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Immer mehr Klagen gegen Schulen : Mit dem Anwalt zur Elternsprechstunde
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Wegen einer angeblich falschen Sportbewertung, einer Strafarbeit oder eines Wandertags: Immer mehr Eltern verklagen Lehrer und die Schulen ihrer Kinder. Hier berichten Anwälte von ihren absurdesten Fällen.

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sincere 10.03.2018, 12:39
1. Einzelfallentscheidung.

Man muss jeden Fall individuell prüfen und nicht den Lehrer oder Schüler pauschal als das arme Opfer darstellen. Vor allem gegenüber dem Arbeitgeber sollten Lehrer keinen besonderen Schutz genießen da dies oft missbraucht wird und sich am willkürlichen Verhalten nichts ändert. Genauso sollte man gegenüber Yuppieeltern und sonstig weltfremde Personengruppen konsequent sein.

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m82arcel 10.03.2018, 12:40
2.

Ja, da läuft sicher bei manchen Eltern einiges aus dem Ruder und mit (vermeintlichen) Ungerechtigkeiten umzugehen, gehört zum erwachsen werden.
Wenn allerdings, wie in Fall 9, eine einzige Frage zur Verkehrssicherheit darüber entscheidet, ob ein Kind das Gymnasium besuchen darf, läuft auch hier einiges falsch. Verkehrssicherheit, Kunst, Musik und Sport sollen gerne unterrichtet werden, aber die Noten (sofern sie hier überhaupt notwendig sind), sollte man dann aus der Beurteilung heraus nehmen, wenn es um den weiteren Lebensweg der Kinder geht.

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moonstruckannalist 10.03.2018, 12:42
3. Manche Fälle muten aber auch bzgl. der Lehrer seltsam an

Worin besteht der Schaden einen zusätzlichen Erwachsenen auf einen Ausflug mitzubringen.
Manche meiner Lehrer wären früher froh gewesen über diese Form von Engagement.

Ist ja nicht so als ob sich jeder Erziehungsberechtigte heutzutage darum streitet seine Freizeit dafür zur Verfügung zu stellen.

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OhMyGosh 10.03.2018, 12:44
4. Und über den Schulen

kreisen die Helikopter und werfen jede Menge Wuteltern ab... dass die Sprösslinge vielleicht zu dumm, zu faul oder nicht teamfähig genug sind, um in der Schule zu reüssieren, kommt deren Erzeugern offensichtlich nicht in den Sinn. Und dann wundern sich die Bezirksregierungen, dass es immer schwieriger wird, Lehrer zu finden. Aber Hauptsache, man pampert Schüler und Eltern, gell?

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womo88 10.03.2018, 12:46
5. Die Halbjahresarbeit

In einem Religionskurs, Klasse 12 Gymnasium, ist eine Halbjahresarbeit anzufertigen. Erwünscht ist natürlich, dass Inhalte des Unterrichts mit verarbeitet werden. 3 Schüler bitten mich, eine Gruppenarbeit anfertigen zu dürfen, weas ich genehmige unter der Prämisse, dass ich die 3 Teile klar zuordnen kann.
Ich bekomme nach knapp einem halben Jahr eine nahezu perfekte Halbjahresarbeit aus einem Guß und benote die Arbeit mit 0 Punkten. Begründung: Die Arbeit ist nicht von den Dreien verfasst. Darauf deutet schon hin, dass sie aus einem Guß ist, in Wortschatz und Syntax nicht dem Können dieser Schüler entspricht, die ich seit fast 2 Jahren kenne und Unterrichtsinhalte gar nicht vorkommen.
Nun kommt das Kampfgeschwader in Form von 3 erbosten Müttern, die zugeben, dass ihre Sprößlinge die Arbeit nicht verfasst haben, ABER sie haben per Aushang an der Uni eine Studentin gefunden, die ihnen die Arbeit geschrieben hat. Und nun sind die Mütter der Meinung, diese Idee "Aushang an der Uni" müsse ich mit wenigstens 5 Punkten honorieren, sonst würden sie zum Anwalt gehen. Für mich war das ein glasklarer Täuschungsversuch, also 0 Punkte. Dabei ist es dann auch geblieben.

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jujo 10.03.2018, 12:49
6. ...

Die Eltern sollten daran denken, das ihr Kind auch weiterhin in die Schule gehen muß und die Lehrer bleiben.
Selbst bei Schulwechsel bei vorliegender Schülerproblematik muss man bedenken das die neue Schule sich im Bedarfsfall informiert warum es zum Schulwechsel kam. Ferner sollte bedacht werden, das die Schule, die Lehrer, wenn sie sich nicht allzu blöd anstellen am längeren Hebel sitzen. Letzendlich verschulden es die Eltern welche ihren Kindern Ihr Schulleben zur Hölle machen.
Begründete(!) Intervension ist ja legitim. Lehrer sind auch irrende Menschen und nicht von berufswegen bösartig.

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dirkozoid 10.03.2018, 12:50
7. Gutes Recht der Eltern

Wenn man merkt, dass die Lehrerin oder der Lehrer den Kindern die Sachen nicht richtig oder falsch beibringt oder das Kind benachteiligt, dann sucht man zuerst das Gespräch mit dem Lehrer und danach mit der Schulleitung. Fruchtet das nicht, hat jeder das gute Recht, da mit dem Anwalt Dampf zu machen. Der Lehrer kann ja entspannt sein, wenn er sauber arbeitet. Und wenn nicht, dann ist eine Klage ja nicht nur im eigenen Sinne, sondern auch der anderen Schüler.

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squire0815 10.03.2018, 12:53
8. Stilblüten dank Pisa und McKinsey-Wahn

Das passiert wenn der Mensch zum gesellschaftlichen Produkt verkommt und der Lebensweg zu einer ISO-9000 Zertifizierten Herstellungskette. Und dann fragen sich manche was da falsch läuft....

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dirkozoid 10.03.2018, 13:01
9. @4 ohmygosh

Könnte aber auch daran liegen, dass Lehrer nicht mehr verbeamtet werden. Da sollte man sich also eher über die Landesregierungen wundern und nicht über die angeblichen „Helikopter-Eltern“, die ja ein unglaubliches Problem sein müssen, wenn man hier auf SPON liest...

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