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Lehrergeständnisse: Kaum ein Schüler braucht später Physik
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Jan-Martin Klinge weiß, dass seine Schüler später wenig aus dem drögen Physikunterricht erinnern werden. Außerdem würde der Lehrer viel lieber Themen behandeln, die Spaß machen. Doch die Vorgaben aus dem Ministerium sind strikt - und unrealistisch.

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jupp78 30.10.2014, 10:42
111.

Zitat von derHamlet
Warum müssen Schüler Dinge lernen, die Ihnen keinen Spaß (Freude, Vergnügen) machen?
Weil Schule nicht den zentralen Auftrag hat Spaß zu machen, sondern Bildung zu vermitteln, vor allem Allgemeinbildung. Zu einer guten Allgemeinbildung gehören aber ggf. auch Dinge, die einen nicht interessieren und einem keinen Spaß machen.

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garfield 30.10.2014, 10:46
112.

Zitat von buntschwarz
Welches Schulwissen haben sie gestern benötigt? Wenn es über lesen, schreiben und die Grundrechenarten hinaus geht wäre es schon viel.
Na, dann gehen wir doch wieder auf die 4-jährige Volksschule zurück und beschränken uns auf ein wenig Lesen, Schreiben und die vier Grundrechenarten.
Obwohl - wenn man sieht, was für Texte selbst 10.Klässler oder junge Erwachsene produzieren, reichen die vier Jahre wohl selbst DAFÜR nicht.
Und da heißt es doch tatsächlich, Bildung wäre so wichtig für ein rohstoffarmes Land und eine Investition in die Zukunft. Ich wusste nur nicht, dass dies nur die Grundrechenarten betrifft.

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klaus47112 30.10.2014, 10:48
113. tja, wenn...

.. ein paar EU Bürokraten in Physik aufgepasst hätten....

Dann gäbe es nicht so unsinnige Vorschriften über Leistungsaufnahme von Staubsaugern, Föhn etc.

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Strangelove 30.10.2014, 10:49
114. Jeder braucht und nutzt die Physik, dauernd!

Die Ausstattung und die Lehrpläne in Physik mögen zwar ein Desaster sein (das übrigens schon seit Jahrzehnten an den meisten Schulen) aber die Aussage des Lehrers niemand braucht Physik lässt mich an seinem Verstand zweifeln. Jeder Ingenieur, Arzt, ja selbst ein Mechaniker muss einiges bis vieles darüber wissen. Bei den Ärzten ist es oft leider nicht so gut damit bestellt, aber die Geräte (Ultraschall, MRT, CT, Röntgen, etc.) die sie einsetzen richtig zu bedienen und die Bilder/Daten richtig zu verstehen setzt voraus, dass man deren Funktionsweise versteht.
Und selbst Otto Normalverbraucher sollte grundlegende Kenntnisse haben, sonst kann er von jedem Spinner ein Gerät gegen Erdstrahlen oder sonstwas angedreht bekommen und weiß auch nicht warum das Auto aus der Kurve fliegt wenn er schneller fährt (ja kann man auch aus Erfahrung lernen, kann dann aber schmerzhaft sein). Keine Chance was von den "Händistrahlen" zu verstehen bzw. sich ein Bild davon zu machen was da diskutiert wird.

Ist es nicht traurig wenn wir alle Geräte verwenden deren Funktion wir nicht mal mehr im geringsten Verstehen. Das schnöde GPS wäre ohne die Allgemeine Relativitätstheorie zu nichts nutze. Ja das kann man auch nur nutzen ohne es zu verstehen aber eine Gesellschaft die das zum großen Teil nicht mehr weiß oder versteht wird auf lange Sicht zum Untergang verdammt sein, da sie selber nichts neues generiert und nur noch in Abhängigkeit anderer lebt.

Den Ansatz den Schülern über das was sie umgibt die Physik nahezubringen das ist auf jeden Fall richtig. Nur so können auch die Physikverweigerer (boah bin ich cool, das versteh ich eh nicht) interessiert werden und spannender ist es auf jeden Fall für alle.

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jupp78 30.10.2014, 10:50
115.

Zitat von Iggy Rock
An eines werde ich mich aber immer zurückerinnern, ich habe nie einen Physiker kennenlernen dürfen, der die Kernkraftnutzung in AKW nicht in den Himmel gelobt hätte. Ein merkwürdiger Beigeschmack.
Vielleicht weil die verstanden haben wie das funktioniert und Sie nicht?
Weiter oben haben Sie doch vollkommen richtig erkannt, dass Ängste vor allem dann auftreten, wenn man Dinge nicht versteht. Hier haben Sie offensichtlich ein Defizit, sind aber nicht in der Lage den Grund für Ihre Angst zu erkennen.

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nomadas 30.10.2014, 10:52
116. Heilige Kühe

Lehrpläne und Fächerkanon sind gemacht von ganz bestimmten Eliten. Diese haben ihr Interesse daran, was in Schulen gelehrt und gelernt wird und was nicht. Physik hat sicher seine Berechtigung, Basis Wissen zum besseren Weltverständnis. Doch, für das soziale Gelingen einer Gesellschaft ist es wohl eher sekundär. Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters z.B. wäre sicher für junge Menschen notwendiger zu wissen. Das Basis-Modell: Mensch/Maschine. Heute heißt es: Was braucht die Maschine? Einige wenige die sie erfinden. Ein paar mehr, die sie warten/reparieren. Und Massen die sie benutzen. Vielmehr müsste es heißen: Was braucht der Mensch?: Kopf-Herz-Hand.

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garfield 30.10.2014, 10:52
117.

Zitat von Mannheimer011
Es gibt ganz andere Dinge die man nach der Schulzeit getrost löschen kann. Sozialwissenschaften, Literaturkenntnisse.
Klar, wen interessiert schon, wie eine Gesellschaft funktioniert. Dafür haben wir doch "Mutti", die uns erklärt, wie eine "marktkonforme Demokratie" auszusehen hat. Interessenwahrnehmung überlassen wir den daran Interessierten. Ist ja alles "nur ein Spiel" um Macht und Verteilung, aber egal, Hauptsache, mein Nachbar bekommt nicht mehr HartzIV als ich.

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BettyB. 30.10.2014, 10:52
118. Berufswahl verfehlt: Sechs

Das Taxifahrer mal gerne ein anderes Auto fahren würden, manche Verkäuferinnen sich andere Kunden wünschen in tolleren Geschäften mag Klinge fremd sein, dass die Mathekenntnisse deutscher Schüler aber wohl kaum ausreichen, um seinen Physikertraum zu erfüllen, sollte er wohl irgendwann mal begriffen haben. Und was sein Lustgewinn mit sorgsamem Aufbau von Basiskenntnissen der Schüler zu tun haben könnte, leibt wohl auch Phantasten verborgen. Eben: Beruf nicht begriffen, leider aber ergriffen. Interessant nur, dass er sich dazu bekennt, denn er hätte es wirklich vorher wissen müssen...

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Avantime2000 30.10.2014, 10:55
119.

Zitat von regentrude
"Keiner braucht Physik" heißt "Keiner nutzt Physik", nichts sonst. Solche Leute sagen auch, man bräuchte keine Manieren. Aber es wählen tatsächlich kaum noch Kinder Physik, stattdessen nehmen sie Bio, wo man mit Auswendiglernen weiterkommt. Bloß nicht selber denken müssen. Eine Tragödie! Sie bleiben blind, tapsen blind durchs Leben. Physik ist alles um uns rum, und die begeisternde Erkenntnis, dass die Welt aus Mathematik besteht, sollte man Kindern nicht vorenthalten! Sie kann Leben verändern. --- Meines Erachtens ist die Schule auch dazu da, den Kindern Angebote aus verschiedenen Fachrichtungen zu machen, sie dort jeweils auch herauszufordern, um ihnen die Entscheidung, was sie später vertiefen und studieren wollen, zu überhaupt ermöglichen. Wenn irgendjemand im Vorhinein beschließt, was sie "brauchen", und sie dann auch nix anderes kriegen, dann nimmt er ihnen diese Wahl weg. Das ist nahezu ein Verbrechen in meinen Augen. Hätte ich BWL studiert (oder irgendwas anderes als Physik), wäre ich heute ein sehr unglücklicher Mensch.
Die Schule soll Allgemeinbildung vermitteln und da gehört Schulphysik halt dazu. Genau wie Musik, Geschichte, Sport, Fremdsprachen usw.
Aber auch ohne Physik tapst man nicht blind durchs Leben. Es gibt auch genug andere schöne und interessante Dinge. Hätte ich Physik studiert wäre ich heute ein sehr unglücklicher Mensch ...

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lindenbast 30.10.2014, 10:56
120.

Zitat von rmuekno
wenn der Physik Unterricht dröge ist, taugt der Lehrer nichts.Man kannPhysikunterricht auch spannend gestalten und trotzdem die Ministeriumsinhalte vermitteln. Es gibt genug praxisgerechte Versuche. Und grundsätzliche Ahnung von Physik hilft im späteren leben und beim Verständnis vieler anderer Dinge in unserer modernen Welt.
Und wo bleiben die Schüler, die Praxisbezug dröge finden und theoretische Überlegungen spannend?

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