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Nach Mobbingvorwürfen: Max-Planck-Direktorin muss Posten räumen
Max-Planck-Instituts

Junge Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften haben der Direktorin Tania Singer schweres Mobbing vorgeworfen. Nun muss die renommierte Wissenschaftlerin gehen.

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hedgehog66 05.12.2018, 11:18
1. Suspekt

Eine Professorin, die (lt. Wikipedia) auf dem Gebiet 'menschliches Sozialverhalten sowie soziale und moralische Emotionen (z. B. Empathie, Mitgefühl, Neid, Rache, und Fairness) forscht, wird wegen jahrelangen systematischen Mobbings entlassen.

Offensichtlich hat die Dame wenig Ahnung von ihrem Fachgebiet und/oder kann sich schlichtweg nicht selbst reflektieren!?
Andererseits ... in der heutigen Zeit erscheint es sogar oftmals so, dass eine gewisse Empathie-Losigkeit eine notwendige Voraussetzung zu sein scheint, um gewisse Positionen erst bekleiden zu können.

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hansulrich47 05.12.2018, 11:22
2. Professoren sind Halbgötter

Gegenüber Diplomanden oder Doktoranden sind sie in einer sagenhaften Position der Allmacht. Denn ob die Daten gut oder schlecht sind, ob eine Arbeit beendet werden darf oder nicht, entscheidet ausschliesslich der Professor/die Professorin. Das ist für die Betroffenen kein Zuckerschlecken. War leider schon immer so. Und keiner weiss so genau, wie das zu ändern wäre. Deshalb ist es schon ein Lichtblick, wenn so ein Allmächtiger seine Position mal räumen muss!

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Lykanthrop_ 05.12.2018, 12:25
3.

Diesen Missbrauch von Macht gibt es überall da, wo Menschen über andere Menschen bestimmen, besonders auch in der freien Wirtschaft. Dass dies nun gerade eine Sozialwissenschaftlerin betrifft wirkt skurril, wir denken zu viel in Klischees.
Da helfen nur, demokratische Kontrolle, eine Kultur des Hinschauens und im Zweifel der Schutz des Gesetzes. Gerade über die demokratische Komponente sollte wir verstärkt nachdenken.
Mehr Demokratie wagen, auch abseits der Politik.

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Newspeak 05.12.2018, 12:35
4. ...

Ich finde es erst einmal gut, dass etwas in Form einer Sanktion wirklich passiert ist. Obwohl ich nie selbst an einem Max=Planck-Institut gearbeitet habe, habe ich schon bei einem Besuch erlebt, wie ein Direktor jemanden auf dem Gang angebruellt hat. Es gibt da leider charakterlich sehr verkommene Menschen, weil die Fuehrungsqualitaeten eines Professors fuer die Stellenbesetzung nie wirklich eine Rolle spielen, und weil sie auch nie waehrend der Ausbildung trainiert werden, also so, dass man bewusst Rueckmeldungen erhaelt. Leider wird alles moegliche Sinnlose evaluiert, und staendig, aber die wirklich wichtigen Dinge nie.

Davon abgesehen muss man aber auch eine Trennlinie ziehen. Natuerlich muss ein Professor das letzte Wort ueber eine Veroeffentlichung haben, und auch darueber, ob die Daten fuer eine Promotion schon reichen, oder an sich den Mindeststandard erfuellen. Das ist essentiell. Ein Doktorand und selbst ein Postdoc kann das doch oft genug gar nicht beurteilen. Man vermischt heute leider alles, die fachliche Kompetenz mit der Fuehrungsqualitaet und tausend anderen Dingen. Man kann den Professoren diese Macht auch lassen, wenn man dafuer die Macht im Bereich der Arbeitsvertraege einschraenkt. Ob jemand angestellt bleibt, oder nicht, sollte ein ganzer Fachbereich entscheiden, die Stelle sollte unabhaengig vom Projekt sein, auch in der Finanzierung. Das wuerde auch den Druck fuer den Professor herausnehmen, wenn er jemanden halten will, aber sein Projekt nicht genehmigt bekommen hat. Es ist, denke ich, in manchen Faellen vor allem der Druck, unter dem der Professor selbst steht, der solche Ausfaelle erklaert, wenn auch nicht entschuldigt.

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querollo 05.12.2018, 12:36
5. Was ist denn hier los?

Werter hedgehog 66, offensichtlich ist doch nur eins: Dass Sie ebensowenig über die Hintergründe wissen, wie wir (und beklagenswerter Weise auch der Autor dieser Artikels, der es leider versäumt hat, die Hintergründe näher zu beleuchten). Wir wissen nich, ob die Professorin tatsächlich unangemessen gehandelt hat. Wir haben nicht einmal einen Anhalt dafür, was sie getan haben soll.
Ich bin selbst Dozent und kann beurteilen, dass die Studenten der aktuellen Generation eine grundsätzlich andere Haltung zu Leistung haben und auch andere Erwartungen an Lehrende als das noch der Fall war, als die heute Lehrenden selbst Studierende waren. Wer sich als Lehrender heute so verhält, wie er es aus seinem eigenen Studium kennt - und als angemessen empfindet - mag sich bei den heutigen Studierenden schon an der Grenze zum Unerträglichen bewegen. Es ist auch durchaus möglich, dass gerade die Studierenden, die sich hier beschwert haben, ganz besonders empfindlich sind. Wir wissen es nicht. Und darum sollten wir nicht vorschnell den Stab über jemanden brechen mit dem, was wir als "offensichtlich" empfinden, das aber tatsächlich nicht mehr ist, als eine vage Vermutung. Auch da differenzieren zu können ist übrigens Teil wissenschaftlichen Arbeitens.

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GünterLichtner 05.12.2018, 12:37
6. Die Wissenschaft hat "festgestellt", ...

...daß Frauen über mehr Empathie verfügen als Männer. Auch wenn man Einzelfälle nicht verallgmeinern soll, so möchte ich den obigen Bericht doch zum Anlaß nehmen, diese "wissenschaftliche Feststellung" in Zweifel zu ziehen. Zumal ich aus meinem Umfeld immer wieder zu hören bekomme, daß Frauen, sobald sie Macht ausüben dürfen, noch sehr viel unangenehmer sein können als Männer. Warum sollten die Geschlechter auch gerade im Führungsstil unterschiedlich sein, wenn ansonsten ständig ihre Gleichheit betont wird?

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helmut.alt 05.12.2018, 12:41
7. In der Forschung hat es die Demokratie schwer,

denn den Diplomanden und Doktoranden fehlt es naturgemäß an Erfahrung, Überblick und Vorgehensweise. Da ist ein guter Alpha-Wolf bzw. -Wölfin ausschlaggebend für den Erfolg in der Forschung. In einem solch elitären Zirkel kann es dann durchaus zu einem "Machtmissbrauch" kommen, so wie geschildert. Die Guten berührt es nicht, oder sie stecken es weg, die weniger Guten leiden darunter und verkraften eine solche Atmosphäre nicht.

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freigeistiger 05.12.2018, 12:42
8. Bei Stellenbesetzungen mehr auf die Persönlichkeit achten

Bei der Besetzung von Stellen kommt es offensichtlich nicht auf Schuldiplome und das Geschlecht an, sondern auf die Persönlichkeit des Menschen.

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cherrypicker 05.12.2018, 13:00
9. Unter den Talaren ...

Das deutsche Hochschulwesen begünstigt nun mal autokratische Strukturen, daran hat sich seit Zeiten Max Webers' nichts geändert, der darüber schon 1904 ätzte. Auch die Bildungsreform in den 1970ern hat die alten Zöpfe nur geglättet, aber nicht abgeschnitten. Zwar tragen die Dignitäre der Unis heute kaum noch Talare (unter denen die 68er bekanntlich den Muff tausender Jahre ausmachten), aber ihr Allmachtsanspruch ist unangefochten. Es wäre leicht möglich, dass System einer stärkeren demokratischen Kontrolle zu unterwerfen. Das müssten aber ausgerechnet diejenigen unterstützen, die selber durch die entwürdigende Karrieremühle mussten und jetzt endlich an den Fleischtrögen bzw. auf den Lehrstühlen sitzen. Sie werden ihre Macht niemals freiwillig teilen. Bologna hat leider den universitären Mittelbau total geschleift und damit jedwedem zarten Pflänzchen eines Machtausgleichs zwischen Ordiniarien und Fußvolk den Garaus gemacht. Wer als deutscher Wissenschaftler etwas kann, geht meist ins Ausland und überlasst das berufsmäßige Speichellecken denjenigen, die an dieser Art der Selbstherabwürdigung Spaß zu haben scheinen.

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