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Mobbing am Arbeitsplatz: "Meine Kollegen grenzen mich aus"
Getty Images/EyeEm

Sara Costa hat neu in einer Kita angefangen. Ihre Kolleginnen sind wesentlich jünger, weichen ihr aus und lästern über sie. Ihre Vorgesetzten nehmen die Erzieherin nicht in Schutz. Was kann sie tun?

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own_brain_user 16.11.2017, 08:07
1. Das fehlt:

Schreiben Sie ein Mobbing-Tagebuch. Wenn es darauf ankommt, können Sie sich im Zweifel vor lauter Betroffenheit nicht an alle Details erinnern; außerdem dokumentieren Sie so, dass es sich um einen Dauerzustand und nicht um Episoden handelt. Zudem erkennen Sie vielleicht nach einiger Zeit in Ihren Aufzeichnungen Muster und können die Hauptquelle identifizieren. Ihr Anwalt, so Sie sich einmal an einen wenden, wird Ihnen dankbar sein. Vielleicht können Sie auch trotz allem Zeugenaussagen sichern. Viel Glück und alles Gute!

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JerryKraut 16.11.2017, 08:08
2. Erzieherinnen

werden gesucht! Arbeitgeber wechseln, wenn er nicht zu ihr steht.

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Überfünfzig 16.11.2017, 08:13
3. Mobbing ist oft eine.....

.....Melange von böswilligen Kollegen und führungsschwachen Leitungspersonal, die einfach keinen Ar.... in der Hose haben, mal konsequent durchgreifen zu können. Meine Frau arbeitet in der Pflege und unter den Vorgesetzten befinden sich in der Tat kaum Generalisten, sondern nur graue Sachverwalter die schon Angst vor ihrer eigenen Stimme haben und schon gar nicht Mitarbeiter einfangen können, die ihre Arbeit immer wieder fehlerhaft ausführen. Gesellschaftliche Ursache: Merken sie schon wenn ihnen so einer die Hand gibt und ein Erziehungs- und Ausbildungssystem, wo schon mittelmäßige Leistungen frenetisch abgefeiert und die Rücksichtslosen belohnt werden.

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blume_b 16.11.2017, 08:36
4.

M.E. verliert den Kampf die Fragestellerin auf allen Ebenen. Da hilft nur ganz schnell weg da. Wenn ein Team sich gegenüber einer neuen Kollegin zusammen so verhält, dann will dieses Team die neue Kollegin nicht. Da kann sie alle Möglichkeiten von Herrn Müller ausprobieren, das wird nichts bringen, zumal die Leitung auch nicht hinter ihr steht, um die Situation zu lösen.

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columbo1 16.11.2017, 08:46
5. Dokumentieren, dokumentieren, dokumentieren...

Ich schließe mich dem ersten Kommentator an - eine möglichst genaue Dokumentation ist wichtig.

Die Ratschläge, die der Artikel erteilt, sind m.E. völlig unrealistisch. Niemand hört mit dem Mobbing auf, weil er überzeugt wurde, dass er sich falsch verhalten hat. Eigentlich kann man nur hoffen, dass sich die äußeren Umstände ändern - die jungen Kolleginnen kriegen vielleicht Nachwuchs, heiraten, ziehen um; oder man sucht sich eine neue Arbeit.

Am Ende kann diese Ausgrenzung zu langen Krankheitszeiten führen, was die Situation tendenziell noch verschlimmert, aber der Betroffenen wenigstens etwas Entlastung bringt.

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issernichsüss 16.11.2017, 08:51
6. Meine volle Zustimmung!

Zitat von own_brain_user
Schreiben Sie ein Mobbing-Tagebuch. Wenn es darauf ankommt, können Sie sich im Zweifel vor lauter Betroffenheit nicht an alle Details erinnern; außerdem dokumentieren Sie so, dass es sich um einen Dauerzustand und nicht um Episoden handelt. Zudem erkennen Sie vielleicht nach einiger Zeit in Ihren Aufzeichnungen Muster und können die Hauptquelle identifizieren. Ihr Anwalt, so Sie sich einmal an einen wenden, wird Ihnen dankbar sein. Vielleicht können Sie auch trotz allem Zeugenaussagen sichern. Viel Glück und alles Gute!
Das Führen eines Mobbing-Tagebuchs ist eine der wichtigsten Maßnahmen, welches ein Mobbing-Opfer (soweit es sich als solches bezeichnen möchte) durchführen kann.

Durch ein Mobbing-Tagebuch kann die durch Mobbing betroffene Person den Tätern (ja, so dürfen mobbende Personen bezeichnet werden), den Führungskräften, soweit sie ihre Fürsorge- und Sorgfaltspflichten verletzen, aber auch im Eskalationsfall den Gerichten, den Beweis erbringen, dass tatsächlich ein solcher Tatverlauf gegeben war.

Das Führen eines Mobbing-Tagebuch kann den entsprechenden Betroffenen aber auch dahingehend sehr hilfreich sein, da sie durch das Niederschreiben der Beobachtungen und der Benennung von Tätern und Zeugen, eigene Aggressionen abbauen, aber zumindest sich in die Lage versetzen, mit den Geschehnissen besser umgehen zu können.

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grumpy53 16.11.2017, 08:57
7. Führungsschwäche

Das ist ein Manko, das sich durch alle Branchen zieht. Jemand der stetig auf der Leiter nach oben steigt, entweder, weil der von anderen "weggelobt" wird, oder vielleicht auch ehrenwerte Qualifikationen hat, die das Unternehmen braucht, ist damit nicht automatisch Führungskraft. Und das wird man auch nicht per Zufall. Dazu gehören auch Konfliktfähigkeit und Selbstreflektion. Alle wild agieren lassen und um des lieben Friedens willen alles unter den Teppich kehren, löst kein Problem. Und der einen und dem anderen Kollegen muss man auch mal die Grenzen zeigen. Manche verhalten sich wie frisch in der Pubertät, keinen Respekt, keine Fairness, nur die eigenen Interessen im Auge und jede Grenze immer wieder ausloten. Das nervt. Frage mich, wie gut die Kinder in dieser Einrichtung erzogen werden, wenn Respekt und Solidarität fehlen. Man sollte nicht glauben, was Kinder so mitbekommen. Ja, ich würde auch denken, bevor man an die Wand fährt, lieber wechseln. Aber das ist manchmal leichter gesagt als getan. Man muss dann ohne Schuld längere Fahrzeiten oder andere Schichtpläne akzeptieren, so ein Wechsel nach kürzerer Zeit wird ja auch aus den Unterlagen sichtbar und wirft beim potentiellen nächsten Arbeitgeber Fragen auf. Und womöglich wird hinterher telefoniert, warum man so schnell wechseln will. Was in dem Telefonat dann gesagt wird, von der bisherigen schlechten Führung, wird man nie erfahren. Aber das könnte ein Grund für einen nicht klappenden Wechsel werden...

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observerlbg 16.11.2017, 09:12
8. Wir kennen nur die eine Seite des Geschehens...

Ist die Wahrnehmung der Protagonistin denn Fakt? Wir alle unterliegen der selektiven Wahrnehmung, mal mehr, mal weniger. Und vielleicht ist da was vorgefallen, was hier nicht geschildert wurde. Grundsätzlich ist Mobbing eine feige Art, ein persönliches Gefecht auszuführen. Und ja, eigentlich ist die Führungskraft dafür verantwortlich, das aufzuklären. Und ja, auf den Führungspositionen sind zu oft ungeeignete Persönlichkeiten. Immerhin hat die Protagonistin hier von dem Missstand berichtet. Meist ist Resignation und Krankmeldung die Konsequenz aus Mobbing und Ausgrenzung.

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virtuteetanimo 16.11.2017, 09:13
9. Neue Stelle

Meiner persönlichen Erfahrung nach hilft nur ein Wechsel des Arbeitgebers. Ein Einschalten der Vorgesetzten bringt meiner Ansicht nach überhaupt nichts, im Regelfall wissen die aufgrund vorheriger Vorkommnisse sehr genau, was in Sachen Mobbing in ihren Teams vor sich geht und scheuen die Auseinandersetzung mit der Mehrheit ihres Teams oder sind von besagter Mehrheit mit verleumderischen Fehlinformationen schon derart präpariert worden, dass man am Ende selbst in der Rechtfertigungsspirale landet. Mein persönlicher Moment des Erwachens war der, als durch das Fehlverhalten einer Kollegin beinahe ein Mensch zu Tode gekommen wäre und mir dieses Fehlverhalten umstandslos in die Schuhe geschoben wurde. Mir wurden Aufgaben entzogen, ohne auch nur ein einziges mal das Gespräch mit mir gesucht zu haben. Ich war das erste mal im Leben tatsächlich am Ende meiner seelischen Kraft. Die Hoffnung darauf, das das Mobbing über die Zeitachse nachlassen könnte bzw. die Zweifel bzgl. einer eigenen Überempfindlichkeit wurden nachhaltig ausgeräumt, endlich die Reissleine gezogen und gekündigt. Die Erfahrung der Wertschätzung meiner Persönlichkeit und Arbeitsweise von Seiten meiner neuen Kollegen und Vorgesetzten war heilsamer als alles andere. Ich kann die geschilderten Erlebnisse nunmehr als wertvolle Erfahrung verbuchen statt als zerstörerisches Trauma.

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