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Junge Wähler: "Die Mitte war zu mittig"
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Vor allem bei jungen Wählern sind die großen Volksparteien durchgefallen. Sie haben eher den Grünen, den Linken, der FDP und der AfD ihre Stimmen gegeben.

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derduke.. 30.09.2017, 12:34
1. Ahja

Die Jugend ist ungeduldig, hat noch nicht verstanden wie die Welt läuft und deshalb wird nicht CDU oder SPD gewählt?

Gegenvorschlag:
Die Zeiten der CDU und SPD sind vorbei. Steht irgendwo im Grundgesetz das die CDU oder SPD unbedingt "Volkspartei" sein oder es gar überhaupt eine Volkspartei geben muss? Veränderung macht vor Wahlergebnissen ebensowenig Halt wie vor der Gesellschaft.

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addictiveuk 30.09.2017, 12:35
2.

junge menschen denken nicht an die rente? oder fühlen sich einfach abgezockt und überwältigt von dem kostenberg der dank der fordernden rentnerflut auf sie einbricht? der generationenvertrag hat sich sehr zum nachteil der jungen generationen verschoben und ist höchstgradig unsozial. so geht es nicht mehr lange weiter.

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ATLien 30.09.2017, 12:41
3. AfD bei jungen Leute besser als Volksparteien

...diese Aussage wird durch die Daten nicht gestützt! Beide Parteien schneiden bei jungen Wählern schlechter ab als bei der Menge der Gesamtwähler. Aber während die AfD bei den Jungen 2.6 Punkte unterhalb des Gesamtergebnisses liegt ist die SPD nur einen Punkt unter dem Gesamtergebnis bei gleichzeitig höhrer Ausgangsbasis. Es sind also nicht die Volksparteien, die in dieser Gruppe durchfallen, sondern die konservativen Parteien.

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zudummzumzum 30.09.2017, 12:58
4. Programme für Alte und Abgehängte

Allen Parteien in diesem Wahlkampf war gemeinsam, dass sie keine lebenswerte Perspektive für die Zukunft junger Menschen entwerfen konnten. Der Blick auf die sichere Rente hat für unter 35-jährige eher etwas Abschreckendes. Junge Leute brauchen Unterstützung bei ihrem Lebensentwurf für die nächsten 5 bis 15 Jahre. Also sichere Arbeitsplätze statt befristeter Jobs, Angebote zur Weiterbildung auch für diejenigen, die es nicht im ersten Anlauf zum Assistenten der Geschäftsführung gebracht haben. Und das nicht in postsozialistischer Bevormundung mit einem Sammelsurium von kostenlosen Angeboten. Wie schaffen wir es, dass sich Leistung wieder lohnt? Nicht nur für IT-Studenten, sondern auch für Friseure, Mechatroniker und Pfleger! Kostenlose Kinderbetreuung kommt dem Drittel der Leute, die (mit immer geringeren Zuschlägen) regelmäßig spät abends, nachts und/oder am Wochenende arbeiten wie der blanke Hohn vor. Denn was nützt das Angebot, wenn es nur 2/3 des individuellen Bedarfs abdeckt?
Wo ist die Antwort auf die Frage, wie man es bei 1.500 € Miete doch noch ins Eigenheim schaffen soll - bevor das Erbe von Oma und Opa geflossen ist?
Auch die junge Mitte ist spießig. Um die dreißig in irgendeiner Partnerschaftsbeziehung, aber eben mit Arbeitsplätzen, die nicht für beide um die Ecke liegen. Wie soll das gehen? Mit ÖPNV jedenfalls nicht, wenn (mindestens) einer von beiden Schichtarbeit hat. Wie soll man als Mieter einer Wohnung ein E-Auto laden oder darf man womöglich mit seinem Pampersbomber bald nicht mehr in die Stadt fahren?
Die Antworten der Alten schrecken die Jungen dabei eher ab. Es geht nicht um ewigen Kündigungsschutz, weil man schon 30 Jahre in der Firma ist und seit 20 Jahren in der gleichen Wohnung wohnt. Neue Angebote sind gefragt ...

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bamesjond0070 30.09.2017, 13:15
5.

Die digitale Infrastruktur ist verkommen, der G8-Wahnsinn opfert noch immer Generationen von Schülern, bei mittlerweile gesellschaftlich akzeptierten Cannabis-Konsum kommt trotzdem die Polizei (tolle Werbung für den Staat) und von einem akzeptablen, bezahlbaren ÖPNV braucht man garnicht zu sprechen. Aber ich bin sicher, die Jungwähler besitzen einfach zu wenig Erfahrung, um die heiligen Volksparteien zu wählen.

Auch wenn ich alles andere als ein Freund der AFD bin, nicht die sie selbst hat sich ihren Erfolg erarbeitet, das haben CDU und SPD getan. Das einzige, was von den letzten 4 Jahren zukunftsrelevantes bleibt, ist der Mindestlohn, der ja auch schon von der 1000-jährigen Kanzlerin aufgesogen wurde, genauso wie die Homoehe, die ihre Partei bekämpft hat. Jch freue mich auf weitere 4 Jahre stillstand.

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Listkaefer 30.09.2017, 14:54
6. Die Jungwähler werden noch ...

... erhellende Momente erleben. Dass SPD und CDU sich nicht unterscheiden, kann nur jemand sagen, der sich überhaupt nicht mit den Parteiprogrammen befasst hat. Koalitionen sind immer Kompromisse. Mit der in Panik nach rechts driftenden CSU, einer Kanzlerin, der alles egal ist, ausser dem Machterhalt, und mit dem besserverdienenden Marktliberalen Linder werden die Jamaika Koalitionäre eine zerstrittene Gurkentruppe sein, die nichts gemeinsam bewegt. Und dann werden die Wähler erkennen, dass die SPD die tragende Säule der bisherigen Regierung war!

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lalaut 30.09.2017, 15:08
7. Mich macht es ganz schön nachdenklich,

dass ich hier auf Spiegel Online einen Artikel lese, der neben sehr treffenden Aussagen zu dem schlechten Abschneiden der großen Parteien stigmatisierende Aussagen über unsere Jungwähler mischt.

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adal_ 30.09.2017, 15:12
8. Jamaika kann was werden, wenn die CSU über ihren Schatten springt

Zitat von Listkaefer
Mit der in Panik nach rechts driftenden CSU, einer Kanzlerin, der alles egal ist, ausser dem Machterhalt, und mit dem besserverdienenden Marktliberalen Linder werden die Jamaika Koalitionäre eine zerstrittene Gurkentruppe sein, die nichts gemeinsam bewegt.
Das sehe ich anders. Zum Beispiel könnte Jamaika das Maaßsche Oberpfuschgesetz mit dem unaussprechlichen Namen "Netzwerkdurchsetzungsgesetz" gleich mal kassieren.

Die Frage ist aber, ob Jamaika zustandekommt und das hängt einzig und allein von der CSU ab. Mit dämlichen Parolen wie der von der "Obergrenze" und ähnlichem Quatsch, mit dem Seehofer sich bemüht an AfD-Sympathisanten heranwanzte, muss Schluss sein.

Das setzt allerdings voraus, dass die CSU zum Schluss kommt, diese Politik ist gescheitert. Und zwar nicht nur, weil "besorgte Bürger" lieber das Original AfD wählten, sondern auch, weil sich viele Wähler offenbar angeekelt von der CSU abwandten. Denn die FDP hat in Bayern noch stärker gewonnen als die AfD

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Freidenker10 30.09.2017, 15:15
9.

So stark scheint mir das politische Denken bei den Jungwählern nicht ausgeprägt zu sein! Vergleicht man die mal die Studentenbewegungen der 60, 70 und 80 Jahre mit der heutigen Jugend dann kommt da einfach mal gar nichts mehr! Man schätzt seine hippen Kneipen und sein Apple irgendwas Gedönse zumindest kommt das bei mir rüber. Man nimmt mehr oder weniger alles als gottgegeben hin weils halt so ist. Die einzige Konsequenz ist dann halt im Familiengründungsalter doch lieber auf MultiKulti zu verzichten weils die Bildungschancen für den hochbegabten Nachwuchs versemmeln könnte, aber ansonsten schätzt man natürlich alles Fremde und kauft weiterhin sein Obst beim Griechen/Türken, auch wenn man dann etwas weiter radeln muss. Ich persönlich setze keinerlei Hoffnung in den Nachwuchs da die Erfahrung der letzten 30-40 Jahre gezeigt hat, dass die Generation eher von Klischees angesprochen wird. Da aber die Älteren meist Konservativ werden oder schon immer waren (?) bestimmen sie alt die politische Agenda und verschieben das Land nach rechts. Tja Kids ich würde mal sagen wer keinen Arsch in der Hose hat und nur noch an seinem persönlichen Amüsement interessiert ist, ist am Ende selber Schuld!

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