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Kritik an Lehrerverband: "Wir brauchen kein Moratorium bei der Inklusion"
DPA

Der Lehrerverband fordert eine Verschnaufpause bei der Inklusion. Die Leistungen der Schüler seien in Gefahr. Aus den Bundesländern kommt Widerspruch, aber auch Zustimmung.

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beuerlein 05.02.2018, 20:04
1. Es ist doch ganz einfach!

Lasst die Eltern entscheiden wohin ihre Kinder gehen sollen. Regel- und Förderschule, beides sollte möglich sein und die Eltern aus ideologischen Gründen nicht genötigt werden, die eine oder die andere Schulform zu wählen.

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swandue 05.02.2018, 21:39
2.

Bei Wikipedia steht zum "Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen": "98 % der Kinder mit Behinderungen in Entwicklungsländern gehen nicht zur Schule, 30 % der Straßenkinder haben Behinderungen, nur 3 % der Erwachsenen mit Behinderungen können schreiben und lesen, in manchen Ländern nur 1 % der Frauen mit Behinderungen." In diesen Ländern finden sich denn wohl die vorrangigen Adressaten dieser UN-Konvention.

In Deutschland hat sich ein unheilvolles Bündnis entwickelt von Ideologen, die jede besondere Beschulung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen als Ausgrenzung diffamieren und Politikern/Beamten, die hoffen, Geld sparen zu können, wenn man Förderschulen schließt und deren Schüler über den Regelschulen abwirft.

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mxmchn 05.02.2018, 21:53
3.

Die Frage, ob etwas in der Praxis funktioniert oder nicht, hat nichts mit Ideologie zu tun, sondern mit Vernunft. Und Inklusion mit der Brechstange, d.h. ohne die notwendigen Voraussetzungen geschaffen zu haben, funktioniert nicht, sondern ist eine einzige Katastrophe. Und zwar für alle Beteiligten. Inklusion um jeden Preis und so schnell wie möglich: DAS ist Ideologie.

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Tom4Weide 05.02.2018, 21:56
4. Nur Politik, nicht real

Schonmal Mehrfachschwerstbehinderte, Taubstumme, Blinde in einer "normalen" Grundschule gefunden? Wohl nicht, weil weder Infrastruktur, Sicherheit, Betreuung gewährleistet werden kann. Was unter "Inklusion" abläuft ist, die für die meistern dieser Kinder so wichtige Förderschule abzuschaffen, damit eine angebliche Stigmatisierung der zu unterstützenden Kinder aufhöhrt. Nur das mit einer zweiten "Hilfskraft", Qualifikation nicht vorausgesetzt oder zumindest zweifelhart (keine! Lehrerin), die nur gering stundenweise verfügbar ist, keine Förderung sondern nur Verwahrung, Ruhigstellung u.ä. möglich ist, um den Regelunterricht für die anderen Kinder zumindest zeitweise aufbauen zu können.

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Mr.Marcus 05.02.2018, 22:20
5. Klappt nicht

...man muss doch nur Lehrer fragen: Inklusion funktioniert nicht, zumindest nicht für die Mehrheit. Das ist genauso wie mit dem nicht meh: Sitzenbleiben in Hamburg, wie nur kommt man darauf das das Sinnvoll ist. Ergo bleibt nur das Gymnasium, weil nur hier eine halbwegs vernünftige Förderung möglich ist. Diese überall stattfindende Angleichung in Deutschland macht das Land kaputt!

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ardbeg17 05.02.2018, 22:34
6.

mit Verlaub - Inklusion mag gut funktionieren, wenn der Staat dafür massenweise Lehrer und Sozialpädagogen von der Straße aufsammeln kann. Dies bei knappen Kassen und akuter Personalnot im Bildungswesen zu versuchen, nein durchzupeitschen ( wie in NRW gehandhabt), ist nicht mal mit Ideologie entschuldbar. Das ist weltfremd und ignorant, und am Ende stehen nur Verlierer
Auch wenn man davon ausgeht, dass Menschen gleich viel "wert" sind, sind sie nicht gleich und müssen nicht gleich gefördert werden oder das Gleiche können.

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tropfstein 05.02.2018, 22:37
7. Die Uno-Konvention forder keine allgemeine Inklusion

Es lohnt sich, die Uno-Konvention zu lesen. Dort steht nirgends, dass pauschal alle behinderten
Kinder in die Regelschule müssen. Sie stellt sich lediglich dagegen, Behinderte nur wegen ihrer Behinderung pauschal auszuschließen. Also wenn die Inklusion ohne Benachteiligung der Betroffenen möglich ist, soll sie geschen. Aber nur dann. Ansonsten gilt: sie haben ein Recht auf optimale Förderung. Und das heißt: Ja zu besondere Förderung. (und nicht einfach wegsperren oder so)

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t.gehrmann 05.02.2018, 22:38
8. Ach Frau Scheres

Berlin ist deswegen auf einem "guten" Weg bei der Inklusion, weil die Schulbildung dort aus ideologischen Gründen seit Jahren systematisch zerstört wird. Durch einen übersteigerten Fokus auf die pädagogischen Zauberworte Kompetenzorientierung, Kontextualisierung und Individualisierung werden unverhohlen die Rahmenpläne der Fächer inhaltlich entkernt. Die wundervollen Integrierten Sekundarschulen (ISS) führen so gut wie jeden Hirbel zum Abitur. Man führt mal schnell eine zwangsweise Früheinschulung ein, gekoppelt mit der Umstellung auf G8, ohne auch nur ansatzweise darüber nachzudenken, dass dann die Abiturienten auf einen Schlag zwei Jahre jünger sind. Aber egal. Schrauben wir einfach das Niveau noch weiter 'runter. Garniert wird das Ganze mit einem multikulti Schülerklientel mit wahlweise "sozialen Herausforderungen" oder progressiver Elternschaft. Das ganze runden wir dann noch ab mit den bundesweit schlechtesten Lehrergehältern (keine Verbeamtung) und wundern uns darüber, dass keiner mehr so dumm ist, diesen Beruf erlernen zu wollen. Quereinsteiger bitte hier entlang...

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muensterneu 05.02.2018, 23:09
9. Tom4 Weide

Ich kann Ihnen nur Recht geben in Ihrer Betrachtung. Die Stigmatisierung liegt in der Abschaffung über Jahre erfolgreicher Förderschulen für Kinder , mit den von Ihnen beschriebenen Krankheitsbildern, die sich noch ergänzen liessen. In unserem förderalem System hat jedes Bundesland seine eigene Deutungshoheit und zieht daraus seine fatelen Konsequenzen. Am Ende zahlen alle drauf. Die jedweilige Idee wird auf Landesebene umgesetzt mit all den Konsequenzen, die Sie erwähnen. Alle Beteiligten zahlen die Zeche, für ein von Aktionismus bestimmtes Bildungsprojekt. Schule und individuelle Förderung funktionieren schon lange nicht mehr. Es mag Nunancen in den jeweiligen Bundesländern geben. Aber ich zweifele durchgehend am Sachverstand der verantwortlichen Bildungspolitiker. Auch hier - wie in anderen Berufszweigen eben auch - zeigen sich mit den vakanten Folgen die Verwirtschaftlichungi des europäischen Bildungsansatzes in drastischer Weise. Man reiht Dummchen neben Dummchen; gibt Ihnen Ämtern. Und wundert sich über die Folgen. Bildung - im emphatischem und gesellschftspolitischem Sinne- kommt seit Jahren im keinen Lehrplan mehr vor. Das gruselige Ergebnis spiegelt sich in den Entscheidungen über die Inklusion. Und nicht nur da.

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