Forum: Leben und Lernen
Prüfungsangst im Studium: Akademikerkinder sind deutlich entspannter
DPA

Die Familie studiert mit: Wenn die Eltern Akademiker sind, gehen die Kinder leichter und mit weniger Prüfungsangst durchs Studium. Das zeigt eine neue Untersuchung.

Seite 1 von 3
trackingerror 06.09.2017, 12:49
1.

Hmm, also ich stamme aus einer "Arbeiterfamilie" und habe an derselben Uni abgeschlossen. Prüfungsangst hatte ich nur einmal bei multivariater Zeitreihenanalyse, weil ich zuvor durchgefallen war und es nur eine Wiederholungsmöglichkeit gab. Ansonsten gar nicht. Was mir an der Uni aber nicht gefiel, war das elitäre Gehabe vieler Mitstudierenden. Somit würde ich auch einen sozialen Faktor mitaufnehmen, weswegen sich Studierende aus "Arbeiterfamilien" vielleicht nicht wohl fühlen könnten.

Beitrag melden
freigeistiger 06.09.2017, 13:47
2. Vage

Umfrageuntersuchungen sind mit sehr großer Vorsicht anzusehen. Die Antworten der Probanden unterliegen vielen Einflüssen. Bewussten sowie unbewussten. Aussagekräftig wäre die Studie, wenn in den Herkunftsfamilien der Umgang der Familienmitglieder miteinander beobachtet würden. Ob etwa Kinder mit einem anderen Hintergrund von allgemeiner Bildung im Studium sind. Absolut unseriös ist es, wenn aus so vage Umfrageuntersuchungen Schlussfolgerungen erdacht werden. Die folgen dem Prinzip, was man üblicherweise in diesem Zusammenhang so sagt. Dass ständig sich selber zitieren und wiederholen erlangt dann einen vermeintlichen Wahrheitswert. Es sagen ja schließlich alle dass. Dieser falsche Ausgangswert ist dann oft die falsche Arbeitsgrundlage für irgendwelche Aktionen. Erwartungsgemäß mit geringem Erfolg, da die Ausgangslage nicht richtig war.

Beitrag melden
spiegelleserin123 06.09.2017, 13:50
3. Kann ich nicht bestätigen

Als Arbeiterkind mit Eltern, die sich überhaupt nicht für mein schulisches oder akademisches Leben interessierten, hatte ich nie Prüfungsangst. Ich persönlich habe im Gegenteil bei Akademikerkindern einen hohen Erwartungs- und Leistungsdruck vernommen, der aber gern überspielt und nicht eingestanden wird. Abgesehen davon mag der Druck overall geringer sein, wenn man später mal erbt (Kontakte und gesellschaftlichen Status, Geld, Haus) und so abgesichert ist. Das hat für mich gar nichts damit zu tun, ob Eltern ein gutes Gefühl von Zuversicht (schaffst Du schon) vermitteln (können). Es ist schlicht Absicherung vorhanden. Aber wie es so schön heißt: Die Statistik bestätigt gern, was man hören will und weist den Eltern (statt den Umständen) die Verursachungsbeiträge zu.

Beitrag melden
gumbofroehn 06.09.2017, 14:05
4. Berechtigte methodische Einwände

Die methodischen Einwände von #3 und #4 sind vollkommen berechtigt. Allerdings hat man, sofern man nicht gerade in der Prüfungssituation physiologische Parameter (wie bspw. Atmung, Puls oder Hautwiderstand) misst, wenig andere Möglichkeiten, als sich auf eine Befragung zu stützen. Da der Link im Artikel nur auf ein Abstract verweist, welches die wesentlichen Hypothesen und Ergebnisse kurzreferiert, kann man auch nichts zu den genauen Umständen der Befragung sagen (die große Stichprobe deutet auf einen Fragebogen [Papier oder Online] hin, so viele Interviews zu führen wäre extrem aufwändig), welche sich auf die Ergebnisse auswirken.

Beitrag melden
bafibo 06.09.2017, 14:14
5.

Also, ich bin das klassische (Doppel-)Akademikerkind - und ich hatte zumindest vor allen mündlichen Prüfungen erhebliche Angst, einmal sogar so schlimm, daß ich richtig Fieber bekam und die Prüfung verschieben lassen mußte. Irgendwie habe ich das Diplom dann doch geschafft - und mache jetzt was ganz anderes. Im übrigen, warum wurde die Frage auf das erste Jahr beschränkt? Wurde befürchtet, daß sich danach die Angaben ändern, weil bis dahin alle gemerkt haben sollten, daß auch die hochmögenden Professoren nur mit Wasser kochen?

Beitrag melden
belustigter 06.09.2017, 15:15
6. Man kann nicht enttäuschen, wenn nichts erwartet wird

Zitat von spiegelleserin123
Als Arbeiterkind mit Eltern, die sich überhaupt nicht für mein schulisches oder akademisches Leben interessierten, hatte ich nie Prüfungsangst. Ich persönlich habe im Gegenteil bei Akademikerkindern einen hohen Erwartungs- und Leistungsdruck vernommen, der aber gern überspielt und nicht eingestanden wird. Abgesehen davon mag der Druck overall geringer .......
Unabhängig von der Belastbarkeit der Ergebnisse geben Sie sich selbst schon eine Antwort darauf, wieso Sie persönlich relativ leichtfüßig durchs Studium gingen. Den hohen Erwartungsdruck, den Sie bei Akademikerkindern sehen, gibt es für Arbeiterkinder unter Umständen auch. "Lern was ordentliches, damit du es mal besser hast!" und "Mach ein ordentliches Studium, damit du mal gutes Geld verdienen kannst!" sind typische Sätze von Eltern, die sich interessieren. Wenn man Geschwister hat, denen die normale Schulzeit vielleicht schwerer fiel, kommen Sätze wie: "Um xyz machen wir uns gerade echt Sorgen. Gut, dass es bei dir läuft", dazu. Wenn vielleicht noch Besitz in irgendeiner Form dazu kommt, auch Sätze wie: "Einer muss das hier ja mal übernehmen", gerne in Verbindung mit der Aufforderung, in der vorlesungsfreien Zeit doch hier und da mit anzupacken. Erfolg kann dann zur notwendigen Selbstverständlichkeit werden, weil (gefühlt) nicht nur die eigene Zufriedenheit auf dem Spiel steht.

Beitrag melden
steffen.ganzmann 06.09.2017, 15:27
7. Quatsch!

Zitat von Fink Hicks
Während die Kinder aus benachteiligten Gruppen durch ein erfolgreiches Studium einen gesellschaftlichen Aufstieg ......
Nur weil meine Eltern Akademiker gewesen waren, wäre ich dennoch nicht weich gelandet!
Btw., zum Zeitpunkt meiner Staatsexamina in Medizin waren sie eh schon lange tot ...

Beitrag melden
isar56 06.09.2017, 16:13
8. Akademiker ist zu pauschal

ich würde eher sagen, dass Kinder wohlhabender Eltern entspannter studieren und leben, weil sie weich fallen. Als Akademiker (Sozialwissenschaften) dürfte ich ca. drei mal weniger verdienen als Göring-Eckhardt oder Claudia Roth, die beide ohne Berufsabschluss sind- z.B.
Als Arbeiterkind in Grundschule und Gymnasium musste ich mich anstrengen, um mit den allseits hoch begabten Kindern reicher Leute mithalten zu können. Bankdirektors-, Arzt- und Archtektentöchter waren allzeit besser als ich. Selbst singen konnten Sie schöner, denn das Abitur war der Weg. Sowohl ich, als auch meine Töchter (Lehrerin und Ärztin) mussten parallel zum Studium arbeiten und uns danach zackig Arbeit suchen, während Andere vom Papa ein Jahr reisen geschenkt wurde u.a. Macht aber gar nix.
Ich kenne jede Menge solcher reichen Kinder die von den Eltern ein Haus hingestellt bekommen, "aber nur wenn wir Fließen und Küche aussuchen dürfen". Nö, muss nicht.

Beitrag melden
PeterPetroleum 06.09.2017, 17:20
9. Ick kann ihnen

mit Sicherheit sagen, dass man am entspanntesten durchs Leben geht, wenn man ein paar Milliönchen auf der hohen Kante hat.

Wer leistet mehr ein Elefant der 100m unter 10 Sekunden läuft oder ein Gepard der diese in 9 Sekunden Läuft?

Ach stimmt, es zählt ja nur die Leistung die man abschöpfen kann.

Ist eben gut, wenn man wie für das System gemacht ist, dann muss man nicht viel tun, kann das als Leistung verkaufen und entspannnnnnen.

Beitrag melden
Seite 1 von 3
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!