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Keine Rettungsgassen für Helfer: "Das ist zum Verzweifeln!"
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Gaffer und passive Autofahrer sind ein massives Problem für Rettungswagen, wie bei dem verheerenden Busunfall auf der A9. Marco König fährt seit 20 Jahren solche Einsätze - und beobachtet eine zunehmende Rücksichtslosigkeit.

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Ernstl 04.07.2017, 18:30
1. Gang und gäbe

war es zu meiner Zeit, dass sofort auf die Seiten ausgewichen wurde, wenn das Martinshorn zu hören oder das Blaulicht zu sehen war. Aber vorher natürlich nicht. Man bildet doch nicht automatisch bei einem Stau eine Rettungsgasse. Es sei denn, man sieht, wie es die Fahrer vor einem auch machen. Dann kann man davon ausgehen, dass es einen Unfall gegeben hat. Und wie ist es mit dem Seitenstreifen? Kann man den nicht auch in solchen Fällen nehmen? In Venezuela zum Beispiel geht das nicht, da wird der Seitenstreifen bei Stau zu einer zusätzlichen Fahrbahn. In Brasilien, meinem jetzigen Wohnort, weiß man gar nicht, was eine Rettungsgasse ist. Da stehen die Rettungswagen im ganz normalen Straßenverkehr mit Horn und Licht, da rührt sich gar nichts. Daher gebe Gott, dass ich hier nie einen Rettungswagen brauchen werde.

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sapalot 04.07.2017, 18:31
2.

Egal ob das rücksichtlose Verhalten vorsätzlich oder fahrlässig ist: man muss die Menschen sensibilisieren, sprich es müssen Kampagnen gestartet werden, damit sie erklärt bekommen, was zu tun ist. Angst vor Strafen funktioniert (allein) nicht...
Häufig sehe ich, dass mein Verhalten von Hinter- oder Nebenmänner kopiert wird: es fehlt halt manchmal doch einfach "nur" an dem Bewußtsein für die Situation ;)

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reflexxion 04.07.2017, 18:32
3. Gaffer sein liegt in der Natur des Menschen, es dient dem Überleben

Schon in der Steinzeit hat der männliche Jäger zugeschaut wenn ein Mitjäger vom Säbelzahntiger gefressen wurde, er hätte sowieso keine Chance gehbt dem OLpfer zu helfen und so konnte er wenigstens seienn Rückzug planen. In der Höhle hat der dann davon eine "Jgdszene" an die Wandf gemalt - das war damals das heuitige youtube.

Bei ungewöhnlichen Geräuschen oder Lichteffekten dreht sich jeder um und schaut was da passiert ist, da ein normaler Autofahrer auch zur Spezies Mensch gehört ist das im Auto genauso. Einen voll in Flammen stehenden Bus kann kein PKW-Fahrer löschen und er kann auch niemand aus so einem Bus retten. Das konnten nicht mal die Profis der Feuerwehr.

Das laute Geschrei der Politiker nach härteren Strafen für Leute die einem Urinstinkt folgen und halt hinschauen ist albern und vor allem nutzlos. Der einzige Effekt könnte sein es kommen keine Handyfilme mehr im Netz, aber da ja auch die Medien solche Filme ankaufen und im TV vermarkten sollte man nicht so scheinheilig sein. Ohne die vielen Handyfilmer könnte man ja auch viele Verbrechen in der Öffentlichkeit nicht aufklären.

Warum wird nicht lauter gefragt warum ein Bus am Anfang seiner Fahrt von einem so unaufmerksamen Fahrer gefahren wird, der nicht mal ein Stauende auf gerader Strecke bemerkt? Der wird da wohl kaum übermüdet gewesen sein, wenn doch läuft bei 2 Fahrern im Bus irgendwas schief. Der Eigentümer des Busunternehmens wirkte im TV auch seltsam unbeteiligt, auch das sollten die Sicherheitsorgane mal untersuchen.

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Olaf Köhler 04.07.2017, 18:32
4. Abstrafen!

Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit, Luxemburger Straße, Köln: Auf der linken Seite steht ein Rettungswagen, die Dame hinter mir im Auto dreht erst den Kopf, dann versucht sie noch was über den Seitenspiegel zu sehen, als das nichts hilft, Fester runter und Kopf raus. Geht`s noch? Wenn es so viele Leute interessant finden, sollen die sich doch bitte zum Rettungssanitäter ausbilden lassen oder bei Feuerwehr bewerben!
Wer glotzt und noch schlimmer dabei filmt: Handy beschlagnahmen, Geldstrafe 50 000 Euro und Führerschein/Fahrerlaubnis für 5 Jahre weg! So lieber Herr Maas, liebe Abgeordnete des Bundestages! Das kriegt ihr doch noch vor der Wahl durch, oder?

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fralau 04.07.2017, 18:33
5. Schaut 'mal nach Österreich

Seit etwas mehr als einem Jahr arbeite ich in Österreich. Sobald es sich hier staut ( unabhängig davon ob es ein sichtbarer Unfall ist oder nicht) wird sofort eine Rettungsgasse gebildet - und da fährt dann auch kein anderes Fahrzeug... Das wird wohl in den Fahrschulen geübt und es wird auch an vielen Stellen darauf hingewiesen.

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spigalli 04.07.2017, 18:37
6. Danke für den letzten Satz...

...denn er offenbart die Ohnmacht derer, denen es um das Wohl anderer Menschen geht, gegenüber dem dreisten Egoisten, der die Not eines anderen bestenfalls ignoriert, schlimmstenfalls sogar ausnutzt.

Wann endlich rüstet eine gemeinnützige Stiftung Einsatzfahrzeuge mit Dashcams aus, deren Videos sie regelmäßig auf Verstöße gegen ein Recht des Verunfallten auf unverzügliche Hilfe auswertet und dann im Namen der Unfallopfer auf Schadenersatz und Schmerzensgeld klagt?

Von unserer Legislative erwarte ich da schon lange nichts mehr, außer "irgendeinen Scheiß" zu beschließen, damit in der Zeitung steht "Wenigstens haben sie etwas getan", und diesen dann im Anschluss zu quadrieren, weil wirkungslos war und daher einfach noch mehr davon braucht. Die Exekutive haben sie ja schon soweit zusammengestrichen, dass sie sich kaum noch um die Rechte der Bürger kümmern kann, sondern mit dem Schutz der abstrakten Allgemeinheit vollauf beschäftigt ist.

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matheoehmi 04.07.2017, 18:38
7. Ich kann den Zorn von Herrn König absolut nachvollziehen

Selbst erlebt: Fahrzeuge, die bei Grün unbedingt noch über die Kreuzung fahren, obwohl ein Fahrzeug mit Blaulicht ankommt. Ich denke, dass ist nicht mal böse Absicht, sondern einfach fehlende Konzentration aufs Fahren und die Umgebung, die schauen vermutlich stur nach vorn und sind von Gesprächen oder lauter Musik etc. abgelenkt und sehen und hören ein von der Seite kommendes Rettungsfahrzeug nicht, bis es unmittelbar vor ihnen auf der Kreuzung steht.

Allerdings hätte ich dann doch 2 Fragen:

1. Wenn ich im Stau stehe, woher soll ich dann wissen, ob es überhaupt einen Unfall gab, sofern ich es nicht im Verkehrsfunk gehört hab? Die allermeisten Staus (darunter ALLE in denen ich bisher stand) entstehen ganz ohne Unfall, einfach weil bei dichtem Verkehr zu dicht aufgefahren wird und dann zu stark gebremst wird, bis einer ganz steht. Unfälle sind doch einigermaßen selten.

2. Habe ich tatsächlich das RECHT, bei Rot in eine Kreuzung einzufahren, um einem Rettungsfahrzeug hinter mir Platz zumachen? Es geht hier nicht darum, dass sich der Fahrer eines Rettungsfahrzeugs und die Polizei vermutlich nicht das Kennzeichen notieren werden... angenommen z.B. die Ampel ist mit einem Blitzer ausgestattet und ich müsste den Führerscheinentzug fürchten. Kann ich dann tatsächlich eventuelle Sanktionen mit dieser Begründung abwehren? Ein wenig mehr rechtliche Sicherheit als nur der gute Wille der anderen Beteiligten wäre hier schon von Nöten.

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immer_unterwegs 04.07.2017, 18:38
8. Das ist doch ganz einfach...

... Dashcam in den RTW und die Aufnahme in Ruhe nach dem Einsatz auswerten lassen.

Ansonsten vielleicht mal Werbung dafür machen, damit es in die Köpfe der Leute reingeht. Gab es das nicht mal vor einigen Jahren in Österreich?

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j.e.r. 04.07.2017, 18:39
9. Wie wärs mit systematischen Kontrollen

bei Stau durch die Rettungsgasse fahren, Kamera auf dem Fahrzeug und systematisch Bussen verschicken. Nach einigen Monaten ein paar Millionen Euro mehr in den Staatskassen, und freie Rettungsgassen!

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