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Medizinstudenten behandeln Obdachlose: Verarzten, wen die Kollegen wegschicken
Matthias Jung

Diese Patienten sitzen selten in normalen Arztpraxen: Obdachlose, Drogenabhängige und Unversicherte können sich in der Hagener Armen-Ambulanz "Luthers Waschsalon" behandeln lassen - von Medizinstudenten. Die angehenden Ärzte lernen dort deutlich mehr als Verbinden und Zähen füllen.

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Ursprung 30.05.2012, 10:35
1. Nicht hinreichender Bericht?

Zitat von sysop
Diese Patienten sitzen selten in normalen Arztpraxen: Obdachlose, Drogenabhängige und Unversicherte können sich in der Hagener Armen-Ambulanz "Luthers Waschsalon" behandeln lassen - von Medizinstudenten. Die angehenden Ärzte lernen dort deutlich mehr als Verbinden und Zähen füllen.
Wenn die angegebenen Zahlen ueber Unversicherte stimmen, duerfte es Millionen an Kunden fuer solche Behandlungseinrichtungen geben.
Dafuer sind 2 Tage offene Tuer fuer kostenlose Zahnbehandlungen in dem schoenen Orte Hagen etwas duenne. Die Schlangen waeren (oder werden nun?) kilometerlang.
Irgendwas scheint in dem Bericht also nicht hinzureichen.

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dick_&_durstig 30.05.2012, 12:37
2. Kopf unterm Arm

Zitat von Ursprung
Wenn die angegebenen Zahlen ueber Unversicherte stimmen, duerfte es Millionen an Kunden fuer solche Behandlungseinrichtungen geben. Dafuer sind 2 Tage offene Tuer fuer kostenlose Zahnbehandlungen in dem schoenen Orte Hagen etwas duenne. Die Schlangen waeren (oder werden nun?) kilometerlang. Irgendwas scheint in dem Bericht also nicht hinzureichen.
Wenn alle Kranken, wie diese hier, erst mit dem Kopf unterm Arm einen Arzt aufsuchen würden, wäre unser Gesundheitssystem saniert. S. fehlender Andrang.

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ernesto c 30.05.2012, 12:39
3. Hut ab !

Zitat von sysop
Diese Patienten sitzen selten in normalen Arztpraxen: Obdachlose, Drogenabhängige und Unversicherte können sich in der Hagener Armen-Ambulanz "Luthers Waschsalon" behandeln lassen - von Medizinstudenten.
Hut ab vor Luthers Waschsalon und den Hagener Medizinstudenten ! Das Beispiel ist so gut, dass es Schule machen muesste.

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Schlangenzung 30.05.2012, 13:09
4. Das Beispiel macht Schule...

Zitat von ernesto c
Hut ab vor Luthers Waschsalon und den Hagener Medizinstudenten ! Das Beispiel ist so gut, dass es Schule machen muesste.
aus Erzählungen eines jungen Arztes weiß ich, dass auch anderswo in Deutschland junge Ärzte ehrenamtlich Dienst in Ambulanzen für Unversicherte tun. Man hängt das meist nicht an die große Glocke, weil man vermeiden will, dass die Vertreter der "Ausländer raus"-Fraktionen eines Stadtparlaments auf die Idee kommen, in solchen Ambulanzen die Aufenthaltspapiere ausländischer Patienten überprüfen zu lassen.

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Anna Konda 30.05.2012, 13:20
5. weiß nicht so recht

was ich davon halten soll.... Das sind doch keine Übungspuppen! Das sind Menschen mit ernsthafen Gesundheitsproblemen - denen steht ein Arzt zu, kein Student mit sozialer Ader.... Was mich beruhigt, ist dass immerhin noch ein fertiger Arzt mit draufguckt.
Bei den Zahnärzten - hey, super. Ist bei uns in der Zahnklinik auch so, dass man sich im Studentenkurs behandeln lassen kann. Dauert ewig (auch mal Monate für ne Krone), aber dafür immerhin nur für die Materialkosten.
Das ein Vollgebiss nun wiederum völlig kostenfrei sein soll, da muss ich gestehen, kommt dann doch mein Sozialneid durch...

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Nick_Cooper 30.05.2012, 13:41
6. Eine Schande

Wie kann es sein, dass in einem so entwickelten Land, wie dem Unsrigen, es Menschen gibt, die sich von Amateuren behandeln lassen müssen. Ein kollektiv begangene Körperverletzung.

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LeToubib 30.05.2012, 15:17
7.

Zitat von Nick_Cooper
Wie kann es sein, dass in einem so entwickelten Land, wie dem Unsrigen, es Menschen gibt, die sich von Amateuren behandeln lassen müssen. Ein kollektiv begangene Körperverletzung.
Ach, gehoeren Sie etwa zu den Leuten, die Zuendkerzen- und Oelwechsel grundsaetzlich nur vom Meister machen lassen? Soso, so einer sind Sie!
Falls Sie schon einmal als Patient in einem akademischen Lehrkrankenhaus waren, wurden Sie uebrigens auch von manch einem "Amateur" behandelt, oder kennen Sie das Wort "Praktisches Jahr" nicht?
BTW: Meine Plomben stammen saemtlich von einem Zahni-"Amateur". Sie sind jetzt im 25. Jahr und noch tadellos ...

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LeToubib 30.05.2012, 15:50
8.

Ach, uebrigens: Nach der Berufsordnung fuer Aerzte ist eine kostenlose Behandlung berufs- und damit auch wettbewerbswidrig (LG Berlin, Az: 103 O 80/10) ...

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ego_me_absolvo 30.05.2012, 17:08
9. Danke

Danke für das Engegement, den in unserer "sozialen" Welt zu kurz gekommenen zu helfen. Das Problem liegt aber an der fehlenden Krankenversicherung, die ohne Wenn und Aber im Bedarfsfall eintritt. Dass soetwas geht, das zeigt uns das Ausland. Aber mit christlichen, sozialen oder sich demokratisch nennenden Parteien ist das ja bekanntlich nicht zu machen. Lieber eine Mastkur mit Champagner und Kaviar für die Reichen....

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