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Personalmangel: Wie der Staat den Privatschulen die Lehrer abjagt
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Verbeamtungen, Sonderzahlungen, höhere Gehälter: Wegen des Lehrermangels kämpfen die Länder untereinander um Pädagogen. Doch Privatschulen gehen dabei häufig leer aus - und fürchten nun um ihr Personal.

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katjastorten 03.12.2018, 07:17
1. Billigheimer

Ersetzt der Staat den Privatschulen nur 60-80 % der Kosten, die ein Schüler auf einer staatlichen Schule kostet, spart er 20-40% pro Schulkind, Supergeschäft. Jetzt versagt der Staat bei einer vernünftigen Lehrerplanung und nun werden die Privatschulen ausgeblutet. Wer muss es ausbaden: die Kinder, deren Schulen bedroht sind.

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schnauzl 03.12.2018, 07:17
2. Tränendrüse

Privatschulen verdienen Geld mit ihrer Tätigkeit, da wir sie also bedauern, wenn Sie keine Geschäfte mehr machen können und sie finanzieren? Ich möchte mal hören, was los wäre, wenn sich nun auch alle Handwerker, Zahnärzte und andere Freiberufler Geld vom Staat wollen und sich beschweren, dass er ihnen die Angestellten und Lehrlinge wegnimmt und sie sogar verbeamten will. Das ist nun einmal der Wettbewerb: Viele Lehrer - wenig Gehalt, Wenig Lehrer - viel Gehalt.
Und bitte nicht zu dick auftragen SPON - von wegen der Lehrerin, die weint, weil sie nun 1000 Euro mehr verdienen muss. Wer bitte, soll ihnen das glauben?

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wolfgang_egelkraut 03.12.2018, 07:18
3. Welche Notwendigkeit gibt es für Privatschulen in Deutschland?

Meines Erachtens ist diese Schulformen eher überflüssig. Wir haben ein gutes staatliches Schulwesen, das, wie alle Systeme , auch Mängel hat. Die gilt es zu identifizieren und abzustellen.
An den Privatschulen waren schon immer die Lehrer beschäftigt, deren Fächerkombination oder Staatsexamensnoten eine Beschäftigung im Staatsdienst nicht möglich machten. Der Preis dafür war deutlich weniger an Privatschulen zu verdienen oder eine Umschulung für die Privatwirtschaft in nachgefragten Berufen zu wagen.

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pennjamin 03.12.2018, 07:31
4. Sehr gut

Genau so wie es sein sollte. Wieso sollte sich nur die privilegierte Oberschicht gute Lehrer leisten können? Öffentliche Schulen die für jedermann zugänglich sind sollten das beste Personal bekommen

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elCaputo 03.12.2018, 07:34
5. Kuddelmuddel

Da geht es aber ganz schön durcheinander in dem Artikel. Die Bundesländer werden munter abgearbeitet und ein Gesamtproblem herbeigeschrieben, dass es so gar nicht gibt. Nehmen wir zum Beispiel die Bezüge für Lehramtsanwärter (Referendare) im ländlichen Sachsen. In den Genuss dieser Bezüge kommen alle Referendare, unabhängig davon, ob sie ihr Referendariat an einer Privatschule oder einer öffentlichen Schule ableisten. Ihr Dienstherr ist nämlich das ausbildende Studienseminar und nicht die Schule. So bleibt es bei der beschriebenen Ungerechtigkeit in Brandenburg, wo eine weitere Erfahrungsstufe eingeführt werden soll, die wiederum Lehrern an Schulen in privater Trägerschaft vorbehalten bleiben soll. Wie das tarifrechtlich funktionieren soll, ist mir schleierhaft. Am Ende geht es doch immer um das selbe alte Problem. Es gibt beamtete Lehrer, deren Netto-Bezüge grundsätzlich deutlich über denen ihrer angestellten Kollegen liegen. Von den Vorteilen einer Beamtenpension muss man gar nicht anfangen. Beide Vorteile in Summe bilden - ein langes Arbeitsleben vorausgesetzt - den Gegenwert von zwei Eigenheimen. Und das für die gleiche Arbeit! Entweder ist der Lehrerberuf staatstragend und bedarf der Verbeamtung oder aber nicht. Der derzeitige Zustand ist ungerecht und ungerechtfertigt.

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hanuman1eins11!!! 03.12.2018, 07:36
6. „Keine Sonderung nach Besitzverhältnissen“

Nur zur Bestätigung: Gilt o.g. Regelung auch für Internate (müsste ja eigentlich)? Oder dürfen diese höhere Schulgelder über ihre Infrastruktur durchsetzen; etwa bilinguale Klassenmeerschweinchen und internationale Zumba-Coaches?

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Actionscript 03.12.2018, 07:39
7. Besser als umgekehrt

Das ist eben das Marktprinzip. Wenn der Staat, der keine Schulgebühren nimmt. ein besseres Angebot an Lehrern hat, dann ist das nur richtig und natürlich besser, als wenn es umgekehrt wäre.

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dasfred 03.12.2018, 07:40
8. Nachdenk,Nachdenk,Nachdenk

Habe ich nicht in letzter Zeit viel über Lehrer gelesen, die in manchen staatlichen Schulen schnell an ihre Grenzen kommen? Hat keiner von denen Lust, an einer Privatschule mit ausgesuchten Schülern, auch für etwas weniger Geld zu unterrichten, wenn sie dadurch viel Stress vermeiden? Was ist mit der viel zitierten Ethik? Privatschulen, die gegründet wurden um Lücken im Schulnetz zu schließen, dürften wohl eher die Ausnahme sein. Naja, wenn man also die Gehälter auch an den Privatschulen erhöht, bleibt wieder alles beim alten, nur die neuen Lehrer verdienen insgesamt mehr. So funktioniert also der Arbeitsmarkt. Schön, wenn das die Bildungspolitik auch mal merkt.

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stefan taschkent 03.12.2018, 07:46
9. Innovationen

Zitat von wolfgang_egelkraut
Meines Erachtens ist diese Schulformen eher überflüssig. Wir haben ein gutes staatliches Schulwesen, das, wie alle Systeme , auch Mängel hat. Die gilt es zu identifizieren und abzustellen. An den Privatschulen waren schon immer die Lehrer beschäftigt, deren Fächerkombination oder Staatsexamensnoten eine Beschäftigung im Staatsdienst nicht möglich machten. Der Preis dafür war deutlich weniger an Privatschulen zu verdienen oder eine Umschulung für die Privatwirtschaft in nachgefragten Berufen zu wagen.
Wettbewerb führt zu Innovation, und Innovationen wären auch im Bereich Bildung sehr wünschenswert. 'Der' Staat ist ein ganz schlechter Innovator und Stratege (Bspl. Lehrerplanung und Demografie), und Wettbewerb würde ihm in so manchem Bereich - nicht nur in der Bildung - guttun. Eltern haben die Wahl zwischen staatlichen und privaten Einrichtungen, so what?

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