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Kitaplatzmangel: Wir müssen draußen bleiben
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Zu viele Kinder, zu wenige Erzieher: In Deutschland fehlen laut Experten 300.000 Kitaplätze. Obwohl die Bundesregierung gegensteuert, wird sich der Mangel in den nächsten Jahren wohl noch verschärfen.

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kuac 08.06.2018, 09:21
1.

Zu wenig Kitaplätze, zu wenig Pflegepersonals , zu viele Billiglohnempfänger, usw. Hat das Establishment in DE keine Angst, dass auch hier ein Radikaler an die Macht kommen könnte?

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willi_ac 08.06.2018, 09:21
2. Ich frage mich...

... wie kompetenzbefreit muss eigentlich eine Regierung sein, die über das Recht auf einen Kita-Platz die Nachfrage befeuert, obwohl sie eigentlich weiß, dass die dafür erforderlichen Ressourcen über Jahre hinweg aufgebaut werden müssen? Hier wollte man offensichtlich eine politische Ernte einfahren, wo man vorher nicht ausreichend gesäht hat. Das wäre nämlich die politische und verwaltungstechnische Kleinarbeit, die man seit Jahren zu leisten hätte - verkauft sich nur leider nicht so gut.

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baal0815 08.06.2018, 09:27
3. 40 Jahre ohne Kindergarten...

...die muss man halt erstmal hinter sich lassen. Im Osten gab es die Infrastruktur und das Personal. Und das sieht man ja sehr schön an der Karte.
Die andere Frage ist: wieviel Hoffnung auf eine halbwegs gut bezahlten Job sollte man sich mit europäischer Anthropologie wirklich machen...

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soerenschein 08.06.2018, 09:31
4.

Zu 1.:

Bislang hat das Establishment meistens von der Machtergreifung eines Radikalen profitiert.

Ich kann nur sagen: Wir sind aus der Groß- in eine Kleinstadt gezogen und obwohl wir frühestens 2018 mit einem Platz gerechnet haben, hatten wir hier innerhalb von 3 Monaten einen Kitaplatz in einer neu eröffneten Kita. Scheinbar gibt es ein Stadt-/Landgefälle, was Kitaplätze angeht.

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lutzp.richter 08.06.2018, 09:31
5. Kommunen chronisch unterfinanziert

Hier wird unter anderem wieder ein erhebliches strukturelles Problem deutlich. Der Bund verabschiedet aus guten Gründen erforderliche Gesetze, feiert diese politisch als PR, überlassen dann aber den Kommunen und Ländern deren Finanzierung. Schlechte Arbeitsbedingungen mit unterbezahlten Fachkräften sind dann die logische Folge der Sparpolitik in den Kommunen. Schon ist ein Teufelskreis entstanden, der letztlich die gut gemeinten Ziele da absurdum führt. Also: macht Gesetze, die adäquat durchfinanziert sind, statt populistische Vorhaben auf den Weg zu bringen, die nicht zu Ende gedacht sind. Kein Wunder, wenn der Wähler sich dann von den etablierten Parteien abwendet, weil er dieses „Spiel“ inzwischen immer mehr durchschaut und sich nicht ernst genommen fühlt.

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qmsysteme 08.06.2018, 09:31
6. Jetzt gegensteuert

Auch wenn die Bundesregierung jetzt gegesteuert, befreit sie das nicht von der Mitschuld an der Misere. Seit wann ist das Problem bekannt. Im Übrigen gilt auch hier: die schäfsten Kritiker der Elche waren gestern selber welche.

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qmsysteme 08.06.2018, 09:36
7. Wer ?

Wer hat denn die Verantwortlichen an die Macht gebracht? Und dabei trägt die aktuelle Konstellation nicht allein die Schuld. Seit wann kennen wir das Problem.

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Thilo_Knows 08.06.2018, 09:36
8. Staatsversagen

Als arbeitende Eltern packt man sich nur noch an den Kopf. Was ist in diesem Land los? Die sollen und wollen arbeiten und Steuern zahlen. Aber sie können nicht, weil der Staat und die Kommunen unfähig sind, vernünftig zu planen und Prioritäten zu setzen. Grundsätzlich sollte jedes Kind einen Platz bekommen - auch weil die Interaktion mit anderen Kindern für die Entwicklung wichtig ist. Aber solange Platzmangel herrscht, sollten jene bevorzugt werden, die das System mitfinanzieren. Deswegen macht die Kritik für die vermeintlichen Vorteile der Akademiker keinen Sinn. Natürlich muss jemand, der arbeitet und das System so mitfinanziert, ggü. jmd. der nicht arbeitet bevorzugt werden. Letztere Personengruppe (H4, Asylbewerber) hat schließlich auch die Zeit, die Kinder selbst zu bespaßen.

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c.PAF 08.06.2018, 09:37
9.

""Es klagen ja nicht unbedingt Hartz-IV-Empfänger oder Flüchtlinge, weil sie eine höhere Hemmschwelle oder sogar Angst vor Gerichtsprozessen haben. Es klagen eher die Akademiker." Diese würden bei der Platzvergabe dann bevorzugt."

Hm, na und? Der Akademiker, der für sein Kind einen KiTa-Platz hat geht arbeiten und zahlt Steuern.
Natürlich sollte das kein Argument sein müssen, aber wenn es hart auf hart kommt, würde ich mich als KiTa-Leitung für ein Kind entscheiden, dessen Eltern dann arbeiten gehen können.
Umgekehrt ist es aber so, daß Hartz- und Flüchtlingskinder sehr oft auf die Förderung im Kindergarten angewiesen sind. Also wie man es macht, ist es verkehrt...

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