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Lehrermangel in Thüringen: Warum auf vielen Schulzeugnissen Noten fehlen
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Zeugnisse ohne Zensuren: Bei Schülern in mehr als 600 Klassen in Thüringen fehlten auf dem Halbjahreszeugnis eine oder mehrere Fachnoten - weil es zu wenig Lehrer gibt. Auch andere Bundesländer haben dieses Problem.

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yvowald@freenet.de 05.04.2018, 17:27
1. Lehrerberuf ist einer der wichtigsten

Der Lehrerberuf findet seit jeher kaum Anerkennung. Dabei ist die schulische Grundbildung für jeden Menschen das Wichtigste fürs spätere Leben.
Also sollen Lehrerinnen und Lehrer starke Persönlichkeiten sein, die in der Lage sind, Wissen und Erziehung zu vermitteln.
Gerade weil dies so ist, sollte der Lehrerberuf attraktiv sein.
Was das Finanzielle angeht, ist dies aber leider nicht so.
Wer "richtig Geld verdienen" möchte, geht in die Wirtschaft oder in die Finanzwelt.
Deshalb ist es ganz wichtig, die Lehrerbesoldung auf den Prüfstand zu stellen.
Aber auch die Unterstützung der Lehrkräfte durch Schulpsycholginnen und -Psychologen ist mehr als wichtig, weil viele Eltern heute mit der Kindererziehung überfordert scheinen.
Schauen wir doch einfach auf andere OECD-Länder, um nicht immer wieder das Rad neu zu erfinden.

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qjhg 05.04.2018, 17:59
2. Es ist ein Skandal.

der zum Himmel stinkt. Trotz Wahlversprechen aller Parteien, wird an der Misere nichts verändert. Was wir brauchen: mehr Lehrpersonal mit besserer Bezahlung, bessere Schulen mit entsprechenden Ausstattungen. Und wenn das nicht zu bezahlen ist, dann muss man endlich die Steuern erhöhen! das Geheuchelt der Politiker über das Erreichen einer schwarzen Null hat diese Schulnöte in allen Bundesländern nur noch weiter verschärft.

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GumpyOM 05.04.2018, 18:08
3.

Auch wenn es keiner hören will: in Thüringen (und Berlin) werden Lehrer nicht verbeamtet. Das ist für die Bewerber nunmal unattraktiver sich dort zu bewerben. Weniger Lohn, weniger Sicherheit, dazu kaum große Städte, die für junge Leute interessant sind - warum sollten also junge Lehrer sich dort bewerben?

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genugistgenug 05.04.2018, 18:10
4. Geplante Mangelwirtschaft?!

Das Problem ist doch uralt. Sonst hätten die heutigen Entscheider gewusst, dass jedes geborene Kind nach 6/7 Jahren vor den Schultüren steht. Oder glauben die etwa, die Schüler werden am Einschulungstag vom Storch abgeworfen und großflächig verteilt?

Doch so können sich wieder einige Bürokrateten profilieren und große Notfallpläne basteln, inkl. Konferenzen, usw.
Sicher ist es "legal" dass Stunden komplett in ein anderes HAlbjahr verschoben werden, doch das bringt ka nichts, da kontinuierlich aufgebaut werden muss und man die Schüler nicht einfach mal mit einem Thema zuschüttet, sondern auch Brücken dazwischen schlägt.

Spassig/unprofessionell ist auch die gegenseitige Abwerbung der einzelnen Bundesländer.

PS wir kennen es noch,d ass nach einer schlechten Note/Benehmen die Lehrer prompt angerufen haben - war allerdings USA.

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g_bec 05.04.2018, 18:26
5. Hausgemacht.

Zitat von GumpyOM
Auch wenn es keiner hören will: in Thüringen (und Berlin) werden Lehrer nicht verbeamtet. Das ist für die Bewerber nunmal unattraktiver sich dort zu bewerben. Weniger Lohn, weniger Sicherheit, dazu kaum große Städte, die für junge Leute interessant sind - warum sollten also junge Lehrer sich dort bewerben?
Nicht ganz. In Thüringen wird seit zwei oder drei Jahren wieder verbeamtet. Sogar ältere aktive Lehrer können sich dort noch verbeamten lassen.
Es hilft jedoch nichts, wenn die Einstellungszusagen in Thüringen seit Jahren (auch schon vor der Einführung der Verbeamtung) erst kurz vor bzw. sogar erst IM laufenden Schuljahr gegeben werden. Bis dahin sind natürlich die Lehrerbewerber in Hessen oder Sachsen-Anhalt. Daran hat übrigens auch der erst kürzlich Minister in TH gewordene Herr Holter nichts geändert. Er sollte sich also auch ein stückweit an die eigene Nase fassen (bzw. an die seiner Amtsvorgänger).

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mghi 05.04.2018, 18:32
6. #3 Völlig richtig

Nichtverbeamtung ist auch in Sachsen die Regel. Da arbeitet man gerne in Halle und wohnt in Leipzig; kenne genügend Lehrer, die das berechtigter Weise so machen. Beamtenstatus ist ein Vorteil, übrigens für beide Seiten. Die Lehrer haben mehr Geld in der Tasche, planbaren Job etc. Der Dienstherr hat Sicherheit (kein Streik) und in Summe spart er auch noch Geld, z.B. über die Beihilfekonstruktion. Auch wenn viele es nicht glauben wollen: Beamte sind bei vergleichbaren Tätigkeiten für den Staat günstiger. Aber Neid und Unwissenheit haben schon zu seltsamen Ergebnissen geführt.

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crazy_swayze 05.04.2018, 18:47
7.

"Darüber liegen keine Daten vor" - damit schmuggelt sich die Bildungsministerien von Legislatur zu Legislatur.

Dann sage ich: Erhebt sie!
Ich will genau wissen, wie viele Stunden ausgefallen sind, wie viele Noten nicht vergeben werden konnten, wie viele Schulen keine Mittagskantine anbieten und ja, auch wie viele Toiletten defekt und unbenutzbar sind.
Und ich will wissen wie viel Geld es bräuchte um diese Mißstände zu beheben.

Aber das wäre ja zu einfach, damit wäre man ja messbar, das könnte Wählerstimmen kosten, wenn man messbar versagt...

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haslux 05.04.2018, 18:47
8.

An der Verbeamtung kann es in Thüringen eigentlich nicht liegen, da diese seit einigen Jahren gegeben ist. Wenn ich dagegen die Antwort von Sachsen vergleiche..aktuell noch keine Verbeamtung (und selbst wenn sie kommt, nur 20% der aktuellen Belegschaft profitiert davon) und dann natürlich auch keine Antwort über den aktuell katastrophalen Stand abgeben. Ich glaube ja immer noch, dass die Herrschaften in den zuständigen Ressorts immer noch auf den digitalen Wandel setzen und eben hoffen, dass dieser sich so schnell wie möglich in der Schule durchsetzen lässt. Denn mit Tablet, Videokursen, digitalen Büchern mit interaktiven Lerninhalten, "digitalen Lehrkräften" etc dürften sich viele Lehrerstellen sparen lassen. Fragt sich nur, ob das noch rechtzeitig in Deutschland ankommt.

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crazy_swayze 05.04.2018, 18:49
9.

Zitat von mghi
Nichtverbeamtung ist auch in Sachsen die Regel. Da arbeitet man gerne in Halle und wohnt in Leipzig; kenne genügend Lehrer, die das berechtigter Weise so machen. Beamtenstatus ist ein Vorteil, übrigens für beide Seiten. Die Lehrer haben mehr Geld in der Tasche, planbaren Job etc. Der Dienstherr hat Sicherheit (kein Streik) und in Summe spart er auch noch Geld, z.B. über die Beihilfekonstruktion. Auch wenn viele es nicht glauben wollen: Beamte sind bei vergleichbaren Tätigkeiten für den Staat günstiger. Aber Neid und Unwissenheit haben schon zu seltsamen Ergebnissen geführt.
Sie sind günstiger, so lange sie arbeiten.

Bei Rente versus Pension dreht sich der Kostenvorteil gewaltig.

Die Pension ist der größte Skandal in Deutschland. Der gehört abgeschafft oder zumindest ans Rentenniveau angeglichen.

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