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Oxford: Studenten müssen Kurs in nicht-europäischer Geschichte belegen
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Der Nahe Osten, die Karibik oder Asien: Wer in Oxford Geschichte studiert, muss sich künftig auch mit Ländern außerhalb Europas befassen. Studenten hatten der Uni zuletzt verstärkt vorgeworfen, ein koloniales Weltbild zu pflegen.

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Tiananmen 29.05.2017, 12:13
1. Wunderbar

Das kann dem Geschichtsstudium nur gut tun. Und es verbreitert vielleicht die beruflichen Aussichten der Absolventen. Vielleicht wäre je nach Spezialisierung ein Praxiskurs in z.b. Bautechnis, Metallurgie, Landwirtschaft keine schlechte Idee. Historiker klassischer Ausprägung neigen sehr oft zum Episodischen.

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pelayo1 29.05.2017, 12:34
2.

Seit wann bestimmen die Studenten den Lehrplan der Uni?
Wozu studieren sie eigentlich, wenn sie eh schon alles besser wissen als die Dozenten?

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Europa! 29.05.2017, 12:47
3. Immer dieselben Feindbilder

Das Studium der Geisteswissenschaften beschäftigt sich auf allen Ebenen mit Machtfragen und bereitet prinzipiell auf die unendlichen, sinnlosen Machtkämpfe in der Politik, der Presse und im Kulturbetrieb vor. Mit der zwangsweisen Beschäftigung mit der außereuropäischen Geschichte, soll den Studenten die eigene, britisch-europäische Perspektive genommen werden. Zum Erkenntnisgewinn trägt das wenig bei, zur Zerstörung der Selbstwahrnehmung sehr viel. Der Begriff der "Mehrheit" hat an der Universität schlechterdings nichts zu suchen. Die Wahrheit lässt sich nun mal durch Abstimmungen nicht ermitteln.

Aber so lange sich die Studenten mit chinesischer Geschichte - der ältesten wie der neuesten Zeit - beschäftigen, kann es vielleicht gar nicht schaden. Vielleicht begreifen ja einige intelligente junge Menschen, was so eine "Kulturrevolution" anrichten kann.

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markrenton 29.05.2017, 13:32
4. Prinzipiell eine interessante Idee...

.... aber die Ursache ist äußerst bedenklich. Wie schon an vielen Universitäten in der USA findet man nun auch vermehrt an europäischen und auch an deutschen Universitäten den von SJWs getriebenen Unsinn der Geschichtsverleugnung statt. Das Rhodes eine zweifelhafte Personalie (So wurde er auch schon zu Lebzeiten kritisiert) war steht außer Frage, aber der geschichtliche Kontext muss gewahrt werden. Wenn die Person zum Erbe der Uni gehört - dann sollte er bleiben, aber die Geschichte, um ihn herum aufgearbeitet werden. Es hilft nichts - im Gegenteil es schadet viel mehr, wenn man alles Entfernt, was einen stört oder eventuell die Gefühle von irgendjemanden verletzten könnte. So kann man auch einer verqueren Märtyrer_Mythos auch entgegenwirken (Denn wir bald in der Bundeswehr haben werden, dank des wahnsinnigen Bildersturmes den von der Leyen losgetreten hat). Ich finde es cool, dass außereuropäische Geschichte angeboten wird (bin da selber besonders Interessiert, was vor allem in Asien und Lateinamerika abging, aber es darf nicht aufgezwungen werden aufgrund von politischen Agenden) Wenn man sich für ein rein-europäisches Studium entsscheidet (Was eh schwierig ist, da es kaum eine europäische Epoche gibt, in der es nicht zur Interaktion mit anderen Regionen in der Welt - Handel, Krieg und Kolonisation gekommen ist) sollte man dies auch machen dürfen. Ich traue auch den britischen Professoren durchaus zu, dass bereits nicht mehr ein überkommendes nationalistisches "Rule Britannia" Geschichtsbild lehren. Der andere Vorwurf, dass der Studenplan zu weiß ist, erscheint einfach nur lächerlich, wenn man sich vor Augen führt, wo die meisten Forschnungseinrichtungen, Universitäten und Lehrstellen gibt: Im überwiegend reichen weißen Westen. Die Wissenschaften werden diverser, weil immer mehr Länder Zugang zu guter Bildung bekommen bzw. Menschen von dort sich die Ausbildung hier erlauben können. Das ist gut. Aber einen echten Wissenschaftler interessieren belastbare Fakten, saubere Analysen und schlüssige Argumentationen und nicht die Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder sexuellen Vorlieben des Verfassers. Es geht um den Wert der Erkenntnis. Dieses Prinzip dürfen wir nicht verlieren.

P.S.: Ich bin dafür das wir neben der Umbenennung von Hindenburg-Straßen und Plätzen auch die Umbenennung von Orten die damnachweislichen Antisemiten und Rassisten Karl Marx vorantreiben.

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mcpoel 29.05.2017, 13:37
5. Weißer Lehrplan

Die Kritik, daß eon Curriculum "weiß" sein kann, teile ich nicht. Allerdings ist die Erweiterung auf nicht-europäische Themen nur sinnvoll, logisch und das Studium aufwertend. Ein erweiterter Horizont ist niemals verkehrt.

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Ersti1 29.05.2017, 13:55
6. Von wie vielen Studenten sprechen wir hier eigentlich?

War es der größte teil der in Oxford eingeschriebenen oder war es wieder nur die übliche, lautstark nervende Minderheit, die sich für den Nabel der Welt hält?

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Pless1 29.05.2017, 13:59
7. Erstaunlich und Erschreckend

Ich finde es gleichsam erstaunlich wie erschreckend, dass man bisher offenbar selbst in einem Grundlagenstudium wie dem Bachelor-Studiengang offenbar einen Abschluss erzielen konnte, indem man sich ausschließlich mit der Geschichte eines einzigen Kontinents befasste. Das hat erst einmal nichts mit der politischen Bewertung zu tun, die manche Studenten ableiten sondern einfach mit einer umfassenden historischen Bildung. Geschichte ist eben wesentlich mehr als europäische Geschichte. Das hätte ich nicht erwartet, schon gar nicht von einer solchen Elite-Uni.

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Olaf 29.05.2017, 14:05
8.

Es gab also nichts über Ägyptische Geschichte, Babylon, die Phönizier oder die Sumerer?

Kann ich mir kaum vorstellen, da gerade diese Kulturen viele Grundlagen für die europäische Zivilisation geliefert haben.

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postmaterialist2011 29.05.2017, 15:21
9. Blödsinn !

Wenn in den USA endlich einmal behandelt wird wieso die Südstaaten so wohlhabend waren ( weil sie Afrikaner unter unmenschlichen Zuständen erniedrigt, ausgebeutet und getötet haben), dann hat das nichts mit "SJW" (Social Justice Warriors) zu tun sondern damit, dass dort endlich die Fakten auf den Tisch kommen. Das gleiche gilt für das Einholen der Konföderierten Flagge und der Entfernung von Statuen der Sklavenausbeuter. Dass die früher führende Rolle Grossbritanniens nichts mit der geistigen Überlegenheit der weissen Engländer, sonder mit der Ausbeutung Indiens und Afrikas zu tun hatte, sollte auch einem Anhänger der Identitären Bewegung wie Ihnen einleuchten. Und klar alle Errungenschaften der Menschheit kommen aus Europa, sprich sind weiss, weil ja die Chinesen, Ägypter und Araber alle weisse Haut hatten. Die Europäer hausten noch als Wilde in Höhlen, als in vielen Teilen dieser Erde bereits Hochkulturen existierten. Ewig Gestrige wie Sie sind das Problem für viele Universitäten und das Märchen vom edlen, allzeitig gütigen weissen Forscher, Krieger und Sklavenhalter und Kolumbus als dem grossen "Entdecker" der neuen Welt.

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