Forum: Leben und Lernen
"Hart aber fair" über Handyverbot an Schulen : Möglichst smart in die Zukunft
WDR/ Klaus Görgen

Sollten Smartphones an Schulen verboten werden? Auf der Suche nach Antworten lässt Frank Plasberg Eltern, eine Politikerin, einen Wissenschaftler und einen Medienpädagogen zu Wort kommen - nur Lehrer und Schulleiter nicht.

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Nox Harrington 11.09.2018, 02:23
1. Eine schlimme Sendung...

...zu einem unglaublich wichtigen Thema. Redeanteil Spitzer bei gefühlt 90% (die Studie dazu reiche ich nach), Kulturpessimismus und Populismus aller Orten (Drogen-Vergleich, apple-Bashing, Rotlichtmetaphern, schwarz-weiß-Malerei, apokalyptische Szenarien für Bildungsbürger) und nicht EIN konkretes Bsp für das Gelingen von gutem Unterricht mit digitalem Anteil. Oder zumindest, wie der zu erreichen wäre. Nichts! Die Bankrotterklärung einer überforderten Redaktion, die sich lieber mit dem Thilo Sarrazin (Studie dazu: kommt!)der digitalen Bildungsdebatte schmückt, als echt und ehrlich in die Zukunft zu blicken. Plasbergs Moderation: unterirdisch! @joeranDE auf schrecklich verlorenem Posten aber mit Chancen auf das goldene Wollknäuel für den längsten Geduldsfaden!

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Nox Harrington 11.09.2018, 02:30
2. Spitzer

ist übrigens nicht der radikalste Gast in der Sendung. Er ist der lauteste und kann sich damit als radikal profilieren. Was viel über die Qualität der Sendung aussagt! Die eigentlich radikalen Thesen, die diese Sendung gebraucht hätte und die man rasch bei @joeranDE hätte bekommen können, wenn man denn danach gefragt hätte, sind für Spitzers Weltbild viel zu anstrengend. Er ist und bleibt ein Ideologe.

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kleinsteminderheit 11.09.2018, 04:58
3. Entzugsqualen

Einmal abgesehen davon, dass gerade private Eliteschulen Smartphones konsequent aus dem Unterricht verbannen um eine hocheffektive Lernatmosphäre zu erhalten, gehört zwar der Computer zur Arbeitswelt, aber nicht unbedingt das individuelle Smartphone. Es gibt viele, durchaus interessante und gut bezahlte Jobs, bei denen das Handy vor Arbeitsbeginn im Spind eingeschlossen wird. Dort, wo es tatsächlich zur Arbeit dazugehört gibt es meist Firmenhandys und dazu einen entsprechenden Verhaltenskodex.
Derzeit empfinden viele Schüler bereits handyfreie Praktika als Kulturschock mit Amputationserfahrung. Zwar ist nirgendwo die Handynutzung in Frühstücks- und Mittagspause untersagt, aber die Stunden dazwischen generieren bereits Entzugsqualen. Praktikaabbrüche und sogar geplatzte Lehrverträge infolge wiederholter unerlaubter Smartphonenutzung sind nicht ungewöhnlich.
Ich glaube nicht, dass unser Bildungsstandard so schlecht ist, weil Schüler zu wenig Smartphone im Unterricht haben.
Digitales Lernen gehört in den Lehrplan, aber bitte mit schuleigener Hardware und dort, wo es angebracht ist. Aber das wichtigste Bildungsziel in Bezug auf Smartphones erscheint mir, dass jSchüler lernen, einige Stunden offline zu überleben und eine klare Trennung zwischen digitalem Arbeiten und privatem Unterhaltungskonsum durchzustehen.

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fördeanwohner 11.09.2018, 05:23
4. -

Die Frage lautet, was eigentlich Umgang bedeutet. Definitiv sollten die Kids von ihren Eltern lernen, wie man digitale Endgeräte bedient, und auch beigebracht bekommen, was alles nicht erlaubt ist.
Den Feinschliff, wie ein Smratphone, Tablet, Computer funktioniert, wie man sie sinnvoll einsetzen kann und welche konkreten Konsequenzen falscher Medienkonsum haben kann, übernimmt dann die Schule. Programmieren sollte auf keinen Fall verpflichtend sein, weil man es nicht braucht und es Kids gibt, für die das eine absolute Überforderung wäre.
Für die Schule sollte gelten, dass man nur mit Erlaubnis der Lehrkräfte auf die Geräte nehmen können darf, da Kinder und Jugendlich zwar toll sind, aber eben nicht vernünftig. Nicht mal Erwachsene sind das. Wie sollten es da die Kids sein?! Also muss man in der Schule auch aufzeigen, dass man eben nicht ständig digital sein muss, um sein Leben zu meistern. Wo denn auch sonst?

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MDen 11.09.2018, 05:45
5.

Das Hauptproblem unserer Zeit ist doch, dass große Teile der Bevölkerung kein Interesse mehr an den Fakten haben und sich in den Informationsblasen der sozialen Medien ihre eigene kleine Welt bauen wollen. Medienkompetenz für die Zukunft heißt aber "Faktencheck", aber den muss man eben wollen. Für die meisten ist Digitalisierung im Moment nichts weiter als Medienkonsum. Und irgendwelche Programme z.B. für Mathe werden genauso wenig Interesse wecken wie zuvorprogrammierbare, davor grafikfähigen, davor einfache Taschenrechner, Rechenschieber... In den Schulen wird die Digitalisierung nur dazu führen, dass die Meisten Schüler sich noch weniger selbst merken und aneignen und durch die sozialen Medien noch mehr abgelenkt sind vom eigentlichen Unterricht.

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dasfred 11.09.2018, 05:51
6. Die Zusammenfassung am Ende sagt alles

Frau Schulministerin stammelte immer nur was von Medienkompetenz, ohne dem Begriff ansatzweise einen Inhalt zu geben. Frau Schauspielerin findet es toll, dass ihre Tochter den Sinn des Lebens darin findet, sich ständig in aller Naivität der Welt zu präsentieren. Medienkompetenzkompetenz in der Schule zu unterrichten ist so effektiv, wie die bitte an die Kinder, ihr Smartphone nicht länger als zwei Stunden täglich zu nutzen. Wieviel Zeit bleibt denn Kindern effektiv zwischen Schule, Essen und Schlafen, um sinnvolle Freizeit zu gestalten. So mit körperlicher Bewegung, aktiver Austausch mit Freunden von Auge zu Auge, statt über das Netz? Pubertierende Jungs, die selbständig alles von Porno bis Ballerspiele auf dem Smartphone finden, könnten natürlich auch Bildungsseiten finden. Die Schule muss ihnen nur beibringen, warum das wichtger ist, als daddeln. Oder anonym mobben. Ich habe selber jahrelang auf das Netz verzichtet, weil ich wusste, dass es Suchtcharakter hat. Jetzt habe ich Internet und weiß, wieviel Zeit es frißt. Mit über fünfzig ist es allerdings leichter, wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden als mit fünfzehn. In einem muss ich auch Herrn Spitzer recht geben. Schüler müssen ihr Wissen im Kopf haben, um damit arbeiten zu können, niemand stellt später jemand ein, dessen einzige Kompetenz im googeln besteht. Schon der Taschenrechner hat damals dazu beigetragen, dass jüngere Leute heute kaum noch einfache Rechnungen im Kopf durchführen können. Der wichtigste Speicher sitzt zwischen den Ohren, nicht in der Cloud.

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meteneptun 11.09.2018, 06:01
7.

Als der Streit, ob Taschenrechner in den Schulen verboten werden sollten, war ich Mathematiklehrer in Münster. Ich war entschiedener Gegner eines Verbots. Auch ein Handyverbot wird uns nicht weiterbringen. Wichtig ist, vernünftige und nutzbringende Regeln für die Handyverwendung festzulegen und durchzusetzen.

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doktorfeinfinger 11.09.2018, 06:58
8. nur Extreme?

Eine typisch deutsche Diskussion, als ob es nur schrankenlose Nutzung oder Totalverbot gäbe... Die Dosis machts - es ist natürlich anstrengend, diese Dosis durchzusetzen - vor allem zu Hause.

Bei Schulen bin ich für gezielte Nutzung im Unterricht von Lehrern, die sich mit den Möglichkeiten (und Gefahren!) aber auch wirklich auskennen. Falls die Lehrer keine Fachleute sind, muss es auch ohne gehen in Klassenzimmern, die technisch auf der Höhe der Zeit sind.

Bei uns zu Hause und unterwegs hilft ein Handyvertrag mit kleinem Datenvolumen aber Telefonflat und einer Beschränkung der WLAN Zeit des Handys am Router. Man muss natürlich technisch mit seinen Kids mithalten können, auch Netflix und Co bei Bedarf mit Passwörtern sperren können. Auch hier gibt es gefährlichen Schwachsinn aber auch sehr gute Filme und Reportagen, Filme, die Kinder auch Mal auf auf Englisch mit englischen Untertiteln sehen können.

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tpk1 11.09.2018, 07:56
9. Wissenschaftler-Bashing à la SPON

Stolz, Frau Haug? Da haben Sie es der Wissenschaft im letzten Satz noch mal richtig gegeben: "Oder Wissenschaftler, die schon jetzt in der digitalen Zukunft angekommen sind", hätte man einladen sollen. Herr Spitzer ist also noch nicht in der digitalen Zukunft angekommen. Neben der Tatsache, dass dies sachlich falsch ist, weil Herr Spitzer genau diese Zukunft anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse klar ausmalen kann, spiegelt sich in der Aussage auch die typische Verachtung vieler Journalisten für "Zahlenmenschen", die auf der Grundlage sauberer Statistik zeigen, was man bisher - Unerfeuliches - herausgefunden hat. Aber für Sie, liebe Frau Haug, sagt vermutlich ein Einzelfall wie die nette Faye aus der Sendung mehr aus als eine repräsentative Stichprobe. Oder habe ich hier etwas falsch verstanden? Immerhin: Die Großzahl der Leserinnen und Leser, die mit Statistik auch nichts anfangen kann (und damit normalerweise bei Plasberg gut aufgehoben sind), haben Sie ja auf ihrer Seite - sicherlich ein schönes Gefühl...

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