Forum: Leben und Lernen
Ganz harte Schule: "Mama, wenn ich ein iPad kriege, mache ich nur Lernspiele"
Birte Müller

Wann soll die Tochter ein Smartphone haben? Die Frage beschäftigt Birte Müller, schon weil sie ihren Sohn oft stundenlang vor einem iPad parkt - mit schlechtem Gewissen. Aber der ist ja auch geistig behindert.

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Kamillo 04.07.2017, 09:52
1. Jaja, Lernspiele...

Diese Ausrede hatte unsere Generation auch schon. Damals gings drum, den Commodore 64 oder den Commodore 128 zu kaufen. Der 128er hatte im Gegensatz zum 64er einen 80-Zeichen Modus, und konnte neben dem Commodore Basic auch CP/M, den Vorfahren von MS-DOS ausführen. Für CP/M gab es viele ernsthafte Programme, wie Wordstar oder Multiplan (so eine Art Excel im Textmodus). Damit könne man ja Hausaufgaben machen... Also wurde nicht der C64, sondern der teurere C128 angeschafft und die Eltern hatten ein gutes Gewissen. Und der wichtigste Befehl im 128 Modus war dann immer "GO 64". Der Trick funktionierte übrigens auch etwas später beim ATARI ST, den konnte man mit einem Farbfernseher oder Farbmonitor zum Daddeln benutzen, und mit einem hochauflösenden flimmerfreien Monochrom-Monitor für die ernsthaften Sachen.

Und heute? Wenn man auf Parties, Grillfeste im Freundes- oder Familienkreis kommt, dann sitzen die Mädels im Teenager-Alter wie die Hühner auf der Leine, eine neben der anderen, sie reden nicht, sie alle starren nur auf ihre Smartphones. Versuchte man damals mit den Mädels in dem Alter über Commodore oder Atari zu reden, erntete man nur Augenverdrehen und andere vernichtende Blicke oder zukünftige Nichtbeachtung.

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georg69 04.07.2017, 10:00
2.

Ähnlliche Erfahrungen mache ich auch regelmäßig, insbesondere bei den Freunden meines Jüngsten (10). Ich komme immer wieder zu dem Schluss, dass Gadgets in Kinderhänden die Kindheit rauben. Viele in dem Alter sind bereits "verloren", denn sie wissen ohne Gadget nichts mehr mit sich, ihrer Zeit und ihrer Umgebung anzufangen. Ich bin gespannt, was diese Generation im Erwachsenenalter zu leisten imstande ist.

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chrissie 04.07.2017, 11:21
3. Leute, Leute, lasst doch die

armen Kinder auf Familienfeiern daddeln.. Warum muss man sich überall einmischen? Das reguliert sich fast immer von selber.

HG C.Rosenbaum

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jozu2 04.07.2017, 12:25
4. Outsourcing von Gehirnarbeit = Verdummung

Je mehr wir unseren Kindern erlauben, anstatt ihr Gehirn anzustrengen und alle Sinne zu gebrauchen, umso schlechter bilden sich Gehirn und Sinne aus. So vorbereitet entlassen wir die Kinder dann ins Leben. Je später und je weniger Smart-Technik umso besser. Wer's nicht glaubt, sollte sich mal mit den Ausführungen von Manfred Spitzer beschäftigen. (Beschäftigen heißt lesen, zuhören, nachdenken und nicht nach dem ersten Satz mit einem "Doof. Das passt mir nicht, will ich nicht hören" weglegen)

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hape72 04.07.2017, 12:43
5. Autorin scheint leicht egoistisch veranlagt zu sein.

"Ich kann mich einfach nicht wirklich darüber freuen, dass mein Kind vier Stunden lang in einer Ecke auf dem Boden ein iPad angeglotzt hat. Immerhin daddelt er nicht, sondern schaut sich Konzerte an."

Sie kann sich nicht freuen aber Willi dafür anscheinend umso mehr!
Auch an vielen anderen Stellen liest man nur: ich, ich, ich!
Tablet/Smartphones sind nur Träger von Inhalten. Kindern das vor zu enthalten oder extrem beschränkt zur Verfügung zu stellen zeugt meiner Meinung nach nicht von Medienkompetenz. Und gerade DAS sollte den Kindern heutzutage beigebracht werden. Resourcen sinnvoll nutzen, Angebot zeigen, Dinge kombinieren. Dann hängt das Kind auch nicht nur stundenlang davor sondern lässt sich inspirieren und probiert selbst Dinge aus.

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schnippsie 04.07.2017, 12:48
6.

Wir haben einen Wochenplan, auf dem dann 4 "Tabletzeiten" zum Maus-App schauen eingetragen sind.
Die Zeit ist auf 30 Minuten begrenzt, das wird mit Wecker eingehalten (das machen wir auch sonst, wenn wir bspw. auf dem Spielplatz sind und Zeit für den Aufbruch ist.)
Das hilft allen Familienmitgliedern bei der Begrenzung.
Aber das Gezeter ist immer groß. Darum kommt man m.E. nach nicht.

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upalatus 04.07.2017, 13:01
7.

Ungeheuer ist des Kindes Schaffenskraft, wenns mit dem neuen Eifon schafft.

Kaufen Sie der Kleinen demnächst ein adäquates Equipment, zwingen Sie sie es zu benutzen, und hoffen Sie das Beste.

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quark2@mailinator.com 04.07.2017, 13:05
8.

Statt des Markennamens hätte das neutrale Wort "Tablett" sicher auch gereicht. Oder machen wir mal wieder Werbung durch die Hintertür ?

Aus meiner Erfahrung bieten Computer Lernangebote auf vielen Ebenen, die es so früher nicht gab. Egal ob Logik oder Koordination oder auch soziale Kompetenz, Konzentrationsfähigkeit, etc. Das erfolgt oft genug auch an Stellen, bei denen nicht explizit was von "Lernen" drauf steht. Selbstverständlich gibt es die Kehrseite, nämlich keine physische Belastung, weniger direkte Interaktion mit den Mitmenschen und Streß für die Augen. Also gilt wie immer im Leben - das richtige Maß finden ist wichtig.

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WeissAuchAllesBesser 04.07.2017, 13:07
9.

Zitat von jozu2
Je mehr wir unseren Kindern erlauben, anstatt ihr Gehirn anzustrengen und alle Sinne zu gebrauchen, umso schlechter bilden sich Gehirn und Sinne aus. So vorbereitet entlassen wir die Kinder dann ins Leben. Je später und je weniger Smart-Technik umso besser. Wer's nicht glaubt, sollte sich mal mit den Ausführungen von Manfred Spitzer beschäftigen.
Prof. Spitzer befasst sich mit dem Thema aber leider genauso undifferenziert wie Sie. Spielen ist nicht gleich spielen, und dass vor dem Computer zwangsläufig das Hirn ausgeschaltet wird, ist ein Mythos.


Es lassen sich grausige Befunde extrapolieren, wenn man Kochen auf das Aufwärmen von Tiefkühlpizza reduziert. Erkenntnisgewinn sollte man von Arbeiten auf diesem Niveau allerdings nicht erwarten...

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