Forum: Leben und Lernen
Heinrich-Hertz-Gymnasium in Berlin: Diese Schule förderte Mathe-Genie Peter Scholze
Volker Lannert / Universität Bonn

Fields-Preisträger Peter Scholze ging auf eine Schule, die schon zu DDR-Zeiten mathematisch besonders begabten Kindern vorbehalten war. Sind solche Eliteschulen noch zeitgemäß?

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Crom 03.08.2018, 15:28
1.

Diese Schulen sind nicht nur zeitgemäß, wir brauchen viel mehr davon. Bisher konzentriert sich die Förderung auf die Schüler am unteren Ende der Skala, oben dagegen findet kaum Förderung statt obwohl diese jungen Menschen für den zukünftigen Wohlstand unserer Gesellschaft enorm wichtig sein werden. Andernfalls ziehen andere Länder an uns vorbei, welche stärker auf Leistung fixiert sind.

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Newspeak 03.08.2018, 15:31
2. ...

"Man erkennt oft erst in der siebten oder achten Klasse, wohin die Reise geht."

Und manchmal noch spaeter, denn der Stoff, der an der Schule gelehrt wird, hat mit dem Stoff, der an der Uni gelehrt wird, wenig gemein. Nicht im Inhalt und nicht in der Art und Weise der Lehrmethode oder der Schnelligkeit bzw. Wiederholungsrate. Warum muss das System vorgeben, wann jemand gut zu sein hat, um im richtigen Moment als foerderungswuerdig erkannt zu werden?

Jemanden wie Scholze haette man nebenbei auch dann foerdern muessen, wenn er in allen anderen Faechern schlecht gewesen waere. Haette man das dann genauso toleriert, wenn er im Unterricht anderer Faecher Mathematik gelesen haette?

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jjcamera 03.08.2018, 15:35
3. Schimpfwort

Sie schreiben das so, als wäre "Elite" ein Schimpfwort. Was wäre ein Volk ohne gut ausgebildete Eliten? Ich fürchte, in so einem Volk brächte man so gut wie nichts auf die Reihe...

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meimic29 03.08.2018, 15:52
4.

Selbstverständlich sind solche Schulen zeitgemäß. Seien es Schulen zur Förderung Hochbegabter in den Bereichen Mathematik, Physik, Musik, oder etwa Sport. Ich habe mich früh damit abgefunden, dass ich zum oberen Drittel vom oberen Drittel in manchen Disziplinen gehöre, es aber nie und nimmer schaffen werde eine Spitzenleistung abzuliefern. Was hätte Peter Scholze davon gehabt in einer Klasse zu sitzen mit 25 anderen von meiner Sorte? Was hätten die anderen davon gehabt? In beiden Fällen wohl eher nichts. Ähnliches gilt für nahezu alle Gebiete, denn Spitzentalente wird es immer geben und sie werden dringender gebraucht denn je.

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Leser ABC 03.08.2018, 15:53
5. Einseitig

Bisher werden nur die Schwachen speziell gefördert. Und die Starken werden durch Unterforderung eingeschränkt und in Ihrer Entwicklung abgebremst.

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CHW 03.08.2018, 15:55
6. Herr Renger sieht es kritisch

"Auch Sebastian Renger, Leiter des Deutschen Zentrums für Begabungsforschung und Begabungsförderung DZBF, sieht eigene Schulen für Hochbegabte kritisch. "

Herr Renger verhält sich sich zu Herrn Scholze wie ein akademischer Komponist zu Mozart.

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jujo 03.08.2018, 15:59
7. ....

Das Wort Elite ist ja eher negativ belastet sowie elitär.
Man sollte lieber die Worte Talent oder Sonderbegabung benutzen.
Damit gewisse Kreise keinen Schaum vor dem Mund bekommen.
Die Förderung von Sonderbegabungen ist genauso notwendig wie die Förderung von Minderbegabungen. Beides muß Platz haben!
Leider kommt es noch zu oft vor das Lehrer die Sonderbegabung nicht erkennen und das betreffende Kind als Minderbegabung vom Gymnasium aussortieren.

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strixaluco 03.08.2018, 16:07
8. @ Crom

Nein, bitte nicht mehr solche Schulen! Auch wenn diese Schule in diesem konkreten Fall etwas richtig gemacht hat - überdurchschnittlich intelligente Menschen sind Menschen und keine Zirkustiere, die isoliert von der Gesellschaft dressiert werden wollen! Überdurchschnittlich intelligente Menschen gibt es überall über das Land verteilt und in den unterschiedlichsten Ausprägungen, eben nicht nur Mathegenies. Solche Menschen möchten, auch wenn ihre Art und Weise sie immer etwas distanzieren wird, ein Teil der Gesellschaft sein. Diese Frage als die andere Seite der Frage Inklusion zu beschreiben, finde ich sehr treffend. Auch Menschen mit einem IQ jenseits der 130 möchten nicht mit 10 zu Hause ausziehen müssen, um auf eine passende Schule gehen zu können! - Und abgesehen davon ist Begabung wie gesagt etwas sehr Vielfältiges, und auch Schüler, bei denen es gerade nicht für die Super-Sonderschule reicht, brauchen Förderung. Mit solchen Schulen lässt man einige ohnehin schon an einer Grenze lebende im eigenen Saft kochen, und Leute mit einem IQ von 128 oder 129, wenn dieser als Kriterium gewählt wird, dürfen sich weiter mit dem Standardprogramm langweilen. Das bringt nichts!

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_McCell 03.08.2018, 16:09
9.

damals fand ichs schrecklich, heute denke ich mit Stolz an meine "Spezi"

Zitat
In der DDR kamen sie erst zur neunten Klasse an die Schule. "Das war besser",
Zitat ende

ja, richtig. Aber dann müßten wir wieder über Sinn/Unsinn des klassischen dreigliedrigen Schulsystems reden. Anhander der unglückseligen G8/G9 Diskussion sehen wir aber, daß wir diesbzgl. reformunwillig/unfähig sind.

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