelernt wurde da nichts mehr. Da die Kinder in die Schule zu zwingen ist nichts weiter als Arroganz der Lehrer. Die kommen schließlich zum Lernen, Spaß haben die woanders deutlich mehr.

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rjumin 14.07.2017, 18:20
3.

Was lernen Kinder denn weltbewegendes am ersten bzw. letzten Schultag? In der Regel finden nur Gottesdienste an diesen Tagen statt und dann werden Geschichten vorgelesen, um die Zeit bis zum Ende des Schultages totzuschlagen.

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B.F.Skinner 14.07.2017, 18:26
4. Schweizer Modell

In der Schweiz stehen Familien 2 ganze oder 4 halbe sogenannte "Jokertage" zur Verfügung, an denen das Kind in der Schule fehlen darf und die frei wählbar sind. Diese können für Familienfeiern, verlängerte Wochenenden oder Urlaub verwendet werden. Warum nicht auch bei uns? Und: Wir halten uns schon an die Regeln. Trotzdem ärgert es mich, dass an unserem Gymnasium trotz hohen Stundenausfalls während des Schuljahrs am 10. 07. Bücherabgabe ist und bis zum Schuljahresende fast nur noch Kurzstunden, Projekte und Feste abgehalten werden und kein regulärer Unterricht mehr stattfindet. Das hat sicher auch seine Berechtigung, aber nicht über drei volle Wochen.

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womo88 14.07.2017, 18:27
5. Nix Arroganz der Lehrer

Zitat von territrades
14 vor Zeugnisausgabe war immer Notenstopp, danach konnten keine Zensuren mehr erteilt werden. Die vorletzte Woche bestand meistens aus lockerem Unterricht ohne großen Anspruch, die letzte Woche war dann totales Abgammeln, gelernt wurde da nichts mehr. Da die Kinder in die Schule zu zwingen ist nichts weiter als Arroganz der Lehrer. Die kommen schließlich zum Lernen, Spaß haben die woanders deutlich mehr.
Meistens will der Schulleiter das so.
Natürlich ist 14 Tage vorher Notenstopp, weil ja die Zeugniskonferenzen stattfinden müssen. Danach geht nix mehr mit Benotungen. Noten sind fest. Die müssen beschlossen werden, eingegeben werden, Zeugnisse müssen gedruckt werden ... Das dauert eben.
Außerdem ist es nichts Schlimmes, wenn man als Lehrer/in seinen Schüler/innen mal ein paar Tage anders begegnet bei sog. Projekttagen. Meine Projekte "Progressive Muskelentspannung" und "Yoga" waren immer überlaufen.

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swenschuhmacher 14.07.2017, 18:28
6.

Ich kann auch nur bestätigen, dass man in der letzten Woche vor den Sommerferien sowieso keinen richtigen Unterricht mehr gemacht hat. Dass man das elterlich erlaubte Schwänzen jetzt so streng sanktionieren will, finde ich übertrieben. Es nützt den Noten des Kindes überhaupt nichts, wenn es zwei oder drei Tage länger in der Schule ist. Ein anderes fällt dafür für mehrere Wochen durch Krankheit aus und muss trotzdem nicht gleich das Schuljahr wiederholen. Dann wiederum fördert man sogar Auslandsaufenthalte der Schüler insbesondere in englischsprachigen Ländern, obwohl das auch nur ein (Bildungs-)Urlaub ist und dadurch noch viel mehr Unterricht verpasst wird.
Also kommt mal wieder runter.

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genugistgenug 14.07.2017, 18:33
7. Selbst beurlaubt

Auf dem 2. Bildungsweg (MR/FH) habe ich mich am letzten Schultag immer selbst beurlaubt und bin am Tag zuvor sofort nach Unterichtsende auf Montage zum Geld verdienen gefahren. Am 1. Schultag kam ich gegen 06:00 zurück, duschen und ab zur Schule.
Die Lehrer hatten dafür Verständnis (haben eine proforma Entschuldigung 'Abwesenheit wegen Arbeit' bekommen), denn salbungsvolle Worte bringen keinen vollen Kühlschrank. Im FH ebenso, doch da gingen die Mitschüler auf einem los - kein Teamgeist, unfreundlich, usw. - auch hier war die Trennung zwischen Sozialen - Technikern/Kaufleuten 'Schülern' interessant. Die Sozialen wollten da ihr Gutmenschentum/Stuhlkreis/Rübchentorte/usw. allen anderen antun - entgegen der Realität.
Übrigens, in der Hauptschule (einige Jahrzehnte her) gab es Unterricht bis zur letzten Stunde.
Wieso geht das heute eigentlich nicht mehr? Wobei wir die Qualität des ganzen Unterrichts in Frage stellen. Unserer Meinung nach gilt 'Hauptsache lange und viel drüber geredet, inkl. Matheergebnisse wie 1 + 1 = Ergebnis nach Auszählung der Abstimmung'.

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kulupp 14.07.2017, 18:37
8. Schavan erschleicht sich Job als Bildungseinrichtungen mit falschem Titelel

Aber der Familie wegen nicht Absitzen des belanglosen Unterrichts bestrafen Das gefällt mir so an unserem Rechtsstaat.

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Bjoern @ Fracebook 14.07.2017, 18:37
9. Auch die letzte Woche kann man sinnvoll nutzen.

In meiner Schule (Mittelstufe, in Hessen) gab es die letzte Woche immer "Projektwoche". Da haben wir z.B. Elektroautos (Ende der 80iger!) gebaut. Und sind dann mit denen "Seifenkisten mit Elektromotor" auf dem Schulhof rumgedüst. Andere haben einen Design-Workshop gemacht und sich Taschen, T-Shirts und Kleider genäht. Einmal haben wir auch eine Software geschrieben, um das Ergebnis der Landtagswahl am Wahltag hervorzusagen - waren damit bis 2 Minuten vor Schließung der Wahllokale sogar genauer als sämtliche Fernsehsender.

Ist halt auch eine Frage was man mit den Kindern macht. In der Oberstufe habe ich die letzte Woche Relgionsunterricht dann mit "Rambo" und "Alaramstufe Rot" verbracht. Das war dann weniger "lustig".

Andererseits: auch ich durfte meine Ferien ab und an verlängern oder früher anfangen. Aber halt vorher in der Schule absprechen. Wenn man das halbwegs vernüftigt macht funktioniert das auch. Sogar heute noch in Bayern.

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