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Ganz harte Schule: Jungs haben es schwer? Mädchen erst recht!
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Unfaire Arbeitsteilung: Mädchen schuften in der Schule häufig für ihre verplanten Klassenkameraden mit - das Gefühl bekommt man jedenfalls als Mutter eines Sohnes. Oder wenn man selbst eine fleißige Tochter hat.

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studibaas 30.05.2017, 15:47
1. Stimmt

Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere kommt das hin,-
Und wenn ich mich an meine Fortbildungen erinnere haben die Mädchen, mittlerweile Frauen, mit einem Augenaufschlag die Männer, die sich dann voll ins Thema reingehängt haben stets zu einer kostenlosen Nachhilfe motivieren können.
Nach meiner Erfahrung haben Jungs früher etwas dass sie interessiert, und da hängen sie sich rein, gerne auch später beruflich, während Mädchen, später dann Frauen, dass eben nicht machen. Außer im Erziehungswesen brauchen wir in der Berufswelt aber Spezialisten. (Für Selbstständigkeit fehlt vielen wohl der Mut, da müsste man sich auch breit engagieren).

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unglaublich_ungläubig 30.05.2017, 15:56
2. Mal so, mal so

Meine beiden Söhne hatten das auch schon andersrum: Mädchen, deren Beitrag zu Referaten bescheiden bis nicht vorhanden war. Und natürlich gab es das auch schon mit anderen Jungs. Und -- jetzt kommt's: auch mit meinen. Das Problem ist eher, wer gerade besonders schwer an Pubertät erkrankt ist. (Leiden tun vor allem die anderen.)

Momentan kann ich mir jeden Tag anhören, dass es in Mathe und Physik nicht voran geht, weil bestimmte Mädchen (natürlich nicht alle) nichts raffen und darauf natürlich besondere Rücksicht genommen wird. Es sei einfach nur noch langweilig.

Macht's nicht so sehr am Geschlecht fest. Noch nicht mal am Individuum.

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geando 30.05.2017, 16:03
3. Nur persönliche Beobachtungen

Ok, aus den persönlichen Beobachtungen von Frau Silke Fokken werden nun Schlüsse für die Allgemeinheit gezogen, oder wie? In meiner Schulzeit wurden Jungs aufgefordert, nicht so oft aufzuzeigen, wenn der LehrerIn eine Frage stellte. Dies würde die Mädchen verunsichern. Die Jungs sollten also auf Wortbeiträge zu Gunsten der Mädchen verzichten. Einige unserer Nerds wurden gerade in Mathe oder Physik von einigen Mädels geradezu belagert um ihnen die Hausaufgaben zu erledigen, die haben dann mitgemacht in der Hoffnung vielleicht mal eine Freundin abzukriegen, was aber natürlich nie geklappt hat. So gibt es immer zwei Seiten einer Medaille, das die eine Seite solcher persönlicher Erlebnisse es aber sogar als Kolumne auf SPON schafft, ist etwas verwunderlich.

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homer2007 30.05.2017, 16:04
4. Mädchenschule

Und genau aus diesem Grund war unsere Tochter, übrigens auf eigenen Wunsch, auf einer Mädchenschule.

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rheinwestfale 30.05.2017, 16:11
5. Die Kunst der Jungenfeindlichkeit

Mit Verlaub, aber selten hat mir ein Text bei SPON soviel Anlass dazu gegeben, mich zu echauffieren. Es ist schon eine Kunst (wenn auch heutzutage keine seltene mehr), alles, alles aber auch wirklich alles zu Ungunsten des männlichen Geschlechts zu deuten. "Mädchen haben gemeinhin mehr Erfolg in der Schule? Das kann nicht damit zusammenhängen, dass es Jungs oft schwerer haben. Mädchen sind einfach fleißiger." - oder - "Mädchen A arbeitet mehr, als Junge B? Das kann nichts mit den Herangehensweisen der konkreten Kinder zu tun haben. Jungs heimsen sich einfach grundsätzlich die Lorbeeren der Mädchen ein." Meine Schulzeit ist noch nicht lange her. Und, glauben Sie mir, so, wie Sie es schildern, ist es nicht. Trotzdem aber ist Ihre Geisteshaltung die allgemein anerkannte: Jungs und Männer werden schlichtweg für faule Stücke gehalten. Viele Lehrerinnen - die gegenüber Lehrern ja in der Überzahl sind - machen daraus letztlich auch keinen Hehl. So werden Jungs, die sich tatsächlich nicht sehr für die Schule begeistern können, erst recht demotiviert. Die Jungs werden zu Verlierern, und das weibliche Geschlecht darf sich moralisch weiter überlegen fühlen, denn es ist ja 'tendenziell' fleißiger.

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post.scriptum 30.05.2017, 16:12
6. Der Beitrag ...

... ist wohl nicht ganz ernst zu nehmen. Genau das Gegenteil ist Standard in deutschen Schulen: Mädchen werden von den mehrheitlich weiblichen Lehrern bevorzugt und gefördert, was bis in den Universitäten der Fall ist. Wir brauchen daher dringlichst eine stärkere Jungenförderung, die bereits in der Kita einsetzt und die verstärkt auf Jungenthemen setzt.

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Paul G. 30.05.2017, 16:16
7. Punkt 7

Lea habe sich zwar etwas verschlechtert, aber Torben sei neben ihr besser geworden. "Deshalb bleibt das jetzt so."
Ich gebe es zu. Ich musste schmunzeln. Das kommt mir so bekannt vor. Auf dem Elternabend meines Neffen hat jemand exakt sowas gesagt. Er wurde aufgefordert die Klasse zu verlassen. Er hatte dies in Zusammenhang mit Inklusion und Integration gesagt.
Liebe Frau Fokken: Da Ihre Tochter bereits in der neunten Klasse ist, kann ich Sie beruhigen. In der Oberstufe trennt sich die Spreu vom Weizen. Da kommen die Jungs mit Verweigerung beim Referat nicht mehr durch.

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fisherman85 30.05.2017, 16:16
8. Postfaktisches Zeitalter

Angehörige eines Geschlechts sind in einem wichtigen Lebensbereich unterdurchschnittlich erfolgreich. Dies ist nicht nur statistisch nachweisbar, sondern wird auch von Wissenschaftlern so bestätigt. Ist aber natürlich alles irrelevant, da man ja 'anecdotal evidence' vorlegen kann welches das Gegenteil belegt. Was sind schon harte Fakten gegen Hörensagen von 5 gestandenen Müttern! Willkommen im postfaktischen Zeitalter.
Man stelle sich vor, jene Argumentationskette würde hier beim Thema Gender Wage Gap angewandt...der Entrüstungssturm ließe nicht lange auf sich warten.

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olicrom 30.05.2017, 16:17
9. Ungläubig stand ich da...

... als ich vor einiger Zeit eher zufällig bei der Präsentation einer 8. Klasse Realschule anwesend sein durfte. Thema: Die Fußballgeschichte des dort ansässigen Bundesligavereins. Vortragende: Ausschließlich Mädchen. Zu zwei Dritteln eindeutig mit Migrationshintergrund. Es war eine absolut hinreißende und wirklich professionelle Präsentation, die mich als Mann rückwirkend über das eigene Unvermögen als Junge in diesem Alter blass werden ließ. Niemals hätte ich sowas in diesem Alter schon gekonnt. Aber: ich habs wenigstens versucht. Oder habs versuchen müssen. Was aber die bei der Top-Präsentation der Mädels an dämlichem Herumgrinserei kaum noch zu überbietende Krone der Schöpfung für ein Bild ablieferte, hat mich tatsächlich schwer geschockt. Mal den Hormon-Malus abgerechnet glaube ich seit diesem Tag fest daran, dass diese Jungs - so sie nicht alle Fußballprofis werden - für jeden eine Last werden müssen, der mit ihnen eines Tages freiwillig oder unfreiwillig zu tun haben wird. Und in der 5. Klasse meiner eigenen Tochter mache ich mittlerweile sehr, sehr ähnliche Erfahrungen.

Ganz ohne Schrecken, vielmehr mit Begeisterung stelle ich derweil auch fest, dass mir als begeistert dilettierendem Hobby-Kosmologen nicht mehr Stephen Hawking oder Michio Kaku das Universum erklären, sondern solche Leute heutzutage Lisa Randall oder Anne Frebel heißen.

Dennoch die Frage: Was ist bloß los mit den Jungs in dieser Welt? Eltern, was habt ihr nur aus Euren Söhnen gemacht?

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