Forum: Leben und Lernen
Leseschwäche deutscher Schüler: "Auch Lehrer und Eltern müssen gefördert werden"
DPA

Fast jeder fünfte Viertklässler kann nicht richtig lesen, zeigt die neue Iglu-Studie. Wo hakt es, und was kann Deutschland von anderen Ländern lernen? Ein Anruf bei der für die Studie zuständigen Wissenschaftlerin.

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GerhardFeder 06.12.2017, 10:15
1. Gescheiterte Bildungspolitik

Wir haben 17 "Bildungsminister/innen" in unserer deutschen Kleinstaaterei.
Entsprechend sind die Ergebnisse der 16+1 "Bildungspolitik". Seit der von Georg Picht vor über 50 Jahren ausgerufenen "Bildungskatastrophe"
- wurde an unzähligen "Reformen" gebastelt,
- wurden die Pädagogischen Hochschulen aufgelöst,
- durften die Universitäten sich an den Mitteln für die Lehrerbildung gesunden,
- wurde die 2.Phase der Lehrerausbildung permanent verändert und umstrukturiert,
- wurde die Lehrerforbildung mal professionalisiert, mal entprofessionalisiert -aber permanent umgestürzt,
- wurden an einer Stelle mit viel Elan betriebene Experimente zum allgemeinen Standard erklärt (natürlich ohne Mehrkosten!)
- wurden Institute für Schulqualität gegründet; Institute für Universitätsqualität wären wichtiger gewesen.

Kurz gesagt: Seit der von Georg Picht vor über 50 Jahren ausgerufenen "Bildungskatastrophe" wurde an -wie auch immer augedeckten- Symptomen kuriert und der Patient "Schule" siecht mehr denn je.

Als Lösung werden mehr Gelder in die nutzlose Medizin der Symptom-Kuriereri gesteckt - sinnlos!

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olliver_123 06.12.2017, 10:25
2. Lese- und Sprachförderung nur 2. Schritt

Wenn die Kinder nach der Schule nach Hause kommen, wo Familie und Bekanntenkreis wieder ganz weit weg sind von Göthe oder Schiller, dann ist auch das am Vormittag erlernte schnell weit weg, egal wie gut das beigebracht wurde. Man müsste schon viel mehr in die Aufklärung der zugehörigen Familie investieren, oder im Zweifelsfall das Kind länger davon los geeist bekommen (Ganztagespflicht, Wochenendnachhilfe, oder ähnliches). Erst dann kann man im 2. Schritt die Qualität der Schulen verbessern. Hier sind Jungenämter gefragt, Sozialarbeiter etc. Nur die Schule kann da nichts machen.

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Sixpack, Joe 06.12.2017, 10:37
3. Gerade wegen Goethe und Schiller....

Zitat von olliver_123
Wenn die Kinder nach der Schule nach Hause kommen, wo Familie und Bekanntenkreis wieder ganz weit weg sind von Göthe oder Schiller, dann ist auch das am Vormittag erlernte schnell weit weg, egal wie gut das beigebracht wurde. Man müsste schon viel mehr in die Aufklärung der zugehörigen Familie investieren, oder im Zweifelsfall das Kind länger davon los geeist bekommen (Ganztagespflicht, Wochenendnachhilfe, oder ähnliches). Erst dann kann man im 2. Schritt die Qualität der Schulen verbessern. Hier sind Jungenämter gefragt, Sozialarbeiter etc. Nur die Schule kann da nichts machen.
Vielleicht verlieren die Kinder heute den Lust an Lesen gerade wegen Goethe und Schiller! Warum nicht auch mal Marie Curie oder Isaac Newton?

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sweethobbits 06.12.2017, 10:40
4. Lehrer, Eltern ... vor allem das Lehrplan-System muss geändert werden!

Selbstverständlich ist das Elternhaus mitprägend und in dem Sinn auch "mitverantwortlich" für eine Leseschwäche. Hier geht es aber ausschließlich um eine Studie, die Viertklässler unter die Lupe genommen hat. Und in dem Fall lernen die Kinder bereits länger als drei Jahre in der Schule. Da liegt ein Großteil der Verantwortung in der Schule selbst. Eine Diskussion hinsichtlich der Schüler mit Migrationshintergrund will ich hier nicht führen. Wir hätten auch ohne die Tatsache, dass uns Kinder/Schüler aus dem Ausland aufsuchen, sicherlich (noch) die gleichen Probleme. Da die Lehrer selbst fast nur ausführendes Organ sind, liegt die Ursache für Leseschwächen bei immerhin 10-Jährigen woanders. Frau Wendt gibt zu, dass es an der mangelnden Aus- und Fortbildung der Lehrer liegen kann, aber viel schwerer wiegt doch eine flasche Prioritätensetzung hinsichtlich der Gewichtung der Lesebedeutung. Darüber würde die Leseschwäche entscheidend schneller und genauer entdeckt und somit effizienter gefördert werden können. Zum anderen herrscht immer noch die unsägliche Reichen-Methode, wodurch per sogenannte Anlauttabellen, den Kindern eine Schreibweise per Gehör erlaubt ist. Korrekturen nach einer korrekten Rechtschreibung finden in den ersten 2-3 Schuljahren kaum statt. Dass dies wissenschaftlich als falsche Lernmethode angesehen wird, ist gar nicht so streitig wie in einem anderen Artikel beschrieben. Ich denke man kann stattdessen ebenso beruhigt sagen: Das ist die eigentliche Katastrophe. Wer falsch scheibt und dies auch tun darf, muss die deutsche Sprache mindestens zweimal lernen. Das geht auch auf Kosten der Lesevermögens. Wie von vielen Eltern bestätigt kommen die Probleme spätestens ab der 5. Klasse, etwa auf dem Gymnsium. Das gilt es dringend zu ändern, heißt, abzuschaffen. Lieber weg mit den Anlauttabellen in den Grundschulfibeln. Es funktioniert nicht wie (vielleicht) gedacht.

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freigeistiger 06.12.2017, 10:56
5. Erziehung=Bildung der Eltern ist Erziehung=Bildung der Kinder

Alle reden nur noch von Ausbildung, keiner von Bildung. __ Dass neben der Lesekompetenz auch andere Kompetenzen hauptsächlich vom Elternhaus abhängen ist bekannt. Abhängig sind die Kompetenzen hauptsächlich von der Erziehung=Bildung der Eltern, und damit die Erziehung=Bildung der Kinder. In gebildeten Familien herrscht Wertschätzung, Freude an Wissen, Fertigkeiten und Lernen vor. Diesen Personen ist es peinlich, Fehler zu machen oder kritisiert zu werden. Und versuchen es durch Wissen, Dazulernen und gegenseitigem Helfen zu vermeiden. __ Bei bildungsschwachen Personen herrscht Selbstbestimmtheit, Rechte haben, Meinungsfreiheit, Gleichheit und Kante zeigen vor. Von Kompetenzen haben kein Wort. In den Medien wird diese Haltung seit Jahren befördert. Die Mitglieder dieser Gruppen und Familien ziehen sich gegenseitig herunter zur eigenen Lustgewinnung. Mit Schädigung anderer hat man Freude und Erfolge, die man mit Konstruktivem nicht hat. Kurz gesagt, sie behindern sich gegenseitig und stehen sich selber gegenseitig im Weg. Kritik wird reflexartig aggressiv abgewehrt. Es ist angelernt, und dient auch gegenüber dem Umfeld dem Eigenschutz vor Übergriffen. Dass ist sehr weit verbreitet in der gesamten Gesellschaft, und wird allgemein als Aggressivität, Gewaltbereitschaft und Rücksichtslosigkeit wahrgenommen. Und, es sind nicht immer die Anderen. Es sind alle Schichten, und Behörden. __ Ergo, Bildung muss bei den Eltern ansetzen. Gegen das Elternhaus kann keine Schule ankommen.

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Kradfahrer 06.12.2017, 11:19
6. Methodik und Didaktik ...

Als unser Jüngster in die Schule kam, habe ich ihm wie gewohnt am Abend eine Gute Nacht Geschichte vorgelesen. Beim Lesen sah er auf den Taxt und mein Finger glitt unter den gerade gelesenen Wörtern entlang. Kam ein Wort, dessen Buchstaben ihm alle bekannt waren, musste er es lesen.

Soweit erst einmal eine hundsordinäre Leseübung, die eigentlich jedes Elternhaus seinen Kindern gewähren sollte.

Doch es waren hier auch Metghodik und Didaktik gefragt, die leider in der Schule nicht bzw. erst im 3. Schuljahr zum Tragen kamen. Wenn ich sowas mache, muss ich dem Kind selbstverständlich die Ausspracheregeln beibringen. Woher soll es sonst wissen, dass man z.B. kommen mit einem kurzen O spricht? Ja, und im Nebeneffekt lernt das Kind dann auch ohne jede Mühe eine vernünftige Rechtschreibung.

Fazit: Schule und viele Elternhäuser müssen nur ihre Pflicht erfüllen. In vernünftiger und durchdachter Weise. Das kostet die Lehrer nicht eine Sekunde Zeit, die sollten so gut ausgebildet sein, dass sie das aus dem Ärmel schütteln können. Und die Eltern kostet das maximal 10 Minuten am Tag. Wer das seinem Kinde nicht geben kann oder gar nicht geben will, dem sollte ganz schlicht die Erziehungsberechtigung entzogen werden.

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maria3333 06.12.2017, 11:28
7. System ist verantwortlich, nicht die Lehrer

"Manche setzen zum Beispiel im Unterricht zusätzliche Lehrkräfte ein, die sich gezielt um leseschwache Schüler kümmern." Ja nee, is klar! Und woher sollen diese zusätzlichen Lehrkräfte kommen? Diese "Expertin" tut wieder so, als könnten Schulen beliebig viele Lehrer mit beliebig vielen Stunden einsetzen. Das ist doch völlig an der Realität vorbei. Solange von der Landesregierung kein Pool an Stunden für solche Fördermaßnahmen bereitgestellt wird (ergo: mehr Lehrer eingestellt werden!), kann und wird da auch nichts in die Richtung passieren. Und das ist dann nicht die Schuld der Lehrer oder der Schulen, sondern der Landesregierungen. Keine individuelle Förderung ohne Investitionen!

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Teddi 06.12.2017, 11:42
8. Es braucht eine Totalüberholung

Die Anlauftabellen, wie die Auslaufschrift funktionieren gar nicht. Das ganze System muss überholt werden. Zuerst einmal wird den Kindern keine Selbstbeherrschung und Disziplin mehr beigebracht. Vor lauter neuzeitlichem Denken dürfen Kinder von Anfang an rumhampeln und spielen während des Unterrichts, dass Stifte aus Versehen quer durch die Klassen fliegen. Die Kinder stören einander und Einer schaut dem Anderen schlechtes Benehmen ab. Es braucht nicht mehr Lehrer, es braucht mehr Disziplin in der Schulklasse. Lehrer übrigens werden zu schlecht bezahlt. Sie werden in Fächern und Erziehung geschult, aber viele von ihnen können sich bei schlecht erzogenen Kindern nicht durchsetzen. Es fehlt auch an der Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern, die periodenhafte Elternkonferenz ist dazu ein jämmerlicher Versuch. Zu empfehlen wären nach meiner Meinung Dreivierteltagsschulen, in welchen die Kinder nachmittags unter Aufsicht ihre Hausaufgaben machen können. Ein Großteil der Eltern ist nicht imstande Fragen desbezüglich zu beantworten. Außerdem werden die Kinder in den ersten zwei Jahren zu sehr getrieben, schon von klein an müssen sie sich der Hektik der heutigen Erwachsenenwelt anpassen. Man sollte viel mehr Zeit mit Lesen und Schreiben lernen verbringen. Das sind doch erst einmal die Grundlagen die jedes Kind braucht, um den Rest zu verstehen. Es ist heute tatsächlich so, dass Lehrer das Kind mit Handschriftproblemen anweist, nur noch in Druckschrift zu schreiben, und zwar, dass der Lehrer es leichter lesen kann, und nicht, dass das Kind daraus einen Vorteil zieht. Es ist wirklich zum Mäusemelken, was da an Raubbau betrieben wird. Alle möglichen Sachen werden dem Kind geboten, sogar Fremdsprachen gleich in den untersten Klassen, nur weil man weiß, dass das junge Gehirn so schön schnell aufnehmen kann. Diese Fähigkeit wird aber durch so ein Überangebot leider teilweise in Verwirrtheit umgeleitet. In den etwas höheren Klassen fehlt eine Stunde in der Woche, wo ausschließlich Vokabeln gepaukt werden, denn die meisten Schüler pauken diese zuhause nicht. Aber das Lese- Schreibproblem ist wohl das größte, das in den ersten Klassen mehr Stunden braucht. Viele Schüler sind auch unter dem Eindruck, dass schnelles Lesen gutes Lesen sei, auch wenn sie falsch betonen und an den falschen Stellen pausieren. Es braucht Lehrer, die auf so etwas besser achten. Das geschieht nämlich nicht, aus meiner Erfahrung. Und diese sogenannten integrierten Klassen funktionieren auch nicht, denn wenn es viele „schwierige“ Schüler gibt, dann halten sie die „schnelleren“ auf. Klassen sollten schon ein Niveau haben, in dem sich ein Schüler bestätigt und wohl fühlen kann und wo er sich nicht als einer der Blöden oder Superschlauen fühlen muss. Mobbing ist auch so ein leidiges Thema. Wieso können viele Schulen das nicht in den Griff kriegen? Und dies wären jetzt nur die ersten kleinen Schritte von vielen, die es braucht, um die deutschen Schulen wieder auf Vordermann zu bekommen.

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Kradfahrer 06.12.2017, 11:44
9. Lach!

Zitat von Kradfahrer
Als unser Jüngster in die Schule kam, habe ich ihm wie gewohnt am Abend eine Gute Nacht Geschichte vorgelesen. Beim Lesen sah er auf den Text und mein Finger glitt unter den gerade gelesenen Wörtern entlang. Kam ein Wort, dessen Buchstaben ihm alle bekannt waren, musste er es lesen. Soweit erst einmal eine hundsordinäre Leseübung, die eigentlich jedes Elternhaus seinen Kindern gewähren sollte. Doch es waren hier auch Methodik und Didaktik gefragt, die leider in der Schule nicht bzw. erst im 3. Schuljahr zum Tragen kamen. Wenn ich sowas mache, muss ich dem Kind selbstverständlich die Ausspracheregeln beibringen. Woher soll es sonst wissen, dass man z.B. kommen mit einem kurzen O spricht? Ja, und im Nebeneffekt lernt das Kind dann auch ohne jede Mühe eine vernünftige Rechtschreibung. Fazit: Schule und viele Elternhäuser müssen nur ihre Pflicht erfüllen. In vernünftiger und durchdachter Weise. Das kostet die Lehrer nicht eine Sekunde Zeit, die sollten so gut ausgebildet sein, dass sie das aus dem Ärmel schütteln können. Und die Eltern kostet das maximal 10 Minuten am Tag. Wer das seinem Kinde nicht geben kann oder gar nicht geben will, dem sollte ganz schlicht die Erziehungsberechtigung entzogen werden.
Ich bitte meine Tipfehler zu entschuldigen! Vorstehend sind sie korrigiert.

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