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Hilfe von der WG-Therapeutin: Wie wird man eine Mitbewohnerin los?
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Sie ist unzuverlässig, randaliert und hat sich in den Mitbewohner verliebt: Gina ist von ihrer Zimmernachbarin total genervt. Wie schafft sie es, dass sie die WG verlässt?

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whitewisent 06.03.2019, 09:59
1.

Manchmal sollte man vieleicht auch einen Juristen antworten lassen. Denn die Grenze zwischen Kritik, Mobbing und anderen Problemen ist sehr Schmal. Wenn nächstes Mal die Mitwohnerin sich über Gina aufregt, was kommt dann?

Das Problem fängt doch bereits damit an, daß hier keine echte Wohngemeinschaft besteht, deren Mitglieder sich die neuen Mitbewohner aussuchen, und sie entfernen können. So ist es lediglich eine Zimmervermietung ohne Schlösser. Was scheinbar erwünscht war. Das dieses Fehlen von Schranken dazu führt, dass mancher Eigentum wie in einer Kommune als Allgemein nutzbar ansieht, ist ein Problem der Bewohner unter sich.

Was soll der Vermieter denn machen? Es gibt im Mietrecht keine "Ermahnung auf Zuruf". Für Abmahnungen bedarf es gerichtsfester Gründe, also eine schriftlichen Beschreibung der Probleme durch Gina und Max. Was auch sinnvoll ist, da man im echten Leben sich dabei manchmal bewußt wird, wie bedeutsam Probleme sind, und ob eine Hilfe von außerhalb wirklich berechtigt.

Ein verwüstetes Zimmer muss bei der Polizei angezeigt werden. Man kann das nicht über Wochen/Monate als Argument bringen, weil man dann selbst im Konfliktfall in der Beweislast ist.

Das klassische WG-Problem ist hier Max. Simple Regel, "Man isst nicht da wo man sch....", bewahrheitet sich auch mal wieder hier. Wer diese Grenze des Zusammenlebens überschreitet, muss die Konsequenzen tragen, die eben in dem Auszug besteht, nicht dem Verdrängen des verlassenen/verletzten Partners.

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dasfred 06.03.2019, 11:42
2. Schlimme Konstellation

Ich muss sagen, ich finde den Rat heute sehr schwammig formuliert. Da wird Nr.1 whitewisent doch wesentlich konkreter. Eine Mitbewohnerin mit psychischen Problemen ist für die unbedarften Mitmieter eine erhebliche Belastung. Ich habe sowas in meiner Studentenzeit selbst erlebt, aber die Frau ist dann recht schnell selbst ausgezogen und hat dann andere genervt.

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DerAndereZauberer 06.03.2019, 12:49
3.

#1 hat aber mit dem klassischen WG-Alltag nix zu tun, da geht es ja nicht um Mietrecht sondern um miteinander klarkommen, und kein Gericht hilft da. Es geht nur um "wer zieht aus und wie macht man das".

Mir scheint es hier so, als hat die Fragende als einzige in dieser Konstellation keinen aktiven Bockmist gebaut. Eigentlich müssten die anderen beiden ausziehen, zumindest wenn man einen Funken Anstand unterstellen dürfte. Wer was mit einer Mitbewohnerin anfängt, hat eigentlich nur 2 Möglichkeiten: (1) beenden und schnell selbst ausziehen, oder (2) mit ihr zusammenbleiben und in eine neue gemeinsame Wohnung ausziehen. Alles andere muss doch schiefgehen.

Der einzig richtige Rat an die Fragende hier ist doch: Mal angenommen, dass die Situation in Summe in etwa so schlimm bleibt wie sie derzeit ist ... ist dann die Vorstellung selbst auszuziehen noch schlimmer? Wenn die Antwort darauf "nein" ist, dann muss man eben selbst die Reißleine ziehen. Wenn die Antwort "ja" ist, dann muss sie es eben aushalten und mit etwas "gesundem Menschenverstand" versuchen die Extreme etwas abzumildern.

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Nania 06.03.2019, 15:27
4.

Ich denke, dass wir es hier auch stark mit divergierenden Vorstellungen vom WG-Leben zu tun haben. Auch wenn die Schreiberin glaubt, dass ihrer WG-Partnerin für das Leben in einer WG nicht geeignet ist, heißt das nicht automatisch, dass dem wirklich so ist. Es kann auch sein, dass diese (junge) Frau einfach ein anderes Verhältnis zum Leben in der WG hat. Nur, weil sie häufig bei Ihrer Mutter ist, heißt das nicht, dass sie dauerhaft zuhause wohnen möchte. Es kann auch einfach bedeuten, dass sie sich noch nicht soweit abgenabelt hat. Da ist auch unbedingt eine eigene Wohnung keine bessere Idee, da würde ich sogar aufgrund meiner eigenen Erfahrung vehement widersprechen. Im schlimmsten Fall vereinsamt sie dort nämlich vollends oder nutzt die Wohnung überhaupt nicht.

Ich denke auch, dass da ein klärendes Gespräch die beste Alternative für alle Beteiligten ist und DANACH eine Entscheidung getroffen werden sollte.

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ergruender 06.03.2019, 18:51
5. Mutter

Also ich würde in solch einem Fall mit der Mutter "unter 4 Augen" sprechen, um eine Lösung zu finden. Sie wohnt ja in der Nähe. Man sollte die Mitbewohnerin nicht einfach im Stich lassen! Hat sie einen Psychiater oder Psychologen? Falls nicht, sollte die Mutter ihrer Tochter raten, sich behandeln zu lassen. Wenn Max ausziehen will, soll er das bitte tun! Dann wird es ihr vermutlich besser gehen und sich sozialer verhalten!

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Nonvaio01 06.03.2019, 19:02
6. das Dr Sommer Team?

der ARtikel erinnert mich an meine teenager jahre wo man Bravo gelesen hat.

Ich dachte Studenten sind erwachsene menschen? Dem scheint wohl nicht so.

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ArndKling 06.03.2019, 22:22
7. naja

Diese Antwort der Therapeutin fand ich irgendwie nicht so hilfreich

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touri 07.03.2019, 08:41
8.

Zitat von Nonvaio01
der ARtikel erinnert mich an meine teenager jahre wo man Bravo gelesen hat. Ich dachte Studenten sind erwachsene menschen? Dem scheint wohl nicht so.
Kommt darauf an. Dank G8 können Studenten heutzutage mit 17 an die Unis kommen. In dem Alter gibt es noch große Entwicklungsunterschiede, gerade auf emotionaler Ebene. Wenn dann zu dem zum ersten mal auf eigenen Beinen stehen auch noch die erste Liebe, dicht gefolgt vom ersten Liebeskummer dazukommt, kann es durchaus passieren das jemand dem die notwendige Lebenserfahrung fehlt das nicht so gut verkraftet.

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jetbundle 07.03.2019, 13:35
9. Erwachsene Menschen

Die einfachste Lösung ist: Aufkündigung der GBR (WG) zum Zwecke der Abwicklung und Einfordern der Kündigung des Mietvertrags vol allen Beteiligten. Dann eine neue GBR mit den liebsameren Mitbewohnern gründen, und hoffen dass der Vermieter einen Mietvertrag mit der neuen GBR abschließt. Inwieweit sich darüber hinaus gehende Ansprüche aufgrund der Sachbeschädigung und des Verhaltens der Mitbewohnerin ergeben müsste ein Anwalt klären, wobei es die Frage ist ob das den Stress wert ist.

Ansonsten sind die ersten beiden Absätze natürlich intolerante, mimosenhafte Lamentiererei. Vielleicht wäre die Fragestellerin besser aufgehoben sich VOR Gründung einer WG Gedanken um die rechtlichen Konsequenzen zu machen (Stichwort z.B. Gesamtschuldnerische Haftung) und eine schriftliche Vereinbarung über denkbare Fragestellungen zu treffen. Die denke ich beste Lösung ist einfach ein Untermietverhältnis mit einem Hauptmieter. Auch wenn sich das nach einer ganz bösen Zweck-WG anhört ist das meines Erachtens her wichtiger als die Frage ob man die Mitbewohner ganz super toll sympathisch findet und 100% auf einer Wellenlänge funkt. Wenn ma so denkt, dann wird man ohnehin enttäuscht, und die besten WGs in denen ich gewohnt hatte waren funktionierende Zweck-WGs. Da lernt man nämlich auch mal andere Menschen mit anderem Hintergrund und anderen Ansichten näher kennen.

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