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Geschwisterforschung: Erstgeborene studieren die renommierteren Fächer
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Ärztin und Lehrerin, Ingenieur und Künstler: Ältere Geschwister entscheiden sich häufiger für Studiengänge, die zu besserdotierten Jobs führen als die Nachgeborenen. Forscher nehmen an: die Eltern sind schuld.

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lachina 14.11.2017, 18:39
1.

Ich erinnere mich an die Siebziger und Achziger, wenn die Familie weniger Geld hatte: Entweder studiert der Junge ODER das älteste Kind das teurere Fach ( wenn überhaupt alle Geschwister studieren durften) . Wäre interessant zu wissen, ob die Geschlechterbindung heutzutage aufgehoben ist.

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Florentinio 14.11.2017, 18:55
2. Vorurteile

Warum sollten Sandwichkinder besonders sozial sein? Ich glaube sie haben größere Probleme ihre Rolle zu finden, da sie weder die Ersten noch die Jüngsten sind und ihnen nicht von Außen keine Rolle zugeschrieben wird. Komisch finde ich allerdings, das das Lehramtsstudium dem Kunststudium zugeordnet wird. Ich glaube, dass aus dieser Untersuchung ganz einfach keine Schlussfolgerung gezogen werden kann.

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Sibylle1969 14.11.2017, 19:32
3. Meine persönliche Erfahrung

Erstgeborene Kinder, vor allem wenn es Jungen sind, werden häufig von den Eltern dazu animiert - oder gedrängt - in die Fussstapfen der Eltern zu treten, insbesondere wenn die Eltern Ärzte, Anwälte oä sind. Bei jüngeren Kindern, vor allem wenn es Mädchen sind, wird es viel eher von den Eltern toleriert, wenn sie ihrer Neigung nachgehen und keinen "anständigen" Beruf mit guten Verdienstmöglichkeiten wählen. Ich finde die Studienergebnisse nicht überraschend. Interessant wäre dann aber auch, wer hinterher wie glücklich oder unglücklich mit seiner Berufswahl ist.

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spontanistin 14.11.2017, 19:38
4. Eher zweifelhaft!

Der oder die Erstgeborene dürfte eher unter dem Druck stehen, den jüngeren Geschwistern ein gutes Vorbild sein zu müssen und diesen auch noch Nachhilfe geben zu müssen – beides nicht ganz unproblematisch. Weniger die Förderung als die Erwartungshaltung der Eltern dürfte relevant sein. Und letztlich ist das eh alles nur Statistik mit zahlreichen Ausnahmen, die allein in nicht planbaren Ereignissen, Zufällen im Lebenslauf begründet sind.

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TS_Alien 14.11.2017, 19:45
5.

In einem Wust von Daten kann man vieles finden. Meistens ist es belanglos. Doch wenn "Forscher" nur solche statistischen Methoden beherrschen, werden selbst die kuriosesten Korrelationen als Forschungsergebnisse präsentiert, auch wenn sie keine sind.

Es ist meistens sinnlos, Mittelwerte über größere Gruppen zu bilden, wenn die Gruppenmitglieder neben einem gemeinsamen Merkmal sehr viele Unterschiede aufweisen. Absurd wird es dann, wenn aus den Ergebnissen biologische oder soziologische Schlussfolgerungen gezogen werden, die durch nichts belegt sind.

Mich würde einmal interessieren, wer freiwillig in solchen Bereichen "forscht". Die hätten doch auch etwas richtiges lernen können.

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Phil2302 14.11.2017, 19:48
6. Bei uns stimmt es auch

Mein Bruder ist (Top-) Anwalt, ich nur Lehrer. Aber der Grund dafür liegt nur bei mir. Wieso sollten meine Eltern schuld sein? Ich konnte frei wählen und das habe ich getan. Warum ist es so Mode geworden, die Schuld woanders zu suchen?

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heinrich.busch 14.11.2017, 20:18
7. Manchmal sollte man nur seinen

eigenen gefälschten Daten glauben. Also 5 Kinder, die Älteste hat BWL, die Zweite Sozialwissenschaften, die Dritte hat gar nicht studiert und die Letztgeboren, ein Pärchen, haben Jura und Medizin studiert.
Alle haben das gemacht was sie wollten. Der letzte Zwillinge wollte schon mit 8 Arzt werden und wurde es schon mit 24 Jahren!
Was machen wie aus solchen Statistiken?;- wir trauen ihnen nicht wie im fast allen Fällen. Das wusste aber der Primeminister Churchill schon und lag damit goldrichtig.

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sichtkontakt 14.11.2017, 20:56
8. Wieder mal die Schweden!

Eines muss man den Schweden wirklich lassen: Ihre nationalen Erhebungen ermöglichen es, enorme Mengen an Bevölkerungsdaten zu durchforsten und auf Korrelationen hin zu untersuchen. Natürlich bedeutet Korrelation nicht gleich Kausalität - aber interessante Anfangsverdachte können sich dabei durchaus ergeben. Dies gilt für soziologische Untersuchungen, aber auch für medizinische Fragestellungen. Und in Deutschland? Keine Chance auf breites Numbercrunching - dem Datenschutz sein Dank.

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wetzer123 14.11.2017, 22:07
9. Erschreckend

Und zwar nicht, dass es unterschiedliche Neigungen gibt, sondern erschreckend finde ich die Annahme dass es besser sei Medizin als Kunst zu studieren.

Ich habe zwar weder noch studiert habe aber deutlich mehr Respekt vor denen die Kunst studieren, und damit das machen was sie möchten, auch wenn es ein schwerer Weg sein wird, als vor denen die Medizin studieren, die damit den glatten Weg zu Anerkennung und sicheren Wohlstand wählen.

Die Künstler (wie auch Musiker) müssen sich übrigens auch schon sehr krass intensiv auf ihr Studium vorbereiten um überhaupt die fachliche Aufnahmeprüfung zu schaffen.

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