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Lehrermangel an Schulen: Mit Ansage gegen die Wand
DPA

Mehr Schüler als erwartet, viel zu wenige Lehrer: Die Lage an vielen Schulen ist katastrophal, Politiker und Behörden sind in Erklärungsnot. Wer ist schuld an der Misere? Und wie lässt sie sich beheben?

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Phil2302 07.08.2017, 08:37
1. In NRW wird es auch lustig

Jetzt wo G9 wieder kommt. Weiß gar nicht wie man das in den Mangelfächern auffangen will. Die Deutsch- und Geschichtslehrer freut es natürlich.

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Leser161 07.08.2017, 08:39
2. Kurzsichtigkeit ist schuld

Es wird alles auf kurzfristigen Ertrag optimiert. Da sind Schulen sehr schlecht. Das Schulen aber die Steuerzahler von übermorgen produzieren wird ignoriert. Denn bis das Problem akut wird, können die Bürger sehr viel privates Geld für Bildung ausgeben, während das eigentlich dafür vorgesehen Geld in Subventionen, Ehrensolde und Prachtbauten fliesst. Leider ist der Staat dann doch nicht wirklich marktwirtschaftlich, sonst könnten wir versuchen eine anderes Staatsprodukt zu kaufen das bürgerorientierter ist.

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dickebank 07.08.2017, 08:46
3. freie Berufs- und Studienwahl

Das GG steht aber jedem die freie Berufs- oder Studienwahl zu.

Wenn angehende Abiturienten im Zeitraum 2005 bis 2010 von Bekannten, entfernten Verwandten oder Geschwistern mitbekommen haben, dass deren Bemühungen Lehrer zu werden an hohen Hürden scheiterten, dann werden die andere Studiengänge oder Ausbildungen präferieren. So kurz vor 2010 mussten Bewerber für die Primarstufe in NRW eine Ordnungszahl kleiner 13 vorweisen, um überhaupt zu Auswahlgesprächen eingeladen zu werden. Wer nicht genommen worden ist, ist in andere Berufe ausgewichen. Einige sind später über das nachträgliche Listenverfahren in ihren ursprünglichen Beruf zurück gekommen.

Wie im Artikel schon genannt, die Lehrkräfte die heute fehlen, hätten so um 2010 die Ausbildng zur Lehrkraft beginnen müssen. Hinzu kommt die tatsache, dass durch die gleiche Regelstudienzeit bei den lehrämtern jeder zunächst einmal versuchen wird, das Lehramt für GY/BK und die entsprechenden jahrgangsstufen an Gesamtschulen zu studieren, da hier das Eingangsamt a13 winkt. Das ist auch der Grund, warum es mehr zukünftige Lehrkräfte für den höheren Dienst als für den gehobenen Dienst (Primarstufe und Sekundarstufe I) gbt, so dass jetzt Dienstgeber auf die Idee verfallen, Gymnasiallehrkräfte an Grundschulen und Schulen der SekI abzuordnen. In den Bundesländern, die jetzt zurückkehren zum G9, wird sich die Stellensituation aufgrund der höheren Nachfrage an GY sogar noch weiter verschärfen.

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volker.simoneit 07.08.2017, 08:49
4. Vertretungslehrer in BW

Seit 9 Jahren bin ich Vertretungslehrer in BW. Nach einigen Gehaltskürzungen wurden meine Bezüge nochmals 2017 um über 10% gekürzt. Gleichzeitig wurden die Einkommen der Abgeordneten drastisch erhöht. Das ist die grüne Politik von Herrn Kretschmann (ehemaliger Lehrer).

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dodgerone 07.08.2017, 08:50
5.

Meine Frau ist (Neu-)Lehrerin in BaWü und ich kann vieles hier (leider) nachvollziehen.
Man versucht hier krampfhaft die jungen Lehrer auf die Dörfer zu zwingen, weil da keiner mehr hingehen will. Die Politik ist so unfähig attraktive Bedingungen zu schaffen... stattdessen schikaniert man das neue Personal.
Meine Frau wäre zwar in einigen Jahren Beamtin... aber wir werden wohl vorher lieber in den Norden ziehen... auch wenn da auch nicht alles perfekt ist.

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Cascara LF 07.08.2017, 08:51
6. Es ist ja nicht erst...

...seit gestern bekannt, daß es einen Lehrermangel in Deutschland gibt und daß geburtenstärkere Jahrgänge eingeschult werden, sollte auch nicht verwundern.
Schuld am Lehrermangel tragen die Länder als verantwortliche Stellen für Ausbldung und Einstellung von Lehrern - und das schon seit Jahrzehnten! Unser Bildungssystem hat viel übrig für neue Unterrichtsformen und Schulformen, doch für eine qualitativ gute Ausbildung und für die Vermittlung von Lehrinhalten nicht. Lehrerverbände, Gewerkschaften, Elternvertreter, Schülervertreter und gerne auch mal der eine oder andere Politiker aus der jeweiligen Opposition, machen schon seit Jahren auf Probleme in der schulischen Ausbildung aufmerksam, es ändert leider nichts. Unser Bildungssystem wurde und wird immernoch kaputtgespart - zu Lasten der Kinder und der Allgemeinheit. Pisa-Studien hin oder her, man kann es an vielen Dingen im Alltag festmachen, daß Kinder, Jugendliche und auch junge Erwachsene eklatante Wissenslücken aufweisen und leider oft nicht fähig sind, einen Satz fehlerfrei zu schreiben. Das ist aber nur eines der kleineren Übel.

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Broko 07.08.2017, 08:58
7.

Wer heutzutage noch Lehrer wird, muss doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein: Ärger an allen Fronten, Gängelung ohne Ende, Häufung von nichtsnutzigen Aufgaben! Nein - ich kann niemandem mehr raten, noch Lehrer zu werden: Ich bewundere jeden, der in diesem lehrerfeindlichen Umfeld noch seinen Enthusiasmus bewahrt ...

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biesi61 07.08.2017, 09:06
8. Trotz aller Schwankungen der Geburtenrate

haben die Verwaltungen hinsichtlich der Schülerzahl eine Vorwarnzeit von minimum 6 Jahren. Mit jedem höheren Schuljahr entsprechend mehr. So dass diese Ausrede schon mal entfällt. Im übrigen waren unsere Schulen auch bei einem Überangebot an Lehramtsstudenten zu keinem Zeitpunkt überbesetzt. Das Problem ist also komplett verursacht von überforderten Verwaltungen und chronisch fehlendem Geld! Im übrigen bin ich der Meinung, dass Lehrer grundsätzlich nirgendwo verbeamtet werden sollten, so wie das in einigen fortschrittlichen Bundesländern ja auch seit Jahren schon nicht mehr getan wird.

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dickebank 07.08.2017, 09:10
9. Schulentwicklungsplanung

Die Schulentwicklungsplanung ist Sache der kommunalen Scjul(verwaltungs)ämter. Die ermitteln die zukünftigen Schülerzahlen anhand der Geburtenregister und den Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung (Zu- und Wegzüge) ihrer Zuständigkeitsbereiche.

Aufgrund der sinkenden Bevölkerungszahlen, die ja prognostiziert worden waren, haben sich Kommunen in erster Linie mit der möglichen Schließung von Schulen bzw. der Zusammenlegung von Schulstandorten beschäftigt. Die Regelungen zur Inklusion (freie Schulwahl) und die Anforderungen durch den den Zuzug von Migranten haben die Bedarfsplanungen über den ahufen geworfen. Ebenso die Rückkehr zu G9, wodurch die Schülerzahlen an den GY zwangsläufig steigen. Gleichzeitig hat die Politik den Erhalt von "Zwergschulen" versprochen aber die Haushaltsmittel für zusätzliche Planstellen für Lehrkräfte nicht genehmigt. Jetzt, wo kurzfristig diese Mittel bereitgestellt werden, fehlen geeignete Bewerber für diese Planstellen, zumal derzeit die ab 63-jährigen Lehrkräfte, die in den 70ern des letzten Jahrhunderts eingetellt worden sind, in den Ruhestand gehen.

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