Forum: Leben und Lernen
Kinder im Seniorenheim: "Hier dürfen wir lauter sein als im Kindergarten"
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Erst fürchteten sie Lärm, jetzt freuen sie sich auf jedes Treffen: Die Bewohner eines Hamburger Altenheims trommeln, kochen und basteln mit Kindern aus der Kita nebenan. Von dem Konzept profitieren beide Seiten.

Kurbelradio 11.11.2017, 17:34
1. wo ist da der Austausch?

wenn er unterbunden wird, indem der Seniorin reingeredet wird, ob sie den Bub zum Essen animieren darf und die Kindlein nicht singen sollen, weil die Demenz sie überfordert??
Ich arbeite in einem Pflegeheim. Die Situation, dass die derzeitige Generation es nicht versteht, wenn ein Kind nicth aufisst, ist Austausch. Auch schon erlebt. Ende war: Unsere Seniorin erklärte dem Kind, dass sie als Kind nicht so viel zum Essen hatte. Das Kind war überrascht und interessiert. Das war echter Austausch. Die Seniorin erkannte selbst, dass es so nicht geht, und das Kind lernte, dass die Oma eine ganz andere Kindheit hatte.
Gemeinsames Basteln oder Singen eben auch. Und wo ist jetzt der Unterschied, Senioren zum Trommeln bewegen zu wollen mit Kindern oder wenn diese vorsingen (bezüglich "Instrumentalisierung"). So gesehen ist der Besuch in einem Altenheim allein schon Instrumentalisierung, da die Kleinen auf alle Fälle, mit oder ohne Trommel, mit oder ohne Vorsingen, mit Demenzerkrankten konfrontiert werden. Kinder gehen sehr unbefangen damit um. Unbefangener als jeder Erwachsener. Wenn die Oma oder Opa nicht mehr so reden können, redet das Kind. Es ist unsere erwachsene Befangenheit, die man in die Kinder projiziert.

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insick 11.11.2017, 18:23
2. @1

Ich glaube bei der "Instrumentalisierung" geht es weder darum Zusammenkommen zu unterbinden noch irgendwelche bestimmten Tätigkeiten zu unterbinden sondern darum diese nicht nur freiwillig für senioren sondern auch für die kinder freiwillig zu gestalten. Was ich denke das Problem mit dem Vorsingen ist, dass kein wirklicher Austausch stattfindet, man singt nicht zusammen sondern die Kinder den Senioren eben vor. So entsteht nicht eine Gruppe sondern zwei die einen singen, die anderen hören zu. Ich glaube Herr Bleiber möchte sagen, dass es wichtig ist, dass die beiden Gruppen dazu animiert werden sich tatsächlich mit einander auseinander zu setzen und nicht nur "Hallo", singen/zu hören, "Tschüss" als Interaktion stattfindet.

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twan 11.11.2017, 19:08
3. @insick

Meine Kleine ist im KiGa freiwillig im "Generationenchor". Da singen Kinder, Erzieherinnen (leider keine Erzieher)/Pfleger(innen) und natürlich die Bewohner. Und nur, wer will. Gutes Ding.

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v.jen 12.11.2017, 09:41
4. Toll

Das ist ein tolles Projekt bei dem beide Seiten lernen und Spaß haben !

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stefan.albrecht@virgilio. 12.11.2017, 10:12
5. Banal aber gut

Die Idee Alte und Kinder zusammenzubringen ist so gut wie sie banal ist und sie zeigt vielleicht auch so manchem, dem das teure Auto wichtiger als eigene Kinder ist (was dann mit der Ausrede "ich kann meinem Kind nicht das notwendige Umfeld bieten, weil ich nicht genug Geld vom Staat bekomme" begründet wird) zu sehen, dass Kinder mehr Reichtum als alles Materielle sind, weil sie einen die kleinen Dinge des Alltags wiederfinden lassen und einen bremsen.

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