Forum: Leben und Lernen
Hilfe von der WG-Therapeutin: "Meine Mitbewohner macht Urlaub in der Wohnung"
Getty Images

Sarahs Mitbewohner ist arbeitslos und hängt den ganzen Tag in der Wohnung herum - ebenso wie seine Freundin. Sarah ist total genervt. Was kann sie tun?

Seite 1 von 3
Cascara LF 03.08.2018, 11:25
1.

Was glauben die Leute denn zu erfahren, wenn sie sich mit so einer Ausgangslage an jemand wendet, um sich Rat zu holen?
Selbstverständlich wird der erste Rat zu sein, das Thema anzusprechen. Warum trauen sich Leute nicht mal klar Position zu beziehen und anderen Leuten diese mitzuteilen. Das muss j anicht radikal und aggressiv sein, das kann man offen, ehrlich und auch in einem sanften Ton sagen. Aber gesagt werden muss es. Glauben die Leute, alles würde sich in Wohlgefallen auflösen bis sie endlich mal zu der Einsicht kommen, etwas zu tun?
Jedesmal die gleiche Leier hier. WG-Probleme vor sich her schieben, den Mund schön geschlossen halten und nicht weiterwissen. Was ist so schwer daran, mal das Gespräch mit den Leuten zu suchen?
Ach ja, diesen "Ratschlag" hier "Sagen Sie Ihrem Mitbewohner, wie oft die Freundin aus Ihrer Sicht in der WG übernachten könnte", sollte sic besser nicht befolgen, der wird unweigerlich zur Frontenverhärtung und Abstand führen. Wo käme man denn auch hin, wenn ein WG-Mitbewohner mir vorschreiben will, wie oft meine Freundin bei mir übernachtet? So weit kommts noch.

Beitrag melden
Cascara LF 03.08.2018, 11:29
2. ...noch was...

Ein wenig Verlustangst oder Besitzanspruch kommt aber auch zum durchscheinen: "...wir kennen uns seit sechs Jahen...wir kommen aus den gleichen dorf...wir hatten noch nie Streit..." und "...die er durch mich kennengelernt hat..." Wir, wir, wir, und mich. Da hört man doch im Subtext die gefühlte Zurückstufung. Also: => eigene Nase!

Beitrag melden
ralle58 03.08.2018, 11:34
3. Braucht man

für solche Ratschläge wirklich eine Therapeutin? Ich denke, ein wenig gesunder Menschenverstand reicht hier.

Beitrag melden
supernicky_reloaded 03.08.2018, 12:05
4. Das hat doch noch Glück :)

In meiner Studenten-WG damals haben, wenn ich nach Feierabend vom Hiwi-Job nach Hause kam, bereits bis zu 20 Leute herumgelungert, die geistig auch regelmäßig im Urlaub waren :). Spaß hat das nicht gemacht, aber dann zieht man halt aus.

Beitrag melden
nadja_romanowa 03.08.2018, 12:07
5.

Darf ich Dich auch beraten?
Entweder suchst Du Dir einen Job, mit dem Du Geld verdienst und Deine Miete allein zahlen kannst. Oder Du suchst Dir eine kleinere Wohnung, die Du für Dich alleine hast. Oder Du suchst Dir einen neue WG. Oder Du suchst Dir in einer anderen Stadt was. Oder Du haust Deinen Mitbewohner raus und suchst Dir einen neuen.
Und bitte, nicht falsch verstehen. Das meine ich alles ernst. Ich mache mich nicht lustig. Aber wenn Du feststellst, dass ein Pferd tot ist, dann steige ab und reite es nicht mehr weiter.

Beitrag melden
VormSpiegel 03.08.2018, 12:09
6. @Cascara LF

Das Problem mit dem "ansprechen" ist eben das es sehr oft so Emotionsgeladen ist das es sofort eskaliert, jemand fängt mit der ersten Beleidigung an, der andere ist schwer empört und dann wühlen alle alte festgefahrene Probleme aus der Kiste die mit dem anfangs Thema nichts zu tun haben, aber alles zum Überlaufen bringen.
Im krassen Fall geht das dann soweit das jemand die Hand ausrutscht, oder Gegenstände geworfen/zerstört werden, bei so einer katastrophalen Eskalation ist es dann klar das jemand die Flucht ergreift und dann auszieht (wenn nicht wird die Situation damit nur umso schlimmer, da man in einer WG lebt in der man sich regelrechten Hass entgegen wirft).

So oder so, der offensichtliche Schritt des "ansprechen" muss schon sehr gut überlegt sein und am besten ist irgendwer dabei der als "Moderator" auftritt um die Eskalationen zu unterdrücken, aber das ist alles bei weitem nicht so einfach, wenn man es einfach nicht gewohnt ist Probleme anzusprechen (also gewisse Übung hat).

Finanzielle Ängste kommen ja noch dazu, den wenn der WG Partner auszieht und man sich die Wohnung nicht leisten kann ist es eben fragwürdig ob man schnell einen neuen findet und/oder eine neue Wohnung, das ist in einigen Gebieten und je nach Person eben ein echtes Problem. Und wenn man am Ende nur weil man sein "Problemchen" angesprochen hat ohne Wohnung auf der Straße sitzt, dann ist das ein total Schaden.

Demnach, die Hilfe der Therapeutin ist hier wohl nicht sonderlich hilfreich, den jedem ist klar das man sein Problem ansprechen sollte, tut das aber nicht weil es zu viele Ängste im Hintergrund gibt die genau das verhindern.
Umso länger man solche Dinge vor sich herschiebt umso schlimmer wird es auch, allein schon weil man sich immer mehr Gedanken macht was alles Katastrophal schief laufen kann und sich innerlich ein Zorn aufbaut das der andere das Problem nicht auch als solches erkennt / den die perfide Denke ist ja, wenn es einen stört hofft man das es den anderen irgendwo auch stört und geht dem dann auch in irgendeiner Form auf die die Nerven, nur um zu provozieren das irgendwer mal den Mund auf macht zu irgendeinem Thema.

Herauszufinden wie man Probleme in "ruhiger" und für alle verständlich in einem neutralen Rahmen anspricht ist eine extrem wertvolle Fähigkeit und genau das haben sehr viele Menschen niemals gelernt und ihr Leben lang Probleme einfach vermieden weil man sie ignorieren konnte ; sobald dann mal was kommt das man nicht ignorieren kann hat man ein Problem das immer größer wird.

Beitrag melden
les2005 03.08.2018, 12:21
7. Ha ha

Jeder, der Teenager bei sich zuhause wohnen hat, kennt das Gefühl daß man als Elternteil die Kohle ranschafft und sich um alles kümmert, während die Kinder sich als im Hotel betrachten, und speziell währen Schul-oder Semesterferien, oder auch Auszeiten dazwischen ausgiebig nichts tun. Sehr nervig das Ganze, gehört aber zum normalen Leben. Nun vergißt die Beschwerdeführerin allerdings, daß es sich beim Mitbewohner nicht um ihr Kind handelt sondern um einen Erwachsenen mit eigenem Leben. Die gegenseitige Verpfichtung beschränkt sich im wesentlichen auf das Zahlen der Miete und ansonsten Einhalten grundsätzlicher Regeln des Zusammenwohnens. Das scheint ja auch gegeben zu sein. Nicht dazu gehört die Art der Lebensführung oder Wahl der Beziehung. Auch wenn die Schreiberin offensichtlich meint, kraft ihrer langen gemeinsamenb Vorgeschichte einen Anspruch darauf zu haben, daß ihr WG-Partner sein Leben gefälligst so weiterzuführen habe wie gewohnt. Und daß er seine Partnerin über sie kennenlernte, verpflichtet ihn augenscheinlich zu Dankbarkeit und besonderem Wohlverhalten im Gegenzug. Hmm... Also die Lösung des Problems liegt meiner Meinung nach darin, mal die eigenen Ansprüche abzugleichen gegen die Realität, die da heißt daß eine WG in erster Linie eine Zweckgemeinschaft ist um Geld zu sparen. Im Gegenzug hat man es eben mit anderen Leuten zu tun, das kann auch mal nerven, wobei der Fall hier der wohl mildeste aller bisher geschilderten ist. Wer das nicht abkann muß alleine wohnen.

Beitrag melden
tiefenrausch1968 03.08.2018, 12:45
8. WGs sind keine Dauerlösung

Den Ratschlag vom "Experten" find ich ziemlich dünn. Was als 2er WG gestartet ist, ist nun eine 3er WG. Das kann man nicht verhindern, das ist der Lauf der Dinge. Wenn das passiert muss einer ausziehen. Ein Paar daran zu hindern, die Zeit gemeinsam zu verbringen führt nur zu Konflikten und schlechter Stimmung. Zudem passt der Lebensrhythmus mit einer Vollzeit-Berufstätigen und zwei Arbeitslosen überhaupt nicht zusammen. Das muss man auch keinem vorwerfen, das ist Fakt. Sollte sich der Mitbewohner zeitnah wieder einen Job suchen wollen, würde ich das abwarten.

Beitrag melden
momo1203 03.08.2018, 13:38
9. Heißer Tipp...

Wenn man mit dem Sein des anderen nicht umgehen kann, dann sollte man am besten eine eigene Wohnung der WG vorziehen.

Beitrag melden
Seite 1 von 3
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!