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Neues System: Zulassung zum Medizinstudium wird reformiert
picture-alliance/ dpa

Jahrelange Wartezeiten, Chancen fast nur für Einser-Abiturienten: Bei der Zulassung für ein Medizinstudium liegt heute vieles im Argen. Das soll sich ändern. Selbst Qualifizierte ohne Abitur - etwa Rettungssanitäter - sollen eine Chance haben.

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mentor54 07.12.2018, 08:49
1.

Ursächlich für den NC ist doch die Diskrepanz von Angebot und Nachfrage bei den Studienplätzen, und daran ändert ein neues Vergabeverfahren auch nichts, selbst wenn Auswahlkriterien vielleicht etwas(sach) gerechter sind. Sofern es einen Nachholbedarf gibt, müsste die Zahl der Studienplätze erhöht werden.

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mantrid 07.12.2018, 08:53
2. Überfällige Reform

Nicht nur, dass Abiturnoten in Deutschland schlichtweg sich bei identischer Leistung von Land zu Land und Schule zu Schule gewaltig unterscheiden können, sie dagt schlichtweg gar nichts über die Eignung zum Medizinstudium aus. Jemand mit einer Eins in Biologie und Chemie und dem Rest knapp ausreichender Leistung dürfte besser geeignet sein, als jemand mit lauter Einsen, der Biologie und Chemie zu früh wie möglich abgewählt hatte, also die guten Noten eher Fächern wie Philisophie, Kunst und Sport zu verdanken hat.

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victoria101 07.12.2018, 09:02
3. Gut so.

Die Anforderungen im Studium sind hoch genug. Wer dafür nicht taugt, fällt ohnehin raus.

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lurchianer 07.12.2018, 09:08
4.

Solange nicht nennenswert mehr Studienplätze geschaffen werden, warten immer noch so viele Leute wie jetzt, nur andere. Bedarf gibt es, gerade für niedergelassene Ärzte genug. In Ballungszentren bekommt man keinen Arzt mehr, weil voll (egal ob Allgemein-, Kinder-, Etc- Ärzte) und auf dem Land sieht es auch nicht besser aus.
Hier versagt oder verschläft, wie bei allen anderen Themen auch, die Politik massiv. In den Krankenhäusern werden Stellen mit osteurop. Ärzten besetz. Bedarf gibt's scheinbar genug, wenn man Experten aus dem Ausland benötigt. Oder sind die, weil Osteuropa, günstiger?

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neonerl 07.12.2018, 09:21
5. Wo ist der Zusammenhang?

Mir entzieht sich der Zusammenhang zwischen guter Abiturnote und der Zulassung zum Medizinstudium völlig. Schulisches Lernen hilft einem im Studium wenig. In der Schule reicht auswendig lernen, im Studium sollte (eigentlich muß) man verstehen um was es geht. Sollte tatsächlich das Medizinstudium tatsächlich so aufgebaut sein, daß reines Auswendiglernen reicht, werden die Ärzte bald zu einem großen Teil durch Software ersetzt.
Ein Chirurg oder Zahnarzt ist eh eher ein hochqualifizierter Handwerker als ein Mediziner. Ich finde, es sollte bei der Studentenauswahl die Motivation des Studenten im Vordergrund stehen. Wer motiviert ist, schafft auch das Studium.

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hanuman1eins11!!! 07.12.2018, 09:29
6. so und so

Auf der einen Seite fühlen sich viele wirklich erst spät zur Medizin berufen. Dies sollte durch einen Quereinstieg erleichtert werden.

Auf der anderen Seite ist es auch unfair, daß nur ein begrenzter Personenkreis Aussicht hat auf, sagen wir mal, das Richteramt. Oder zum Patentanwalt...Sollte da auch eine Erweiterung des Berwerberkreises erfolgen? Mit Quoten wie hier?

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bockmist 07.12.2018, 09:36
7. Bankrotter Ärzteberuf

Wer heute vom romantischen Arztberuf, wie er im Fernsehen dargestellt wird, träumt und das Erwachen wird bitter.
Die Zeiten des Geldverdienen sind vorbei. Es herrscht Zeitnot, miserable Arbeitsbedingungen in Krankenhaus und Praxis, viele Gesetze, die einem den Beruf abspenstig macht -Heilpraktiker wäre besser-. Egal wie die Zulassungsbedingungen sind: Das Studium ist schwer. Es werden durch diese Reform die Studienabbrecher zunehmen und damit der Ärztemangel. Mittlerweile hat sich rumgesprochen, dass der Beruf Arzt keine so tolle Lebenerfüllung mitbringt. Studieren -ja, Aber nachher in den Niederungen der Medizin arbeiten : Nein

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romanpg 07.12.2018, 09:36
8. @5

Da kennen Sie aber den Alltag der meisten Medizinstudenten schlecht. Die sind für viele Semester eigentlich nur am auswendig lernen. Man muss ja erstmal all die vielen Teile des Köpers und all die Krankheiten und Symptome in den Kopf kriegen. Das sind viele Jahre des stumpfen Auswendiglernen.

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themagicone 07.12.2018, 09:37
9.

Zitat von neonerl
Mir entzieht sich der Zusammenhang zwischen guter Abiturnote und der Zulassung zum Medizinstudium völlig. Schulisches Lernen hilft einem im Studium wenig. In der Schule reicht auswendig lernen, im Studium sollte (eigentlich muß) man verstehen um was es geht. Sollte tatsächlich das Medizinstudium tatsächlich so aufgebaut sein, daß reines Auswendiglernen reicht, werden die Ärzte bald zu einem großen Teil durch Software ersetzt. Ein Chirurg oder Zahnarzt ist eh eher ein hochqualifizierter Handwerker als ein Mediziner. Ich finde, es sollte bei der Studentenauswahl die Motivation des Studenten im Vordergrund stehen. Wer motiviert ist, schafft auch das Studium.
Bitte belegen Sie Ihre kruden Thesen durch Daten. "Wer motiviert ist, schafft auch das Studium" ist - gelinde gesagt - recht naiv. Ich bin auch sehr motiviert, einen Marathon in 2,5 h zu laufen und schaffe es nicht.

Der Zusammenhang zwischen sehr guter Abiturnote und erfolgreichem Studiumsabschluss ist dagegen klar belegt. Ob ein erfolgreiches Studium gleichzusetzen ist mit einer Tätigkeit als guter Arzt, ist eine ganz andere Frage - das wiederum trifft aber auf jedes Studium zu.

Die Verwässerung der Anforderungen für ein Studium halte ich für fragwürdig. Wichtig wäre, die Anforderungen für das Abitur zu homogenisieren, damit bundesweite Vergleichbarkeit besteht und vermeintliche Top-Abiturienten aus bestimmten Bundesländern nicht immer der Makel anhängen würde, sie seien in Ba-Wü oder Bayern nur Durchschnitt gewesen.

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