Forum: Leben und Lernen
Nachwuchstalente im Fußball: Lieber Bachelor als Bundesliga
UVA Athletic Media Relations

Er wollte Bundesligaprofi werden, dann riss sein Meniskus. Zum Glück, sagt Robin Afamefuna heute. Denn er nutzte erfolgreich seine zweite Chance an einer US-Elite-Uni.

blurps11 12.08.2017, 21:58
1.

Naja, ist im Artikel schon etwas vereinfacht dargestellt. Leistungssport ist in den USA einfach komplett anders organisiert als in Deutschland.

Die Teams in den Profiligen MLS, NFL usw. sind "nur" Franchise-Nehmer der jeweiligen Liga und machen sonst nichts. Die gesamte Nachwuchsarbeit wird an den high schools und Unis gemacht, deswegen gibt es ja auch die drafts und andere für Mitteleuropäer eher rätselhafte Rituale.

Völlig wertungsfrei: So ein Franchise-Nehmer ist mit einem deutschen Verein in den Bundesligen überhaupt nicht vergleichbar. Hier wird die Ausbildung auch von den Vereinen geleistet, inzwischen schreibt der DFB für alle Erst- und Zweitligisten ( Drittligisten evtl. auch, weiß ich aus dem Stehgreif nicht ) entsprechende Akademien vor. Gerade auf den "Plan B" wird heute viel Wert gelegt, denn dass es nur ein kleiner Prozentsatz der Talente in den Profibereich schafft, weiß man natürlich auch. Die Internate kooperieren fast alle eng mit einer weiterführenden Schule, in Berlin sind das beispielsweise die Pölchau-Oberschule für Hertha und die Flatow-Oberschule für Union.

Dort gibt man sich allergrößte Mühe, selbst den schon in den Spielbetrieb der ersten Mannschaften eingetakteten Spielern das Abitur zu ermöglichen. Wer da tiefergehendes Interesse hat, kann sich ja mal den Werdegang von Lennart Hartmann ansehen - Fritz-Walter-Medaille, Star einer TV-Doku über Fussballinternate, Bundesligadebüt mit 17, inzwischen Jurist ( und Futsal-Nationalspieler ).

Die auch den aussortierten Talenten gebotenen Chancen müssen diese natürlich nutzen - In der Beziehung ist es an manchen Unis in den USA vielleicht etwas einfacher, die Bevorzugung nicht ganz so heller Sportasse wird in Filmen und TV-Serien ja gerne mal auf die Schippe genommen.

Afamefuna als 97er Jahrgang müsste eigentlich auch unter dieses neue Regime des DFB gefallen sein. Insofern wundert es mich schon etwas, dass es da keinen "Plan B" gegeben haben soll. Evtl. wird das ja in Gladbach irgendwie anders gehandhabt, keine Ahnung.

Aber Ende gut, alles gut - Laut Artikel hat er in Virginia sein Glück gefunden und das freut mich für ihn.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
libertarian2012 13.08.2017, 23:23
2.

Kann man ihm nur gratulieren. Mein Rat: das ganze durchziehen, zweites und drittes Standbein neben dem Sport schaffen, für dauerhafte Aifenthaltsgenehmigung und später Staatsbürgerschaft sorgen und dann hier in den USA eine Zukunft aufbauen. Das ist wertvoller als irgendeinen Karriere in der zweiten Bundesliga oder darunter.
Und auch das mit der MLS würde ich nicht zu ernst nehmen. Dafür interessieren sich eigentlich nur Ausländer. Jemanden mit einer solchen Arbeitshaltung steht hier die Welt offen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
postmaterialist2011 13.08.2017, 13:27
3. An Naivität kaum zu überbieten !

Zitat von libertarian2012
Kann man ihm nur gratulieren. Mein Rat: das ganze durchziehen, zweites und drittes Standbein neben dem Sport schaffen, für dauerhafte Aifenthaltsgenehmigung und später Staatsbürgerschaft sorgen und dann hier in den USA eine Zukunft aufbauen. Das ist wertvoller als irgendeinen Karriere in der zweiten Bundesliga oder darunter. Und auch das mit der MLS würde ich nicht zu ernst nehmen. Dafür interessieren sich eigentlich nur Ausländer. Jemanden mit einer solchen Arbeitshaltung steht hier die Welt offen.
Wie man Menschen mit seiner Hautfarbe in solch tollen Orten wie "Charlotteville" aber auch in vielen anderen Staaten in den USA behandelt, hat man gestern schön gesehen. 1 Toter und 19 zum Teil Schwerstverletzte durch "White Supremacists". Wenn er wirklich clever ist kommt er zurück nach Europa, findet hier einen guten Job und spielt nebenher noch Fussball. Die hasserfüllten USA, die einen Psycho wie Trump gewählt haben, sind definitiv nicht das Traumziel intelligenter, mehrsprachiger Europäer. Aber ihr Nick sagt ja schon einiges aus, noch viel Spass beim Ayn Rand lesen und mit Peter Thiel wünsche ich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
crazy_swayze 13.08.2017, 14:11
4.

Nur weil Sportler die neuen Uni-Maskottchen sind und Marketing-tauglich, bekommen sie Stipendien, während wahrscheinlich intelligentere Zeitgenossen, die aber unsportlich sind, an der Universität mit massiven Kosten konfrontiert werden?

Da funktioniert das Bildungs-System nicht. Muss man einfach mal so sagen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
McMuffin 14.08.2017, 14:41
5.

Zitat von postmaterialist2011
Wie man Menschen mit seiner Hautfarbe in solch tollen Orten wie "Charlotteville" aber auch in vielen anderen Staaten in den USA behandelt, hat man gestern schön gesehen. 1 Toter und 19 zum Teil Schwerstverletzte durch "White Supremacists". Wenn er wirklich clever ist kommt er zurück nach Europa, findet hier einen guten Job und spielt nebenher noch Fussball. Die hasserfüllten USA, die einen Psycho wie Trump gewählt haben, sind definitiv nicht das Traumziel intelligenter, mehrsprachiger Europäer. Aber ihr Nick sagt ja schon einiges aus, noch viel Spass beim Ayn Rand lesen und mit Peter Thiel wünsche ich.
Nationalisten und Menschen mit massiven Überlegenheitsgefühlen gegenüber Menschen, die anders sind, gibt es überall. Kleiner Tipp wenn Sie so jemanden suchen: Schauen Sie in den Spiegel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren