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Neues Lernen: Muss das Kind wirklich aufs Gymnasium?
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Etliche Eltern schicken ihre Kinder dorthin, wo sie das Abitur auf sanftem Weg bekommen: auf Gemeinschaftsschulen. Die "Schule für alle" boomt - und verändert die deutsche Bildungslandschaft.

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moellij 02.10.2018, 09:49
1. Gesamtschule?

Bei uns heißt das Gesamtschule, wenn ich das hier richtig interpretiere, dann ist das wohl das Gleiche? Wenn ja, wir haben für unsere Tochter damals auch diesen Weg gewählt, da sich die Lehrer damals uneins waren, ob sie oberstufentauglich war oder nicht.
Inzwischen tobt sie glücklich durch die Oberstufe, betont aber immer wieder, dass das Maß an Eigenverantwortung gegenüber der bisherigen Schulzeit enorm wäre.

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gangker2 02.10.2018, 09:49
2. 50 Jahre alter Hut...

Sooooooo neu sind "Gemeinschaftsschulen" nicht gerade. Die ältesten IGSen in Niedersachsen feiern demnächst ihr fünfzigjähriges Bestehen...

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musik72 02.10.2018, 09:54
3. Die Qualität der Ausbildung der Kinder hängt an den Mitschülérn

.. wer studiert hat und auf einer guten Schule war, weiß, wie wichtig nicht nur die Lehrer und das Konzept, sondern vor allem die Mitschüler sind - sie bestimmen das Niveau des Unterrichts. Gute Mitschüler, hohes Niveau!
Das sehe ich an meinen Kindern - mittelgute Schule, mittelhohes Niveau. Kinder von Freunden - bessere Schule, höheres Niveau, bessere Mitschüler.

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gssz 02.10.2018, 09:55
4.

"Die evangelische Gemeinschaftsschule hat bereits mehrere Abiturjahrgänge entlassen, deren Leistungen sich nicht vom Durchschnittsabitur an Berliner Gymnasien unterscheiden."

--> Nun ja. Das heißt gar nichts. Das wäre gut, falls das Abitur in Berlin ein hohes Niveau hätte. Da es das aber nicht hat ist das doch eher negativ (http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/studium-und-nc-abiturnoten-sind-ungleich-in-deutschland-a-1044518.html). Von einem neuen System würde ich mir eher erwarten, daß es das Ausbildungsniveau anhebt. Aber wenn es nur das gleiche niveau mit größerem Aufwand erreicht ... tja ..

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Supi123 02.10.2018, 09:57
5. Gymnasium vs Gemeinschaftsschule

Ich kann den Tenor dieses Berichtes nicht nachvollziehen. Im Saarland gibt es kein dreigliedriges Schulsystem mehr, nur noch Gymnasium und Gemeinschaftsschule mit der Folge, dass das Niveau auf dem Gymnasium sinkt und sinkt und sinkt. Warum? Viele Eltern schicken ihre Kinder eben nicht auf die "tolle" Gemeinschaftsschule, obwohl das Kind vom Intellekt auf dem Gymnasium überfordert ist. Der Grund dafür ist, dass die Eltern dem sozialen Umfeld der Gemeinschaftsschule aus dem Weg gehen wollen und für ihr wohl behütetes Kind ein "sozial verträglicheren" Umgang wollen. O- Ton einer Mutter:"Auf der Gemeinschaftsschule nimmt mein Kind in 3 Monaten Schimpfwörter in den Mund, die es jetzt noch gar nicht kennt. Da versuche ich mein Kind solange wie möglich auf dem Gymnasium zu halten."

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powtech 02.10.2018, 10:15
6. Irreführende Überschrift

Natürlich muss kein Kind auf das Gymnasium, wenn es nicht will oder kann. Aber das musste es auch noch nie!
Das Schulsystem war und ist mithilfe der beruflichen Schulen absolut durchlässig. Hat ein/e Schüler/in einen mittleren Bildungsabschluss, kann problemlos in 3 Jahren das Abitur erworben werden. Und zwar an einem Gymnasium das einen technischen/wirtschaftlichen/ etc. Schwerpunkt hat. Dh es kann auf die Neigungen und Wünsche der Schüler eingegangen werden. Während leider zu beobachten ist, dass weniger-selbständige Schüler in den Gemeinschaftsschulen regelrecht untergehen.

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bosse0815 02.10.2018, 10:29
7. Sehr geehrter Herr Füller,

ich selbst bin Lehrer an einer integrierten Gesamtschule (Unterricht gemeinsam bis Klasse 10). Diese Schule existiert seit 40 Jahren. Es nervt mich kolossal, dass diese "Sau" alle paar Jahre durchs Dorf getrieben wird. Das einzige was sich ändert ist deren Anstrich!
Das Problem der deutschen allgemeinbildenden Schulformen war nie die Haupt- oder Realschule, sondern das Gymnasium.
Alle "Reformen" der letzten Jahrzehnte zielten im Endeffekt auf dessen Rettung.
Dem geneigten Foristen sei empfohlen sich einmal die Kosten pro Schüler nach Schulformen und die soziale Herkunft nach Schulformen anzuschauen... unser Bildungswesen konkurriert in diesen Bereichen mehr mit Burkina Faso, als mit einem europäischen Land.

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egoneiermann 02.10.2018, 10:32
8.

Zitat von gangker2
Sooooooo neu sind "Gemeinschaftsschulen" nicht gerade. Die ältesten IGSen in Niedersachsen feiern demnächst ihr fünfzigjähriges Bestehen...
Gesamtschule war ein Kampfbegriff in der Bildunsgsdebatte der 70er+80er Jahre. Entsprechend gab es so was in CDU-Bundesländern hier im Süden nicht, bzw. nur als Schulversuch (das waren nur drei in BaWü und sind es immer noch nur 5 in Bayern).

Im Gegensatz zur IGS gibt es kein Kurssystem, sondern der Unterricht ist wirklich gemeinsam.

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storchentante 02.10.2018, 10:42
9. Als die bestehende Werkrealschule

in meinem Ort in eine Gemeinschaftschule umbenannt werden sollte, wurde nicht einmal das Angebot der 2. Fremdsprache in Erwägung gezogen. Die könten die jungen Leute ja noch lernen, wenn sie dann auf einem beruflichen Gymnasium Abitur machen würden,war die Aussage des Rektors. Ergo Etikettenschwindel. Inzwischen gibt es auch die Werkrealschule nicht mehr. Niemand hat in den entscheidenden Jahren sein Kind dort angemeldet (2 Anmeldungen 2010).

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