Forum: Leben und Lernen
Neue Prognose: 2025 könnten 22.000 Berufsschullehrer fehlen
DPA

Die Kultusminister rechnen mit einem Rückgang der Schüler an berufsbildenden Schulen. Die Gewerkschaft GEW hat nun selbst eine Prognose erstellt - und kommt zu einem ganz anderen Schluss.

reader0815 09.03.2018, 16:56
1. Zukunftsorientiertes Pesonalmanagement = 0

Seit Jahren war vohersehbar, dass die Altersstruktur in den Berufsschulen in Schieflage gerät. Was getan wurde, war praktisch so gut wie Nichts. Im Ergebnis: Atersdurchschnitte der Kollegien im Spektrum der Mitfünfziger. Die Teilnehmer bei Weiterbildungsveranstaltungen im Technikbereich wirken oft zumindest äußerlich wie die eines Ruheständlertreffens. Industrie 4.0, Digitale Herausforderungen etc. kommen viel in Reden und auf Papier vor, in der Ausstattung der Schulen aber eher weniger. Wenn dies weiterhin so bleibt und die Berufsschulen sich im Rahmen von "Lehrer kann doch jeder" zum Sammelbecken für teilweise in der Industrie gescheiterte Ingenieure und Techniker entwickeln, werden uns in den nächsten Generationen andere Länder locker in die Tasche stecken.

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austenjane1776 09.03.2018, 19:30
2. Berufsbildung? Zukunft Sonderschule

Mit "Inklusion", "Flüchtling" und "Ausbildungsunfähig" wird die deutsche Berufsbildung immer mehr zur größten Sonderschule der Republik. Das Duale System ist rückläufig - zu viele Schüler/innen aller "Herkünfte" sind ausbildungsunfähig. Dazu die übliche Mobberei der Lehrer durch die Schulverwaltung - keine maximale Arbeitszeit, beliebige Mehrbelastungen und jede Menge Quatsch auf Papier - "Kompetenz" und so weiter. Wenn die Konjunktur gut läuft, macht das insbesondere in der Technik niemand - was in manchen Klassen abgeht, würde der Normalbürger nicht als "Unterricht" erkennen. Volljährige, die weder Taschenrechner noch Mathe-Ordner haben oder mitbringen, pausenloses Smartphone-Gedaddel, Kosmetik im Unterricht.... das sieht nicht gut aus. Wer da disziplinieren will, wird von "oben" gebremst. Wir schaffen uns ab - Abteilung Berufsbildung.-------------Liebe Eltern, ihr seid die einzige Rettung eurer Kinder - achtet darauf, dass die WAS KÖNNEN. In echt. Einstellungstests machen usw. DAnn reichts später mal für eine Auswanderung - denn die anderen Länder nehmen nur Leistungsträger. -------------------Sorry. Komme gerade aus meiner Berufsschule. Bin etwas erledigt.

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montecristo 09.03.2018, 22:51
3. Arbeitszeit

Der hier vor kurzen eingestellte Artikel zur 47 Std Woche (trotz Ferien!) dürfte ein Grund von vielen sein.

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realist29 10.03.2018, 13:30
4. Kein Wunder

Ich arbeite an einer berufsbildenden Schule. Die technische Ausstattung ist äußerst bescheiden. Wenn es z. B. draußen etwas windig ist gehen beispielsweise die elektrischen Jalousien nicht mehr runter und man kann in der Folge den Beamer oder OHP nicht nutzen. Immerhin soll die Schule in den nächsten fünf Jahren angeblich ein flächendeckendes WLAN Netz erhalten. Unser Chef spricht viel von Industrie 4.0, aber in der Praxis ist davon nichts zu erkennen. Eine ganze Etage der Schule wird für die Beschulung von Flüchtlingen verwendet, denen zumindest rudimentäre Sprachkenntnisse vermittelt werden. Sobald diese Schüler in Regelklassen kommen halten sie den Betrieb auf. In der Folge muss der Notenschnitt permanent angepasst werden, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Wenn man Klassen mit 30 angehenden Einzelhandelskaufleuten unterrichtet versteht man sein eigenes Wort nicht mehr. Die Fachoberschule und das Berufliche Gymnasium entsprechen - wohlwollend ausgedrückt - einer besseren Realschule. Mittlerweile finden sogar unsere Abiturienten keine guten Ausbildungsplätze mehr. Das Klima an der Schule ist entsprechend angespannt. Viele Lehrkräfte sind häufig krank und es fallen zahlreiche Unterrichtsstunden ersatzlos aus oder werden erst gar nicht erteilt, obwohl sie für den Bildungsgang vorgesehen sind. Teilweise unterrichtet man 2-3 Klassen gleichzeitig. In den kurzen Pausen schleppt man Technik durch das Schulgebäude, kopiert, geht auf Toilette, macht Pausenaufsicht oder setzt sich mit aberwitzigen Schülerbeschwerden auseinander. § 4 des Arbeitszeitgesetzes schreibt Ruhepausen von mindestens 30 Minuten vor, die man jedoch in der Realität nie hat. Als Lehrkraft kann man sich vor Ort anstrengen wie man möchte, man verdient nie auch nur einen Cent mehr als jemand, der Dienst nach Vorschrift macht. Wie die Schule unter diesen Bedingungen gutes Personal an die Schule bekommen möchte ist mir schleierhaft. Außerhalb der Ferien sind 60 Stunden Wochen im allgemeinen die Regel. Während der Abiturzeit ist man dann eher bei 80 bis 90 Stunden. Solche Arbeitszeiten hat man in der Wirtschaft zwar auch, aber dort hat man Technik die funktioniert, Aufstiegschancen und eine leistungsgerechtere Bezahlung. Wenn man sich ansieht, welche Bedeutung Bildung in Südkorea oder China hat, kann einem nur Angst und Bange werden.

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