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Kritik an Privatuni: "Eine Elite von naiven Automaten"
Jürgen Bauer

Viele wollen dorthin, nur er flüchtete schnell wieder: Mojtaba Sadinam hatte einen der begehrten Studienplätze an der privaten Wirtschaftshochschule in Vallendar bekommen - doch ihm gefiel es nicht. Im Interview erzählt er, warum er das Studium dort abbrach.

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MiniDragon 01.05.2013, 14:07
170. Kaderschmieden des Kapitalismus

Zitat von rainer_daeschler
Seilschaften gibt es an Universitäten immer, egal ob die gesamte Universität Elite-Status genießt, das besuchte Institut einen außerordentlichn Ruf, oder man in einer Burschenschaft ist. Gegen Privatuniversitäten ist auch nicht einzuwenden. Wenn jemand die Idee hat eine bessere Universität zu erschaffen, als der Staat es kann, soll er es auch machen. So weit reicht der Unternehmerische Mut allerdings in Deutschland nicht, wie in den USA, Japan, oder Korea. Es bleibt erst mal die Vielfalt auf der Strecke und die Universität wird zur "Monoversität" mit ein oder auch zwei Fakultäten. Gelehrt wird nur, was man in einem Hörsaal mit Beamer vermitteln kann, alles was teure Labore benötigt, fällt weg und damit die Naturwissenschaften. Die Privat-Universitätsgründungen hierzulande operieren immer nah an der Politik und bekommen dort die staatlichen Mittel, die sie einst vorgaben selber aufbringen zu können. Zwar engagiert sich auch die Wirtschaft, aber nur so weit, wie es sich als Werbung für die beteiligten Unternehmen rentiert. Ihr größter Nutzen ist dann auch eher die immer um Wirtschaftsnähe bemühten Politiker für die Hochschule zu interessieren und deren Bereitschaft öffentliche Gelder beizusteuern. Eine Privatuniverstitätsgründung mit den klassischen Fakultäten und finanziell auf eigene Füßen stehend hat es in Deutschland meines Wissen in der Neuzeit nicht gegeben. Das macht allerdings private Elite-Universitäten, die oft als Vorbild zitiert werden, in den oben genannten drei Ländern aus.

Sie haben es richtig erkannt: Solche privaten Schmalspur- Bildungsinstitute fungieren als Kaderschmieden für die Nomenklatura des kapitalistischen Systems, welches sich im Kampf der Systeme als das effektivere erwiesen hat.

Eleven der Koblenzer Privatuni, die das erkannt haben, sollten sich im Anschluß an ihr dortiges Studium noch in einem MINT- Fach versuchen.
Erst wenn sie auch das mit Erfolg geschafft haben, sind sie Spitze und sollten sich auch in die Politik dieses Landes einmischen dürfen

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spon-facebook-10000276133 01.05.2013, 14:08
171. Am Leben vorbei....

Respekt an Sadinam für den Uni-Wechsel - trotz Stipendium etc....
Und wenn er die Wahrheit oder Realität an dieser Uni dann mal nach außen trägt, wird er noch als 'Nestbeschmutzer' bezeichnet? Unfaßbar!
Einzig und alleine Geld und Beziehungen bestimmen in der Regel (Sadi war ja wohl die große Ausnahme) diese sogenannte Elite.
Dem Vorstand mit seiner arroganten Begrüßungsrede würde ich gerne mal per Heli im z.B. Kongo beim Coltanabbau ausgesetzt sehen.
Da kann er mal zeigen, was er so drauf hat.
GELD ARBEITET NICHT.
Und Menschen, die wirklich denken daß sie etwas besseres sind, nur weil sie das Glück hatten in entsprechende Umstände hineingeboren zu sein und dann noch denken Sie hätten Alles verstanden, sind doch einfach nur bemitleidenswert!

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nunja56 01.05.2013, 14:09
172.

Zitat von LorenzSTR
Die selbsternannten Eliten können einem langsam wirklich leidtun, leisten sie doch im Consulting-Business, bei den Banken, in PR und Marketing so unfassbar viel für Fortschritt und Gesellschaft. Und dann werden sie tatsächlich hin und wieder für ihr Handeln und ihre fürstlichen Gagen kritisiert. Unglaublich, diese Leistungsfeindlichkeit! Da muss man wohl oder übel auswandern... Gute Reise! P.S. Glauben Sie eigentlich ein Studium an einer richtigen Uni, wo der Daddy nicht jeden Monat Kohle überweist, sei irgendwie weniger hart?

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nunja56 01.05.2013, 14:16
173.

Zitat von LorenzSTR
Die selbsternannten Eliten können einem langsam wirklich leidtun, leisten sie doch im Consulting-Business, bei den Banken, in PR und Marketing so unfassbar viel für Fortschritt und Gesellschaft. Und dann werden sie tatsächlich hin und wieder für ihr Handeln und ihre fürstlichen Gagen kritisiert. Unglaublich, diese Leistungsfeindlichkeit! Da muss man wohl oder übel auswandern... Gute Reise! P.S. Glauben Sie eigentlich ein Studium an einer richtigen Uni, wo der Daddy nicht jeden Monat Kohle überweist, sei irgendwie weniger hart?
Die "selbsternannten Eliten " werden in unserer Gesellschaft mit dem Begriff i.d.R. von aussen attakiert. Mir waere es jedenfalls lieber mein Sohn haette seine Wissen (Wirtschaftsingenieur) und seine Steuern Deutschland zur Verfügung gestellt... aber in Deutschland kommen ja die Pensionen und Renten von der Bank und der Strom aus der Steckdose..

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franz.a 01.05.2013, 14:17
174.

Zitat von MiniDragon
Eleven der Koblenzer Privatuni, die das erkannt haben, sollten sich im Anschluß an ihr dortiges Studium noch in einem MINT- Fach versuchen.
Nein, das wäre Zeitverschwendung. Ein soziales Semester wäre angebrachter.

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jolip 01.05.2013, 14:21
175. Irrtum

Zitat von nunja56
Die "selbsternannten Eliten " werden in unserer Gesellschaft mit dem Begriff i.d.R. von aussen attakiert. Mir waere es jedenfalls lieber mein Sohn haette seine Wissen (Wirtschaftsingenieur) und seine Steuern Deutschland zur Verfügung gestellt... aber in Deutschland kommen ja die Pensionen und Renten von der Bank und der Strom aus der Steckdose..
Das stimmt aber so nicht:

Der Begriff Leistungsträger wurde doch von genau denen geprägt, die sich damit selbst bezeichnen.
MFG
jolip

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nunja56 01.05.2013, 14:22
176.

Zitat von TS_Alien
Ich denke, dass Deutschland den "Verlust" solcher "Eliten" nicht nur verkraften kann, es wäre wieder ein Schritt in die richtige Richtung. In den letzten zwei Jahrzehnten hat es viel zu viele Blender im Management gegeben, die so manche Firma in den Abgrund gezogen haben. Soll ich packen helfen?
ja, gerne, bei meinem Sohn schon zu spät...wäre mir lieber er hätte sein Wissen und seine Steuern der deutschen Gesellschaft zur Verfügung gestellt.. aber bei uns kommen ja die Pensionen vom Staat und der Strom aus der Steckdose...

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Mr. Comment 01.05.2013, 14:29
177. ...

Zitat von NTG
Da bekommt einer ein Stipendium von einer Hochschule und dankt es ihr damit, sie öffentlich in den Dreck zu ziehen. Nicht gerade die feine Art, zumal man ihm offensichtlich nichts angetan hat, außer ihn zu hohem Einsatz aufzufordern...
Haben Sie überhaupt etwas von dem verstanden, was in diesem Artikel stand? Durch ein Stipendium wird man kein Leibeigener, seine Meinungsfreiheit gibt man damit überraschenderweise nicht auf. Und wenn Sie die beschriebenen Zustände als "hoher Einsatz" bezeichnen, ist das doch der blanke Hohn. Da wird eine "Elite" herangezogen, die wir dann am Ende als die großartigen Manager in der Wirtschaft wiederfinden, die mit Gier, Selbstüberschätzung und Ahnungslosigkeit unsere Gesellschaft zerstören.

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nunja56 01.05.2013, 14:38
178.

finde toll dass es hier in so kurzer Zeit eine so umfangreiche und kontroverse Diskussion gibt... schon dass zeigt welche Probleme wir mit diesem Thema in Deutschland haben... versuchen sie dies mal einem Asiaten oder Amerikaner zu erklären, da erhalten sie nur unverständliches Kopfschütteln..

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caledonian2010 01.05.2013, 14:43
179. Kaderschmieden des Systems

Zitat von Mr. Comment
Da wird eine "Elite" herangezogen, die wir dann am Ende als die großartigen Manager in der Wirtschaft wiederfinden, die mit Gier, Selbstüberschätzung und Ahnungslosigkeit unsere Gesellschaft zerstören.
Exakt so einfach ist der Zusammenhang der hier besteht. Die auf diesen Kaderschmieden des Systems antrainierte Gier, Selbstüberschätzung, relative Ahnungslosigkeit und geistige Einäugigkeit zerstört diese Gesellschaft.
Zitat von Mr. Comment
Haben Sie überhaupt etwas von dem verstanden, was in diesem Artikel stand? Durch ein Stipendium wird man kein Leibeigener, seine Meinungsfreiheit gibt man damit überraschenderweise nicht auf.
Die wollen das nicht verstehen, was hier kritisiert wird, ganz einfach.

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