Forum: Leben und Lernen
Handyverbot an der Uni: "Smartphones zerstören die Lernatmosphäre"
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Rechtshistoriker Milos Vec verbietet in seinen Vorlesungen Smartphones und Laptops. Mit seiner No-Screen-Policy versucht er, die Aufmerksamkeit seiner Studenten zurückzugewinnen. Klappt das?

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herkurius 10.09.2018, 17:09
1.

Werter Herr Vec, 80 Prozent der Menschen (und das sind die, die allein von Ihnen wahrgenommen werden) lernen auditiv, 20 Prozent durch Lesen.
Zudem wurde ich vor gar nicht langer Zeit an einer Uni-Klinik als extrem hochbegabt diagnostiziert. Jetzt ist mir klar, warum ich mich vor knapp 50 Jahren an der Technischen Hochschule Aachen in den Vorlesungen zu Tode langweilte. Versuchen Sie heute mal, einen Computer mit einem 2400-bps-Modem zu betreiben, wo das in zehn Minuten hereinträufelt, was sie in einer Sekunde auf dem Bildschirm auf einmal sehen - und zwar mit dem Bewusstsein, was drin steht.
Vielleicht suchen ein paar der Studenten, von deren Verhalten Sie so genervt sind (eine Unverschämtheit ist es schon, wenn einer spricht und der andere chattet oder sonstwas auf dem Handy treibt, zugegeben), einfach einen Ausweg aus der unerträglichen Redundanz. Vielleicht tun sie sogar was Produktives - ich habe früher schon mal Vorträge mitstenografiert, heute würde ich meine Notizen auf einem Notebook mitschreiben und mir möglichst gleich per Outline-Programm strukturieren. Zehnfingerblind tippen geht ungefähr dreimal so schnell wie von Hand mitschreiben. (Steno geht _noch_ dreimal so schnell. Wenn man's denn hinterher auch garantiert wieder lesen könnte ...).

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neucriro 10.09.2018, 17:11
2. Sehr nachahmenswert

Warum soll unterricht modern sein, wenn man dafür ein Smartphone benutzen muss? Ich kann alles nur unterstützen, was er sagt. Ich selbst unterrichte Mathe, Physik und Informatik. Natürlich benutzen wir die Dinger, z.B. um mal Zeitlupenaufnahmen im Physikunterricht zu machen, aber das ist dann ganz konkret zu einem Thema und 1 von 20 Stunden. Man hat immer den Eindruck, nur weil es die Dinger jetzt gibt, muss man lauter Anwendungen im Unterricht erfinden, unabhängig, ob der Unterricht vorher schon gut war oder nicht...

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karlsiegfried 10.09.2018, 18:08
3. Na klar, somuss das sein

Nicht mehr lange hin und alle laufen mit einem Chip im Ohrlappen rum. Das ersetzt den Ausweis, die Scheckkkarte, die Kreditkarte, den Führerschein und , und, und bis hin zum Smartphone. Auch das eigene Gehirn wird dabei ersetzt. Wirklich eine tolle Welt.

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DerQQ 10.09.2018, 18:55
4. Störsender!

Man sollte Störsender einbauen, die der Prof/Lehrer an und ausstellen kann. In unserer heutigen Gesellschaft werden wir ständig abgelenkt und das kann man mit einem einfachen Störsender minimieren. Anstelle von einem kleinen Gerät, stopfen wir unsere Kinder aber lieber mit schweren Medikamenten zu, weil sie ADHS (Aufmerksamkeitsproblem) haben. Und wenn jetzt jemand kommt mit dem Einspruch, dass ja etwas schlimmes zu Hause passieren könnte und man sein Kind erreichen muss. Früher ging es auch ganz normal mit einem Festnetz-Telefonat zur Schule.

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TS_Alien 10.09.2018, 19:50
5.

Im Unterricht muss man mitdenken. Wer sich ablenkt, der bekommt nicht viel mit. Die Mitschrift genügt nicht, denn nicht alles wird aufgeschrieben, nicht alles kann aufgeschrieben werden.

Der Hype um digitale Bildung oder digitale Medien kostet viel Geld (Geräte, Professuren, Studien, ...). Der Nutzen ist zweifelhaft. Manches ist sogar schädlich. Wer sich z.B. keinen Funktionsgraph vorstellen kann oder Probleme mit dem dreidimensionalen Denken hat, wird das durch Plotprogramme auch nicht lernen.

Es ist auch ein Thema, bei dem sich mancher profilieren will.

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rjsedv 10.09.2018, 20:09
6. Störsender helfen nicht ...

Zitat von DerQQ
Man sollte Störsender einbauen, die der Prof/Lehrer an und ausstellen kann. In unserer heutigen Gesellschaft werden wir ständig abgelenkt und das kann man mit einem einfachen Störsender minimieren. Anstelle von einem kleinen Gerät, stopfen wir unsere Kinder aber lieber mit schweren Medikamenten zu, weil sie ADHS (Aufmerksamkeitsproblem) haben. Und wenn jetzt jemand kommt mit dem Einspruch, dass ja etwas schlimmes zu Hause passieren könnte und man sein Kind erreichen muss. Früher ging es auch ganz normal mit einem Festnetz-Telefonat zur Schule.
... denn man kann die Dreckdinger auch Offline verwenden. Ausdrücklich Verbieten ist die einzige Lösung.

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mrs.cheekyhobson 10.09.2018, 20:38
7. Furchtbar ....

finde ich es, vor einer Klasse von 18 Schülern zu stehen und ihnen Deutsch beibringen zu sollen und zu wollen, während alle am Smartphone kleben und diesen Kurs auch noch privat - nicht gerade preiswert - bezahlt haben !!! So geschehen vor einem Monat in Spanien. Ich bin jetzt noch geschockt, dass 41% dieser Schüler trotz Internetzugang während der Abschlussprüfung NICHT bestanden hat. Geht's noch ?

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DerQQ 11.09.2018, 07:15
8. Offline kein Verwendungszweck

Zitat von rjsedv
... denn man kann die Dreckdinger auch Offline verwenden. Ausdrücklich Verbieten ist die einzige Lösung.
Zu 99% werden Smartphones online benutzt und ohne Internet sitzt man häufig vor dem Smartphone/PC und weiß nicht was man machen soll. Klar gibt es Spiele oder eine Uhr, aber die Dinge die wirklich ablenken sind Nachrichten, Facebook und Co.

Ein Verbot hilft auch wenig, wenn das Smartphone vibriert und man nun wissen möchte, wer geschrieben hat. Hingegen tippen bei uns wirklich einige auf dem Laptop mit und schreiben nicht mehr Handnotizen. Man sieht aber (leider) auch häufig wie dann mal schnell Emails oder Facebook gescheckt werden.

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peho65 11.09.2018, 08:08
9. Unsicherer Dozent

Der Dozent verliert den Faden, wenn einer der Anwesenden auf Smartphone oder Laptop schaut?
Kein gutes Bild von einem Dozenten. Eher lässt er sich ablenken von Nebensächlichkeiten. Oder er ist unsicher in seinem Stoff - und fühlt sich kontrolliert.
Egal wie - er gibt kein Bild eines sicheren Dozenten ab.

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