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Noten im Abitur geschönt: Schulleiter muss doch keine Strafe zahlen
infranken.de

30 Einser-Abiturienten an einer Schule, das fiel dann doch auf: Ein bayerischer Direktor, der die Noten von 86 Schülern geschönt hatte, wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Er wehrte sich - und bekam nun recht. Vorerst.

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GPTip.com 09.06.2015, 06:38
40.

Zitat von lullylover
Da ich das Casimirianum gut kenne, darf ich mir ein Urteil erlauben. Das schwerste der 4 Gymnasien im kleinen Coburg. Ab der 1. Klasse Latein satt, dann Englisch, dann Altgriechisch, Französisch oder Spanisch. In ALLEN Fächern bis auf Turnen gehobene Ansprüche, i. d. Regel wird schwer gesiebt und diejenigen, die es hier nicht schaffen, wechseln auf eines der leichteren Gymnasien, wenn es dort immer noch Probleme gibt, geht es ab ins nahe Sonneberg in Thüringen.
So elitär KANN es dort gar nicht sein (es kam ihnen vielleicht nur so vor). Denn: Das bayerische Abitur ist doch an allen bayerischen Schulen einheitlich. Wenn es wahr ist, daß dort nur die Besten der Besten lernen dürfen, so müßten die Elite-Sprößlinge das Abitur auch ohne nachzuhelfen locker mit 1 bestehen.

Und wenn das Abitur wirklich ungewöhnlich schwierig gewesen sein soll, müßte es ja für die armen Tropfe an den "einfacheren" Gymnasien eine unlösbare Herausforderung gewesen sein - davon hat man allerdings nichts gehört.

Anspruch und Wirklichkeit liegen manchmal weit auseinander. Und an so einigen sogenannten Eliteschulen sind nur das Einkommen der Eltern und die vergebenen Noten elitär.

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Vanagas 09.06.2015, 07:18
41. Eine scharfe, kritische Beurteilung der skandalösen Vorgänge . . .

. . . an dieser feinen Schule sieht sicherlich anders aus.
Als Altschüler haben Sie den Korpsgeist gut verinnerlicht.
Aber ich darf mir Ihrer Meinung nach kein Urteil erlauben da ich diese tolle Lehreinrichtung nicht "gut kenne".

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rwachsmu 09.06.2015, 08:24
42. bayrische Justiz

Zitat von d.nix
... Die Tat des Schulleiters ist natürlich Betrug aber keine Falschbeurkundung. ...
Jetzt hören Sie mal auf. Das ist auch kein Betrug nach StGB. Und da stellt sich doch die Frage, warum in Bayern (und vielleicht auch anderswo) zig beamtete Juristen derartiges über Jahre falsch bewerten? In dem faktenarmen Artikel muss man lesen, dass nicht nur die Staatsanwaltschaft das Recht nicht anwenden kann, nein, da gibt es auch noch zwei (2 ?) Gerichte, die die Falschbeurkundung auch nicht richtig subsumieren können.
Das ist hier der eigentliche Skandal.

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ackergold 09.06.2015, 08:27
43.

Zitat von lullylover
Latein lernen ist nicht gleich Latein lernen, auch nicht in Bayern und beschränkt sich übrigens keinesfalls auf ein paar Konjugations- oder Deklinationstabellen, um einem anderen Poster gleich mit zu antworten. In Hamburg oder Bremen vielleicht.
Mein Herr, das ist doch ziemlicher Unfug, denn der Lehrplan in Bayern gilt für alle Gymnasien genau gleich. Dort steht verbindlich festgeschrieben, was genau in welcher Klasse durchgenommen werden muss und genauso ist es in allen anderen Bundesländern. Jedweder Verweis, dass die Bayern oder auch noch bestimmte Gymnasien irgendwie besser seien, ist falsch und nur durch Stammtischgebrabbel zu erklären. Tatsächlich liegt es am Lehrer und an der sozialen Herkunft, was Schülern beigebracht wird. Im Münchner Hasenbergl sieht es keinen Deut besser aus als in Bremen-Vegesack.

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c.PAF 09.06.2015, 08:33
44.

Zitat von ClkBeutensTochter
Dass in Bayern Filz regiert, weiß man ja. Dass dieser Beamte aber die Ergebnisse verzerrt ,um seinen Arztsöhnchen einen besseren Start zu ermöglichen, lässt sich mit dem Gleichheitssatz doch gänzlich wenig vereinbaren. Wo bleibt da die Justiz bzw. der Aufschrei?
Muß man Ihren letzten Satz verstehen? Wenn Sie den Beitrag gelesen hätten, wüßten Sie, daß die ganze Sache schon (mehrfach) vor Gericht war.
Naja, und der Artikel an sich hier in SpOn ist doch der Aufschrei... ;)

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c.PAF 09.06.2015, 08:37
45.

Zitat von Engywuck
hier übersehen die meisten, dass es um zwei Schritte ging: 1) das Hochsetzen der Noten 2) das Unterschreiben der Abizeugnisse mit den hochgesetzten Noten. Das Gericht hat *nur* entschieden, dass Punkt 2 nicht strafbar sei, weil zwischen 1 und 2 ja die Verkündigung der Noten erfolgte, gegen die keiner (direkt) Einspruch einlegte. Das Ausfertigen der Abizeugnisse ist dann aber "nur" die Niederschrift der vorher verkündeten Abinote, und damit keine Falschbekundung *durch Unterschrift*. Für Punkt 1 kann er aber durchaus noch bestraft werden, deshalb gibt es ja noch das Disziplinarverfahren!
Gut erklärt! Aber ich befürchte, die meisten werden diese Erklärung nach wie vor nicht verstehen. Die hören nur "Bayern" und fangen sofort zu geifern an...

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fatherted98 09.06.2015, 08:56
46. tja...

...so erklären sich wohl auch vielfach die Superguten Leistungen bayerischer Abiturienten...und deren Abschlüsse...vielleicht sollte man mal nachfragen ob das an bayerischen Schulen nicht schon seit Jahren gängige Praxis ist...verordnet durch den Kultusminister/in...

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felisconcolor 09.06.2015, 09:00
47. Uhhh

wie hier wieder gehetzt und gezetert wird. Wenn er die Noten im Kollegium diskutiert hätte wäre es sicher richtiger gewesen. Aber es liegt immer im Ermessen der Lehrer Schulleitung die Arbeiten ihrer Schüler zu beurteilen. An unserer Technikerschule hatten wir einen sehr guten Dozenten und eine 4 in einer Klausur war für ihn ein gutes Ergebnis. Auf unser Augenrollen hin erklärte er "Wieso die Arbeit ist doch ausreichend?" Im Zeugnis hat er uns allerdings alle um 1 - 1,5 Notenstufen heraufgesetzt. Seine Begründung dafür, das Kollegium sei der Ansicht er würde zu hart benoten. Und in unserem Jahrgang ging es nicht um "Arztsöhnchen" sondern um "Arbeiter"kinder"". Die Äusserungen hier sind doch nur wieder der Neid der Besitzlosen. Nix auf die Reihe bekommen ausser meckern.

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BlakesWort 09.06.2015, 09:03
48.

Zitat von joey2312
Mein Urteil beruht auf langjähriger Erfahrung mit vermeintlichen Top-Abiturienten bayerischer Schulen. Verstehen Sie mich nicht falsch: Diese kleinen Lernmaschinen können sicherlich jede Menge mathematische Formeln anwenden, Gedichte rezitieren und lateinische Deklinationstabellen aufsagen dass es einem schwindelig wird. Wenn ihnen dann aber mal eine kreative Aufgabe gestellt wird wie etwa problemorientiertes Erörtern einer Fragestellung, dann blicken sie einen nur ratlos an.
Es ist nun kein Geheimnis dass in Bayern das eigenständige Denken nicht unbedingt gefördert wird. Aber der Wirtschaft ist es egal. Geld wird in den MINT-Fächern gemacht. Sollen doch die kreativen Abiturienten weiter in Hamburg, Köln oder Berlin "irgendwas mit Medien" machen.

Dreimal dürfen Sie raten, wer am Ende im Leben glücklicher ist. Die tumbe Arbeiterbiene mit gutem Gehalt oder der verkopfte Kreative, der sich von Zeitvertrag zu Zeitvertrag hangelt.

Der Direktor hat falsch gehandelt. Dass er trotzdem unschuldig vor dem Gesetz ist, ist eine Farce.

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Selbstdenker2015 09.06.2015, 10:43
49. Beweggründe

Zitat von quark@mailinator.com
Wieso nur kann man ihm einfach unterstellen, daß es ihm darum ging, das das Gymnasium besser dasteht ??? Wieso soll er nicht einfach wirklich der Meinung gewesen sein, daß die Noten zu niedrig sind ? Seine wahre Motivation kann man ja wohl kaum herausfinden, wenn er nicht selber sagt, daß es ihm um die Außendarstellung der Schule ging. Ich habe diese Art von Unterstellung niederer Beweggründe schon oft genug an den falschen Stellen gesehen. Frei nach "Was ich selber denk und tu, trau ich andern Menschen zu" ...
Über Beweggründe kann man trefflich spekulieren.
Tatsache ist, dass der Schulleiter nach seinem Verständnis wohl in der Lage war, alle 86 Deutschklausuren innerhalb weniger Tage alleine nachzukorrigieren, um dabei zu dem Ergebnis zu kommen, dass jede der Arbeiten, die zuvor von insgesamt 10 Lehrkräften (5 Kurse) mit einstimmigem Notenurteil vor- und nachkorrigiert wurde, um je einen Punkt angehoben werden muss. Das ist schon mal phänomenal.

Zu vermuten ist, dass es bei diesem Verfahren nicht um alle 86 Deutschklausuren ging, sondern um die vier oder fünf Prüflinge, die mit 0 Punkten bewertet wurden und somit als vorerst durchgefallen gegolten hätten. In Bayern, wo pro Gymnasium bislang höchstens 3 Prozent im Abitur durchfallen, hätte das wohl an diesem Elitegymnsium ein schlechtes Bild abgegeben.

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