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OECD-Bildungsbericht: Ausbildung schützt fast so gut vor Arbeitslosigkeit wie ein Stu
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Wer eine Berufsausbildung macht, findet in Deutschland inzwischen fast genauso gut einen Job wie ein Akademiker. Das zeigt der neue OECD-Bildungsbericht. Doch im Bildungssystem gibt es auch Verlierer.

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jume93 11.09.2018, 11:39
1. Keine Aussage über Planungssicherheit

Ist ja schön und gut dass alle Arbeit haben, aber diese Studie sagt nichts darüber aus, wie sicher diese jungen Leute ihre Zukunft (Kinder, Haus, Wohnort, etc.) planen können. Sprich also die beste Planungssicherung ist doch ein u befristeter Vertrag. Aus meiner Erfahrung als eine Person in dieser Altersgruppe ist es zwar natürlich berufsabhängig wo befristet oder unbefristet angestellt wird, aber die Tendenz geht dazu, Leute nach ihrem Studium unbefristet einzustellen, während andere erstmal eher befristet werden.

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m.sc. 11.09.2018, 11:49
2. nicht nur die Arbeitslosenzahl relevant

Was weiterhin relevant ist, ist die Art der Anstellung. Natürlich findet man z.B. als Wissenschafter an einer Uni eine Anstellung. Aber direkt nach dem Studium ist das oft nur für das halbe Gehalt. Weiterhin folgt einem befristeten Vertrag der nächste.

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spätaufsteher 11.09.2018, 11:50
3. Job haben ist nicht alles

Die Frage ist ja bei vielen Ausbildungsberufen nicht, ob man hinterher eine Anstellung bekommt, sondern ob man damit ein Gehalt erzielen kann, von dem man auch eine Familie gut versorgen kann. Da sieht es dann bei einigen Ausbildungen einfach Mau aus.

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jaques_de_molay 11.09.2018, 11:53
4. Mag sein

Einen Job zu finden ist auch nicht das Problem, die Frage bei dem Job ist aber auch: wie wird er bezahlt und was umfasst die Tätigkeit?
Viele Ausbildungsberufe stehen in diesen Fragen sehr weit hinter den Hochschulberufen. So fern man keine Selbstständigkeit plant, wäre ein Ausbildungsberuf kaum eine echte Alternative für mich persönlich.

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ginamambo 11.09.2018, 12:10
5. lieber Forist jume93

natürlich haben Sie Recht nach der Frage einer künftigen Planungssicherheit, allerdings muss ich Ihnen widersprechen, die Tendenz ist nach wie vor, befristete Beschäftigung, besch..... bezahlte Praktika, Ersteinstellung über Zeitarbeitsfirmen. Eine direkte Festanstellung bei einer mittelständischen Firma nach Ablauf einer erfolgreichen Probezeit ist ziemlich sicher, jedoch kaum in einer grösseren Firma.

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dschmi87 11.09.2018, 12:32
6. Die Studie erwähnt nicht die relativ niedrigen Löhne für gut

Qualifizierte. Ich habe eine kaufmännische Ausbildung (Zum Industriekaufmann, bei einem Stuttgarter Autozulieferers) absolviert und danach ein Diplom und Master in einem MINT Studium. Was mir die deutschen Arbeitgeber danach als Einstiegsgehalt geboten haben war ein Witz, ich hab als Industriekaufmann im letzten Jahr NACH der Ausbildung mehr verdient als mit angeboten wurde. Die unverschämteste Offerte lag bei 36500€ Brutto im Jahr... ich hab gedacht die deutsche Industrie jammert über Fachkräftemangel... es sollte eher heißen „wir finden keine Fachkräfte die so blöd sind und fürn Hungerlohn arbeiten“. Auf jeden Fall ging in die Schweiz, mittelständische Unternehmen Medizintechnik... sie zahlen deutlich mehr als die deutsche Konkurrenz an Löhnen und sind trotz der billig Konkurrenz aus Deutschland konkurrenzfähig... wie kann das sein? Trotz starkem Franken? Trotz hoher Löhne und höhere Verkaufspreise? Ich bin so fertig mit den deutschen Arbeitgebern... und ja hier in der Schweiz ist alles teurer, ja, ja und nochmal ja!!! Und dennoch bleibt viel mehr Geld und Kaufkraft übrig als wenn ich in Deutschland geblieben wäre....

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ginamambo 11.09.2018, 12:45
7. Job oder Festanstellung

was wollen Sie, lieber Jaques- de- molay, selbst als BWL,er, Arzt, Notar, Bankkaufmann, Rechtsanwalt, Dipl. Chemiker usw. haben Sie mit Sicherheit ein höheres Einkommen,dies ist noch lange keine Garantie für Ihre Planungssicherheit, Auch hier können Sie Schiffbruch erleiden, Insolvenz, Übernahme, Mobbing, und noch andere Unwägbarkeiten. Der Gang zur Selbstständigkeit mit einer eigenen Firma hat natürlich auch gewisse Risiken, welche Sie jedoch selbst absehen können, im Gegensatz zu den großen Firmen. Trotzdem viel Glück bei der Berufswahl.

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jojack 11.09.2018, 12:47
8. Lebenschancen

Lebenschancen erschöpfen sich nicht darin, erwerbstätig zu sein. Neben einem besseren Einkommen eröffnet ein Studium auch weitaus mehr Flexibilität was die private wie berufliche Lebensgestaltung angeht. Im Ausland zu arbeiten, sich selbständig zu machen, freiberuflich zu arbeiten, in Großunternehmen aufzusteigen, den Arbeitgeber zu wechseln - all das ist für Akademiker einfacher.

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Profdoc1 11.09.2018, 12:50
9. statistisch korrekt

Aber das ist nur die halbe Miete. Es ist logisch, dass in einem nachfrage-orientierten Markt Menschen mit Ausbildung / Lehre jetzt gut unterkommen. Das freut mich auch-ist jedoch eine Binsenweisheit. Nur: Was nützt es der Friseuse, wenn sie einen Job hat, aber mit dem Gehalt einfach nicht zurechtkommt, weil zu niedrig? In der Regel bietet ein Studium erheblich mehr positiven Spielraum als eine Lehre. Das ist so, und komplexere Arbeitsmarktstatistiken bestätigen diesen Effekt. Bitte nicht gleich wieder schreiben: aber ich kenne jemanden...das ist bekannt. Zudem sind, bei Interesse, die Karrierechancen und der Verdienst erheblich besser.

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