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Radikaler Vorschlag: Schulnoten? Weg damit!
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Es wäre eine tiefgreifende Reform: Marlies Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft GEW, will alle Schulnoten abschaffen - von der Grundschule bis zum Abitur. Doch der Widerstand gegen den Vorschlag ist groß.

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moneysac123 17.02.2017, 12:03
0.

Leistungsmessung schön und gut, aber Noten messen vieles, nicht unbedingt die Leistung. Was sagt ein Einser-Abi aus? Dass die Person angepasst ist? Ja. Fleißig, auch noch. Dass sie gut auswendig lernen und reproduzieren kann? Möglicherweise auch nocht. Dass sie den Stoff verstanden hat und anwenden kann? Nicht unbedingt. Was ist diese Leistung die gemessen werden soll? Noten sagen wenig.

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lupo44 17.02.2017, 12:13
1. Das hört sich nach Reignation an.....

Schulnoten sind Gradmesser und Aussage des Wissenstandes des jeweiligen Schulteinehmers.In allen technisch-wissenschaftlichen Bewertungen spielen Benotungen eine große Rolle und sind auch ein Leistungsansporn für den Lernenden.Fallen dies Noten weg und werden ersetzt durch Beurteilungen die es ja jetzt schon gibt ist die Gefahr gegeben,dass eine allgemeine Formulierung alles nach oben oder nach unten aufzeigt.Das haben wie ja schon heute bei Verklaisilierten Leistungseinschätzungen durch den Arbeitgeber.
Wie solche Formulierungen" War ein geselliger Typ,oder brachte eine gute Stimmung in sein Kollektiv.Fast tödlich für ein Bewerbungsgespräch.Es sollte so bleiben wie es ist.

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blaq 17.02.2017, 12:15
2. Na, endlich im 21. Jahrhundert angekommen?

Na, endlich im 21. Jahrhundert angekommen? Mitnichten. Offensichtlich unterstützen 75% der Deutschen und gestrige Schulpolitker immer noch die traditionelle Rohrstockpädagogik! Bei einer überalternden Gesellschaft wie in Deutschland wundert einen gar nichts mehr. Ein Hoch auf den Kaiser!

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karl-felix 17.02.2017, 12:18
3. Das

Zitat von moneysac123
Leistungsmessung schön und gut, aber Noten messen vieles, nicht unbedingt die Leistung. Was sagt ein Einser-Abi aus? Dass die Person angepasst ist? Ja. Fleißig, auch noch. Dass sie gut auswendig lernen und reproduzieren kann? Möglicherweise auch nocht. Dass sie den Stoff verstanden hat und anwenden kann? Nicht unbedingt. Was ist diese Leistung die gemessen werden soll? Noten sagen wenig.
scheint mir unbestritten und nicht der Punkt.
Die Frage stellt sich nach der Alternative: Was entnimmt der Vorstandsvorsitzende von Bertelsmann, der Niedriglöhner, die Oma, der Opa, das Kind aus der gleichen Formulierung ?
Sie würden sich wundern . Arme Gerichte.

Es geht also nicht um die Abschaffung von Zeugnissen sondern um den Ersatz der Schulnoten durch Formulierungen wie : "Sie hat sich in Biologie immer redlich bemüht und zur Stimmungsaufhellung der Klasse erheblich beigetragen, insbesondere bei theoretischen/praktischen Übungen zur Aufklärung ".

Das sagt sehr viel,oder? Können Sie dann nahtlos auch für Deutsch einsetzen . .

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chrho67 17.02.2017, 12:26
4. Zynisch

Ich habe noch nie verstanden, wie ein Pädagoge einem Kind eine Aufgabe vorlegen kann, von der er vorher schon sicher weiß, dass das Kind sie nicht lösen wird - wer macht das bitteschön mit seinen eigenen Kindern? Wenn dann die Notenverteilung in der Klasse noch einer Glockenkurve folgen soll, statt den Unterricht so zu organisieren, dass alle mindestens ein "gut" erhalten, ist der Zynismus dieses Notensystems doch offenkundig. Diese Form des Feedback ist nicht an Lerninhalten selbst orientiert und daher nicht nur zynisch und unproduktiv, sondern ungeeignet als Vorbereitung auf die spätere Arbeitswelt (wo sich niemand für Noten interessiert).

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Teilzeitalleinerzieherin 17.02.2017, 12:26
5. Für Lehrer sind Beurteilungen statt Noten viel bequemer

eine Schulnote ergibt sich im Regelfall aus den Ergebnissen der schriftlichen Klausuren und der so genannten mündlichen Note. Zumindest bezüglich des schriftlichen Teils hat man als Schüler noch die Möglichkeit, anhand von Vergleichen mit anderen Klausuren oder dem Nachvollziehen eines Punktesystems nachzuprüfen, ob die Note eine objektive Grundlage hat. Bei der mündlichen Note wird es da, weil auch da viel geschaffelt wird (ich erinnere mich heute noch an die "Wolken", die ein Mitschüler hatte und die mir abgingen), schon schwieriger aber möglich. Bei reinen Beurteilungen hat man nichts Nachprüfbares in der Hand und ist der Willkür des Lehrkörpers komplett ausgeliefert. Davon abgesehen sagt eine fünf im Zeugnis über mich als Person viel weniger aus (und kränkt mich daher auch weniger persönlich) als ein "XY zeigt deutliche Defizite in...". Außerdem kenne ich kein Kind, das keine Noten und stattdessen eine Beurteilung haben möchte. Fazit: die Abschaffung von Noten ist ein genauso unausgegorener Pädagogenkram wie Schreiben nach Gehör, jeder lernt in seinem Tempo, Kuschelecke im Klassenzimmer etc. Liebe Pädagogen: Nehmt doch bitte mal Eure Schüler als ernsthafte, lernbegierige kluge Wesen war und vor allem Euch selbst nicht so wichtig.

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austenjane1776 17.02.2017, 12:31
6. Fachlicher Unsinn plus Mehrarbeit für Lehrkräfte

Wenn die GEW-Funktionärin noch unterrichten würde, gäbe es solchen Unsinn nicht.
Berichte schreiben für 30 Schüler/Innen - das dauert sehr lange - und ist doch bloß entweder mißverständlich - oder nichtssagend. Vor allem weniger Gebildete denken, sie lesen was Gutes - dabei wird ihr Kind gerade als Chaot hingestellt - wie im Zeugnisdeutsch.
So ist zB "lebhaft" ein schönes Wort für "stört andauernd" oder "gibt sich Mühe" ist die 5minus.

Dazu kommt, dass die lieben Kinder in Ausbildung und Studium sofort mit Leistung umgehen müssen - und mit Noten - und darauf sollten sie sich vorbereiten. Auch für Eltern ist das eine klare Sache mit den Noten.

Wie bei "Abi ohne Noten" dann die Studieunplatzvergabe aussieht, erfahren wir auch nicht.
Fazit: Viel Gedöns und viel Arbeit - und nix wird besser.
Wie man die jungen Leute besser für Ausbildungs qualifiziert, wäre ein besseres Thema gewesen.
Absolut praxis- und lebensfremd.

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angst+money 17.02.2017, 12:35
7.

Noten bieten die Möglichkeit, halbwegs vergleichbare Ausgangsbedingungen für alle zu schaffen. Sie sind nicht überzubewerten und wenn sie jemandem psychische Probleme bereiten, liegt die Problematik wahrscheinlich woanders.
Dank alternativ bis anthroposophisch angehauchter Teile der Famile habe ich schon öfter das Rumgedruckse der Lehrkräfte an der Waldorfschule erlebt, die es nicht fertigbrachten, den Eltern ins Gesicht zu sagen wenn ein Schüler nicht gut war. Das kann niemand gebrauchen, wer selbstbewusst lernen will benötigt Feedback. Wer dagegen was hat muss dann natürlich mangels Argumenten zu polemischen Begriffen wie "Rohrstockpädagogik" greifen.

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m82arcel 17.02.2017, 12:37
8.

Warum nicht beides kombinieren? Noten bieten den Vorteil der einfachen Vergleichbarkeit, was zumindest im momentanen System eine Grundlage für Unternehmen, Unis, etc. ist. Natürlich könnte man hier überall individuelle Tests vorschalten, der Aufwand wäre aber enorm - und ob es Schülern gefallen würde, wage ich auch zu bezweifeln.

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