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Hilfe von der WG-Therapeutin: "Als würde man mit Dr. Jekyll und Mr. Hyde zusammenlebe
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Die Freundschaft scheint am Ende: Anne und ihre Mitbewohnerin können nicht mehr miteinander. Was kann Anne tun?

Cascara LF 07.03.2018, 11:55
1. Hallo?

"Führen Sie das Gespräch mit ihr nicht in der WG, sondern gehen Sie mit Ihrer Mitbewohnerin zum Beispiel in ein Lokal. Vielleicht können Sie sie dort zum Essen einladen?"
Die "WG-Psychologin" hat wohl etwas nicht verstanden. Die garstige Mitbewohnerin ist nicht daran interessiert, etwas gemeinsames zu unternehmen. Aus welchem Grund also, sollte sie sich auf ein Gespräch außer Haus einlassen? Weil sie eingeladen wird?
Der erste Teil der Antwort mit Bezug auf die dritte Mitbewohnerin ist ein guter Ansatz, als nächstes kam aber wieder nur das stereotypische Einheitstrallala.
Der Mitbewohnerin S. sollte man mal ganz klar und deutlich vor Augen halten, was sich geändert hat, sofern der Grund nicht in Bezug auf die neue Mitbewohnerin zu finden ist. Da S. aber launisch und ab und an zugänglich zu sein scheint, kann auch wieder eine dieser Launen abgewartet werden, um dann mal das Gespräch darauf zu lenken. Und was ist mit den gemeinsamen Freunden? Wissen die nichts, was die Sache erhellen könnte?
Notfalls ein Ende mit Schrecken herbeiführen - Mietkündigung - als ein Schrecken ohne Ende - sich aus dem Weg gehen und sein persönliches Leben darauf ausrichten.

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dasfred 07.03.2018, 12:05
2. Immer wieder angenehm überrascht

Frau Stiehler geht immer wieder auf den Kern ein. Dieser Ratschlag geht wieder an den Verstand und bringt die Gefühle dahin, wo sie hingehören. In ein sachliches Gespräch im neutralen Umfeld. Danach kann man immer noch entscheiden, ob ein kurzfristiger Auszug die bessere Lösung für beide darstellt.

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neo99999 07.03.2018, 12:24
3. Auch hallo?

Der Gespraechsversuch fand schon statt und wurde abgeblockt (ich bin halt bruesk) und S sieht das eigene Verhalten offensichtlich nicht als unfreundlich an. Wenn die unfreundliche Mitbewohnerin ein Problem hatte, dann liegt es an ihr, dass zu artikulieren - spaetestens, wenn sie darauf angeprochen wird. So bleibt nur zu denken, dass sie a) keinen Bock und definitiv kein Interesse mehr hat und im besten Fall nur noch die Zeit bis Ende des Studiums absitzt oder b) das Verhalten als "Strafe" dient - denn ganz offensichtlich (und das merkt die Beteiligte) macht es der davon Betroffenen doch sehr zu schaffen.
Das Verhalten einer anderen Person kann ich nicht beeinflussen, die wird machen, was sie machen will. Und m.M. ist gerade devotes "ich geh ihr aus dem Weg" und bin Zucker, wenn sie mir doch ueber den Weg laeuft nur Kohle fuer das Feuer. Also erstmal neutral,bleiben und natuerlich halte ich mich in meinem Zuhause auf, wann ich will und wenn ein Anderer schlechte Laune hat, dann ist das seine und da bleibt sie auch - Schade fuer sie, wenn sie einen schlechten Tag hat, davon wird meiner aber nicht schlecht.
Die Betroffene waere besser damit bedient, sich damit auseinanderzusetzen, warum sie die Probleme der Anderen uebernimmt und zulaesst, dass diese ihre Emotionen bei ihr ablaedt.
Es gibt immer Konflikte im Leben, Leute, die mich moegen oder nicht, Leute, mit denen ich nicht im Einklang bin - das ist deren gutes Recht, ich entscheide aber, wie ich mich davon fertig machen lasse und wo ich die Grenze ziehe.

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gg0815 07.03.2018, 12:39
4. Befreundet

Vor mehr als 30 Jahren hat eine sehr gute Freundin zu mir gesagt: "Es gibt keine Freundschaft zwischen Frauen."
Sie war damals über 30. Ich bin 10 Jahre jünger als sie und habe einiges von Ihr mit auf den weiteren Weg bekommen.
Ihre Aussage wird durch eigene Erfahrungen und auch mehrere spätere Freundinnen bestätigt.

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Nania 07.03.2018, 13:01
5.

Zitat von gg0815
Vor mehr als 30 Jahren hat eine sehr gute Freundin zu mir gesagt: "Es gibt keine Freundschaft zwischen Frauen." Sie war damals über 30. Ich bin 10 Jahre jünger als sie und habe einiges von Ihr mit auf den weiteren Weg bekommen. Ihre Aussage wird durch eigene Erfahrungen und auch mehrere spätere Freundinnen bestätigt.
Diese Aussage so pauschal zu treffen halte ich für grundfalsch. Ich kenne genügend Frauen, die schon seit Jahren und z.T. Jahrzehnten beste Freundinnen sind und die solche Probleme wie die oben genannen gar nicht kennen. Es kommt da immer auf die einzelne Person an.

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Nania 07.03.2018, 13:14
6.

Zitat von Cascara LF
"Führen Sie das Gespräch mit ihr nicht in der WG, sondern gehen Sie mit Ihrer Mitbewohnerin zum Beispiel in ein Lokal. Vielleicht können Sie sie dort zum Essen einladen?" Die "WG-Psychologin" hat wohl etwas nicht verstanden. Die garstige Mitbewohnerin ist nicht daran interessiert, etwas gemeinsames zu ......
Im Gegensatz zu Ihnen finde ich den Rat, den die Psychologin hier gibt, sinnvoll.
Erstens hat die Fragende ja kein großes Interesse daran, Ihre Mitbewohnerin und Freundin jetzt und sofort loszuwerden und zweitens war sie nicht immer so. Zu ergründen, woran es liegt, dass sich die Freundin deutlich verändert hat, ist eine gute Sache, vor allem dann, wenn noch ein grundsätzliches Interesse an der Freundschaft besteht.
Da kann es manchmal Wunder wirken, wenn man außerhalb der Wohnung miteinander über das Thema spricht und zwar ohne, dass es darum geht, wer "Schuld" an der Misere hat, denn meist wissen beide Seiten, dass keiner Schuld hat, sondern dass "andere Umstände" dazu geführt haben. Das können auch so Sachen sein wie z.B., dass es im Studium/Leben der Fragenden besser läuft, bzw. die Freundin das Gefühl hat, das dem so ist. Es kann sein, dass es an der neuen Mitbewohnerin liegt oder auch daran, dass sich Freizeitgestaltungen verändert haben.
Da einfach zu sagen, man bräuche nicht mehr drüber sprechen und Kündigung wäre der Weg, den man gehen sollte, ist in meinen Augen ein Bankrotterklärung einerseits und andererseits ein Eingeständnis dafür, dass man selbst vielleicht derjenige ist, der nicht auf den anderen zugehen möchte.

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ruhepuls 07.03.2018, 13:35
7. Es ist nicht immer, wie es scheint...

Zitat von Cascara LF
"Führen Sie das Gespräch mit ihr nicht in der WG, sondern gehen Sie mit Ihrer Mitbewohnerin zum Beispiel in ein Lokal. Vielleicht können Sie sie dort zum Essen einladen?" Die "WG-Psychologin" hat wohl etwas nicht verstanden. Die garstige Mitbewohnerin ist nicht daran interessiert, etwas gemeinsames zu ......
Das ist erst mal nur eine Einschätzung der Betroffenen. In der Regel neigen wir alle ja dazu, die Ursache/Schuld beim Gegenüber zu suchen. Und die beste Methode, hier sämtliche Türen zuzuschlagen, ist dann, der Mitbewohnerin die eigene Wahrnehmung als Wahrheit "klar und deutlich" um die Ohren zu hauen. Sicher wird sie daraufhin einsichtig sein und ihr Verhalten ändern... (Ironie aus).
Wie sagte Paul Watzlawick so schön: Bei Menschen hat man es immer mit Meinungen über Wahrheiten zu tun. Nie mit der Wahrheit selbst...

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Shelly 08.03.2018, 09:40
8. Mit anderen Worten:

Zitat von Nania
Diese Aussage so pauschal zu treffen halte ich für grundfalsch. Ich kenne genügend Frauen, die schon seit Jahren und z.T. Jahrzehnten beste Freundinnen sind und die solche Probleme wie die oben genannen gar nicht kennen. Es kommt da immer auf die einzelne Person an.
sie sind daran schuld gg0815.
Nehmen sie es nicht persönlich, ich habe auch keine "beste Freundin", der ich alles erzählen muss, ich hatte jahrelang immer wieder Freundinnen, aber niemand (weder Mann noch Frau) erfährt von mir intimste Dinge, die andere Frauentypen anscheinend immer ausplaudern müssen. Freundschaften mit Männern sind auch gut, soger m.M.n. besser.

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Shelly 08.03.2018, 09:49
9. Was ich immer nicht verstehe

Ok, sie waren mal "befreundet", aber Umstände ändern sich. Was ich nicht verstehe, dass manche Menschen meinen, mit allem und jedem befreundet sein zu müssen.
Wohngemeinschaften sind wie Kollegenverhältnisse meist keine Freundschaften, sondern Zweckbündnisse.
Ich würde mein Verhalten nicht ändern, ihr also nicht aus dem Weg gehen, sondern es so nehmen, wie es ist.
Es gibt kein Putzproblem, es gibt kein finanzielles Problem, warum geht es denn nicht, ein ganz neutrales Verhältnis zu haben? Man arbeitet schließlich auch neutral gut mit Kollegen zusammen, mit denen man nicht befreundet sein will.
Wenn Freundschaften sich ändern, sagt der andere oft nicht den wahren Grund, also was soll das, dieses ewige wir müssen befreundet sein, wir müssen (alles zer)reden.
Man kann niemand zwingen zu reden.
Deswegen sich lange den Kopf zerbrechen und sein eigenes Leben ändern? Deswegen Ratgeber aufsuchen?
Find ich krank.
Oder wieder mal Thema nur erfunden?

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