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Hilfe vom WG-Psychologen: "Dann liegt das WG-Leben in Trümmern"
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Bianca und Ines teilen sich eine WG, alles läuft super. Doch Ines würde viel lieber mit ihrem Freund in der Wohnung wohnen. Darf sie ihre Freundin bitten, auszuziehen?

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twistie-at 06.10.2017, 18:54
10. ko-Kriterium bei einem Psychologen

Sorry, aber dieser Rat wäre für mich ein KO eines Psychologen. Wer nicht einmal erwägt, dass es auch andere Möglichkeiten gibt und Menschen nicht selbstsüchtig bzw. unverständnisvoll sind, der hätte bei mir als Psychologe keine Schnitte mehr weil er offensichtlich nur vo Schlechten ausgeht. Wenn eine sehr innige Freundschaft besteht, wieso sollte sich die Dritte im Bunde ausgespielt fühlen, zumal ja sogar schon jetzt die Anfragende sich darum kümmert, wo sie unterkommen kann, wenn der Herr einzieht? Wieso sollte es keine gemeinsame Lösung geben sollen? Wieso sollte eine Freundschaft nur noch dann bestehen können, wenn der Neuankömmling die Wohnung behält?

Das ist mir alles unverständlich - gerade wenn die Freundschaft funktioniert, frage ich mich, wieso nicht eine ehrliche Aussprache, ggf. auch zu Dritt, angeraten wird. Auf die Frage, wie das Thema angesprochen werden kann, wird ja gar nicht eingegangen.
Wie wäre es mit einem gemütlichen gemeinsamen Essen, vorbereitet mit "wir müssen was Wichtiges besprechen" und einem offenen, ehrlichen "Du weißt, wie gerne ich mit dir zusammenlebe aber du kennst ja auch meinen Freund und wir möchten gerne zusammenziehen. Diese Wohnung hier wäre ideal für uns weil... aber ich möchte auch meine Freundschaft mit dir nicht belasten und ich dachte, am besten wäre es, wir reden hier offen darüber und du sagst mir, was du denkst oder was wir tun können damit niemand verletzt wird."?

Vielleicht sagt die Freundin ja (ja, es soll verständnisvolle Freundinnen geben, vielleicht aber auch ein Urban Mythos): "Ich finde es toll, wie ehrlich du bist. Natürlich würde ich gerne bei dir weiterhin wohnen, aber ich wünsche euch beiden natürlich auch alles Gute. Aber ich würde halt auch gerne eine möglichst ähnliche Wohnung haben, vielleicht kannst du mir helfen? Oh - und ich finde es wirklich fair und ehrlich von dir, so direkt zu sagen, woran ich bin. Und dass du schon mal vorgefühlt hast ob ich nicht bei xy unterkommen könnte, finde ich auch toll. Vielleicht schauen wir uns das neue Haus mal gemeinsam an und suchen gemeinsam? Und nachher machen wir alle Drei eine Sause, wenn ich was Passendes gefunden habe."

Aber nein, im Universum des Psychologen kann das natürlich nicht passieren.

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twistie-at 06.10.2017, 19:06
11.

Zitat von kay74
Eine WG ist doch gerade nicht für die Ewigkeit gedacht und immer "in Bewegung". Flexibilität gehört doch dazu- das ist eine WG und nicht die letzte Ruhestätte.
deshalb soll ja die Dame ausziehen - dass sich Menschen tatsächlich auch dann, wenn jemand sagt "du, ich will lieber mit meinem Freund zusammenleben als weiter mit dir" noch gerne mögen und gemeinsam nach Lösungen suchen, gibt es wohl heutzutage nicht mehr.

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B!ld 06.10.2017, 19:14
12. mit Sicherheit das Ende Ihrer Freundschaft

So einen Psychologen kann man sich getrost sparen. Mit richtigen Freund(inn)en kann man auch über unbequeme Fragen diskutieren.

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Stäffelesrutscher 06.10.2017, 19:29
13.

Und der Psychologe meint, bei einer Freundschaft sei es nicht möglich, diesen Interessenkonflikt anzusprechen?

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ice945 06.10.2017, 19:58
14. Man muss ja nicht gleich...

...mit der Tür ins Haus fallen...
Wenn die beiden Mitbewohnerinnen sich gut verstehen und vielleicht dann ja auch das eine oder andere Mal über die Beziegung von Ines zu ihrem Freund sprechen, dann kann Ines ja mal einstreuen, dass sie gerne in absehbarer Zeit mit ihrem Freund zusammen ziehen möchte. Erst einmal ohne konkrete Pläne. Vielleicht denkt sich ihre Mitbewohnerin ja auch schon sowas und hat sich selbst schon einmal Gedanken darüber gemacht? Wer weiß es, wenn man nicht drüber redet.
Da ich selber Lehrerin bin finde ich nur eine Sache von Ines etwas naiv: Selbst wenn sie schon im Ref ist, heißt dass doch nicht, dass sie eine Stelle in der gleichen Stadt oder der näheren Umgebung bekommt (außer sie wohnt in Hamburg, Bremen oder Berlin vielleicht). Und falls sie noch studiert und erst ins Ref muss: Das läuft so ein bisschen wie früher bei der ZVS. Keiner kommt dahin, wo er hin wollte, sondern immer ans andere Ende vom Bundesland. Und dann finanziert mal zwei Wohnungen vom Reffi-Gehalt...

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twistie-at 06.10.2017, 20:32
15.

Zitat von ice945
Da ich selber Lehrerin bin finde ich nur eine Sache von Ines etwas naiv: Selbst wenn sie schon im Ref ist, heißt dass doch nicht, dass sie eine Stelle in der gleichen Stadt oder der näheren Umgebung bekommt (außer sie wohnt in Hamburg, Bremen oder Berlin vielleicht). Und falls sie noch studiert und erst ins Ref muss: Das läuft so ein bisschen wie früher bei der ZVS. Keiner kommt dahin, wo er hin wollte, sondern immer ans andere Ende vom Bundesland. Und dann finanziert mal zwei Wohnungen vom Reffi-Gehalt...
nun ja, wenn der Freund Anwalt ist (es weiß ja niemand, wie lange schon, wie viel er verdient usw,) ist es vielleicht ja auch möglich, dass sie von seinem Gehalt leben oder was auch immer. Das erfährt ja niemand durch den Brief bzw. die Antwort usw.

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C. Schmidt 07.10.2017, 03:16
16.

Ich bin doch ein bisschen erstaunt über die Kommentare hier. Natürlich wird die Mitbewohnerin stinkig sein.
Umziehen ist unheimlich stressig, und wenn die Frau ankommt und sagt: "Hey, du musst nach einem halben Jahr schon wieder umziehen!", dann darf sie nicht erwarten, dass da ein "Ich freu mich so für euch, natürlich ziehe ich gerne aus" zurückkommt.
Gerade in der heutigen Zeit, wo es immer schwieriger wird, irgendwo unterzukommen, und bei Neuvermietungen die Mieten drastisch ansteigen, ist die Freundin vermutlich mehr in den Hintern gekniffen als Miss Ich-werde-bald-Lehrerin und ihr Anwaltsfreund.

Dass einige vielleicht vor Jahrzehnten mal selber freiwillig das Feld geräumt haben und da offenbar keinerlei Probleme hatten, erinnert mich dann an diese Diskussionen um Mietpreise, bei denen Forenteilnehmer vor 15 Jahren mal in Berlin waren und jetzt immer noch davon ausgehen, dass man dort für 500 Euro warm eine Vierzimmerwohnung kriegt. Die Zeiten haben sich geändert, da wird's immer schwieriger, selber zurückzustecken.

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argumentumabsurdum 07.10.2017, 09:13
17. Mal von der anderen Seite sehen

Als ich vor etwa 1000 Jahren mit meiner Freundin zusammen zog, kam auch für sie nur eine andere Wohnung in frage. Man will sich ein gemeinsames Leben neu aufbauen. Dafür ist - zumindest meiner Meinung nach - eine Wohnung nötig, in die nicht einer quasi als Gast mit einzieht. Ihre Wohnung, ihre Möbel. Kein guter Start. Und die neue Miete sollte sich ein Lehrer/Anwaltspaar doch wohl leisten können. - Und ja, ich gehe davon aus, dass mein Betrag wilde Reaktionen über schlechte Berufs - und Verdienstaussichten nach sich zieht...

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dr.klugscheisser 07.10.2017, 14:11
18. wie bitte?

Ich hab ein paar von diesen Artikeln gelesen. Ich habe 16 Jahre in WG gewohnt, davon mehrere mit eigenen Kleinkindern.
Hier stellen sich nur 2 Fragen:
1) hat der Autor wirklich jemals in WG gelebt oder kennt er das eher doch nur vom Hörensagen?
2) Das Diplom hat er in Küchenpsycholgie gemacht?

Jemand mit einer grundständigen Ausbildung und Befähigung hätte erstmal gefragt: und? wie ist das Verhältnis so zu der tollen Mitbewohnerin? Wenn man schon nicht solche alltäglichen WG Probleme (wie ja auch schon viele, offenbar erfahrenere Poster angemerkt haben) reden kann.
Ausserdem hat sie ältere Rechte etc etc.
Ich könnte allerdings auch daneben liegen, ich hab mit aufrechten, selbstständigen Menschen zusammen gewohnt. Davon gibt es bei all den grenzverwöhnten Kids der Helikoptereltern nicht mehr viele. Und ja, ich kenne viele davon.

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lolz 07.10.2017, 14:37
19.

Letztendlich kommt es bei einer Freundschaft darauf an, wie viel Zeit und Sicherheit man dem Untermieter gibt, wenn er wieder ausziehen muss. Nicht selten, dass dann irgendetwas nicht passt und die persona non grata dann zusehen kann, wo sie bleibt. Trotz freundschaftlicher Versprechungen und regelmäßiger Mietzahlungen. Darunter leiden wie so oft eher diejenigen, die sich keinen teureren Wohnraum leisten können, Auszubildende, Studierende usw. Selbst erlebt, es zerstört einem jegliche Sicherheit und das Vertrauen in Freunde auch, weil man das Gefühl hat, dass man nur wegs Wohnungserhalt ausgenutzt wurde... Daher menschlich bleiben bei Untermietsverhältnissen mit Freunden, besonders in Zeiten von Mietexplosionen. Da ist ein Student vielleicht vor einigen Jahren zum studieren in die WG gezogen und z.B. in Berlin dann 70% Preissteigerung, nur als Beispiel. Es kommt immer darauf an, wie man etwas macht, und hier handelt man nicht mit Bonbons, sondern hat einen Menschen bei sich aufgenommen.

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