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Hilfe von der WG-Therapeutin: "Meine Mitbewohnerin hört nicht auf zu reden"
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Alinas Mitbewohnerin redet ständig und ungeniert - über sich, ihre verkorkste Kindheit und alle anderen. Alina will auch mal ihre Ruhe, wie kann sie der anderen das klarmachen?

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Sibylle1969 24.11.2018, 13:34
1.

Meine Zwillingsschwester ist genau so. Sie redet auch ohne Unterlass und nervt ihre Umwelt ungefragt mit Angelegenheiten aus ihrem Privatleben. Das Problem ist nur, dass klare Ansagen, dass sie nervt und es mal reicht, bei ihr absolut nichts gebracht haben. Sie ist dann total eingeschnappt, redet und nervt aber unverdrossen weiter. Das ist eine der Gründe, warum wir seit einigen Jahren keinen Kontakt mehr haben. Alina rate ich, es erst mal im Guten zu probieren, und wenn das nichts hilft, muss eine ausziehen.

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hexenbesen.65 24.11.2018, 14:04
2.

Ein einfaches: "Jetzt halt mal die Klappe" direkt und unverblümt- wurde auch reichen. Hatte so ne Arbeitskollegin...ständig am palavern... an arbeiten war gar nicht mehr zu denken. (Ich wußte nach einem Tag, wer hier welches Verhätlntis hat, dass ihre Oma 105 Jahre ist, und das ihr Nachbar das Haus verkauft hat und in einem anderen Ort mit seiner Freundin was neues gekauft hat....) Bis ich dann entnervt sagte: "Halt doch einfach mal die Klappe, du nervst !"---war sie tierisch beleidigt...war mir egal...wenn sie die anderen Hinweise wie demonstratives Gähnen oder ein "was ?" auf eine Fage nichts bringt..oder ein höfliches:"Du- ich telefoniere mit einem Kollegen"...

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timvie 24.11.2018, 14:16
3. Deutschland´s Zukunft

Erst "casten" und dann nicht miteinander sprechen können. Wahnsinn.

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mayazi 24.11.2018, 14:23
4. Einmal erfolgreich

So eine Zimmernachbarin hatte ich mal im Krankenhaus. Schwierig, schwierig, wenn beide nicht aufstehen dürfen. Sie wachte morgends sehr früh auf und wartete ungeduldig darauf, dass ich endlich auch die Augen öffne, um endlich losreden zu können (weiß ich, weil sie das so sagte). Ich habe ihr relativ früh gesagt, dass ich zwischendurch auch mal Pausen brauche, und dass ich ihr Bescheid sagen werde, _bevor_ ich von ihr genervt bin. Beim ersten Mal, als ich meine Pause nahm, war sie zunächst echt verschnupft. Als ich eine Stunde später sagte, dass es jetzt wieder ginge, war sie zunächst sehr erstaunt. Sie hatte mein Auszeit-Nehmen nämlich für einen Beziehungsabbruch gehalten. Wir waren 14 Tage im selben Zimmer, und mit ein bis zwei Pausen am Tag konnten wir eine entspannte Stimmung halten.

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dasfred 24.11.2018, 15:27
5. Hätte keine Psychologin gebraucht

Genau diesen Text, so aufgeschrieben der Mitbewohnerin übergeben, hätte sie schon mal eine Weile ruhiggestellt. Dann hätte man noch ein Gespräch mit einem gemeinsamen Thema gehabt und höchstwahrscheinlich eine Einigung. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, ich wäre dann ruhiger. Nur selten muss man sich desswegen gleich trennen.

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wauz 24.11.2018, 19:47
6. In solchen Fällen

hilft es, Hauptmieter zu sein. Und das WG-Zimmer "teilmöbliert" unterzuvermieten. Dann beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist 14 Tage zum Monatsende. Schriftlicher Mietvertrag, darin müssen "teilmöbliert" und "gesetzliche Kündigungsfrist" benannt werden. Oder man schreibt nichts zu Fristen, dann gilt sowieso die gesetzliche.

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Nordschwabe 24.11.2018, 22:28
7. Alina

Ihre Mitbewohnerin ist vielleicht auf dem Asperger-spektrum. Ist nur eine Vermutung, kann man natürlich so einfach nicht bestimmen. Was dazu passen würde ist ihre Unfähigkeit, soziale Situationen einschätzen zu können: Sie wollen sich von Ihrem Freund verabschieden, sie platzt einfach dazwischen, Sie wollen Ihre Ruhe haben aber sie quasselt einfach weiter, kapiert sogar solche (uns) eindeutige Zeichen nicht wie das Schlüssen der Tür!
Asperger-Syndrom kann sehr vielseitig sein und das ständige Sprechen scheint da im Augenblick nicht dazu zu passen, aber glauben Sie mir, ich kenne einen "Asperger" auf den die Beschreibung der Mitbewohnerin genau passen könnte!
Ich habe mir dabei geholfen, es wie Legastenie zu sehen: so wie ein Legasteniker Schwierigkeiten hat, Buchstaben zu erkennen so hat der "Asperger" es schwer, Situationen zu "lesen". Und es ist natürlich nicht böse gemeint. Und mein Bekannter zumindest nimmt meine "Belehrungen" an ohne zu beleidigt sein an. Allerdings weiss er von seiner Eigenart (will es nicht Behinderung nennen), was von Ihrer Mitbewohnerin ungewiss ist. Sie sollte das vielleicht untersuchen lassen; es könnte ja gut sein dass sie spürt dass da etwas mit ihr anders ist als mit den Anderen und das könnte sie durchaus unglücklich machen. Eine Diagnose (egal was es nun genau ist) zeigt dem Betroffenen dass da wirklich ein Grund für sein Unwohlsein ist (und warum überhaupt war ihre Kindheit so beschissen? Das passt da ja auch rein) und öffnet ihm dann hoffentlich auch Wege, das Problem anzugehen (mein Bekannter hat z.B. alle um sich herum aufgeklärt). Nicht zuletzt dadurch können wir die Probleme, die entstehen, viel einfacher diskutieren. Viel Glück!

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Clara Effing 25.11.2018, 01:53
8. Unterscheidung

Hier sollte man unterscheiden zwischen den anmaßenden bis beleidigenden Kommentaren und dem Hang zur Quasselei.
Ersteres geht gar nicht und das sollte auch direkt geklärt werden.
Dass die Quasselei nervig ist, kann ich nachvollziehen - dem kann man noch entgegenwirken ohne da auf baffe Konfrontation zu gehen (s. Ratschläge der Vorkommentatoren hier wie "Halt die Klappe, du nervst"): Nicht voll ins Gespräch einsteigen. Offen sagen, dass man gerade nicht redselig ist oder eine Pause braucht. Vielleicht braucht das ein bisschen Eingewöhnungszeit, aber der Groschen sollte irgendwann fallen.

Ich hatte auch mal eine Zwischenmieterin mit sehr ausgeprägtem Mitteilungsbedürfnis - auch noch dadurch verstärkt, dass sie mit ihrem Praktikum, für deren Dauer sie bei uns wohnte, absolut unglücklich war. Wenn ich erschöpft von der Arbeit nach Hause kam, war mir der (zumeist negative) Redeschwall oft einfach zu viel. Da habe ich dann mit ihr noch eine gute halbe bis dreiviertel Stunde zu Abend gegessen und mich dann - freundlich aber bestimmt - aus der Konversation gelöst und zurückgezogen. Das wurde nach einer kurzen Eingewöhnungszeit dann auch akzeptiert.

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fatherted98 26.11.2018, 07:58
9. kann auch...

...unterhaltend sein. Wenn die Mitbewohnerin dann mal weg ist....fehlt auf einmal das Gequatsche. Lösung wäre auch...ein Beziehung mit ihr eingehen....und den Mund durch permanentes Küssen verschließen....kommt aber auf die Sympathie und die gegenseitige Ausrichtung an. Trotzdem einen Versuch wert...evtl. hält sie beim Sex die Klappe.

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