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Schläge, Drohungen und Mobbing: KMK-Präsident fordert Lehrer auf, gewalttätige Schüle
DPA

Kultusminister-Präsident Helmut Holter will gegen Gewalt an Schulen vorgehen. Auch Kinder, die nicht strafmündig sind, sollen die Konsequenzen ihres Handelns spüren.

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c124048 13.06.2018, 08:58
1.

Hm.... Also lese ich daraus, dass "Kinder" bislang NICHT angezeigt werden? Das gibt mir in der Tat zu denken.

Warum ist das so? Da fällt mir nur ein:
Angst vor den Kindern (Das wäre das Schlimmste)
Angst vor den Eltern (auch sehr schlimm)
Resignation (Naja, nachvollziehbar)
Ignoranz (Kann ich sogar verstehen)
oder Faulheit (das wäre charakterschwach)

Wie man es dreht: So gehts ja wohl nicht.

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whitewisent 13.06.2018, 09:04
2.

Die Aussage dürfte viele Eltern erstaunen. So mußten sie sich in den vergangenen Jahrzehnten (kenne persönlich Fälle von schwerster Körperverletzung bereits vor 25 Jahren) immer wieder mit dem Hinweis auf die fehlende Strafmündigkeit abfinden, wenn es um Gewalt von Schülern gegen Schüler ging. Auch die Gewalt von Heranwachsenden zwischen 14 und 18 Jahren wurde immer wieder bagetellisiert, und sich mehr um die Seelenlage der Täter als der Opfer gekümmert.

Ja, es muss sich etwas Ändern - das sollte aber die generelle Tabuisierung von Gewalt an Schulen sein, egal gegen wen sie sich richtet. Und da können nicht die Lehrer nach der Polizei rufen, denn sie haben die pädagogische Ausbildung dafür, 10jährigen zu erklären, daß man andere Menchen weder tritt, schlägt noch bespuckt.

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cosmose 13.06.2018, 09:08
3.

Zitat von c124048
Hm.... Also lese ich daraus, dass "Kinder" bislang NICHT angezeigt werden? Das gibt mir in der Tat zu denken. Warum ist das so? Da fällt mir nur ein: Angst vor den Kindern (Das wäre das Schlimmste) Angst vor den Eltern (auch sehr schlimm) Resignation (Naja, nachvollziehbar) Ignoranz (Kann ich sogar verstehen) oder Faulheit (das wäre charakterschwach) Wie man es dreht: So gehts ja wohl nicht.
Wieso sollte man nicht strafmündige Kinder anzeigen?
Kostet nur unnötig Zeit und Geld...

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aggro_aggro 13.06.2018, 09:11
4. Eskalation

Lehrer sind an sich schon etwas älter und kennen aus ihrer eigenen Schulzeit mehr Gewalt als heute üblich ist. Da wurde nie jemand wegen einer blutigen Nase angezeigt. Außerdem gilt das auch nicht als pädagogisch, nach dem Motto "der Kleine kann ja nichts dafür, dass er so ist".
Wenn man allerdings sieht wofür man als Lehrer heutzutage schon angezeigt wird und wie wenig Möglichkeiten einem Lehrer bleiben manche Schüler zu bestrafen, wird das wohl üblich werden.
Wobei ich mir im Moment nicht vorstellen kann jemanden wegen einem blauen Fleck oder einer Beleidigung anzuzeigen. Ein Katalog an erlaubten und üblichen Strafmaßnahmen (ohne wochenlangen Papierkram vorher) wäre sinnvoller.

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Divano 13.06.2018, 09:12
5.

Ich bin ein junger Lehrer und ich habe letztes Jahr versucht eine Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei zu stellen. Der Hintergrund: Schüler haben eine Instragram-Gruppe gegründet und haben mit Bildern Lehrer diffamiert (u.a. mit einem Henkerstrick). Ich wurde an diesem Tag von der Polizistin nach Hause geschickt, sie war nicht bereit die Anzeige aufzunehmen. Ihre Worte: (...) "Das ist Auslegungssache". Wenn selbst viele in der Gesellschaft es nicht ernst nehmen und in Foren seit Jahren regelmäßig ein Lehrer-Bashing vom Feinsten unternommen wird, dann muss man sich nicht wundern, dass junge Menschen nicht nur vor der Polizei den Respekt verlieren. Kinder sind immer das Spiegelbild der Gesellschaft...

Ich habe selbst keine Probleme mit Schülern, da ich mit Wertschätzung und Respekt den Kindern und Jugendlichen begegne.
Ich freue mich auf eine faire Diskussion, fern ab von: "Lehrer haben immer frei".

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k-d.hollbecher 13.06.2018, 09:15
6. Was wird aus Deutschland?

Es geschehen Ereignisse in großer Zahl, die der deutsche Bürger noch vor wenigen Jahren als undenkbar angesehen hat: Gewalt von Schülern und Eltern gegen Lehrer, mit Messern bewaffnete männliche Minderjährige und Erwachsene in den Städten, sogen. no-go-areas, die von der Polizei gemieden, werden in den Städten usw. usf.
Ist das das Deutschland, in dem Frau Merkel leben möchte? Mit der Grenzöffnung Deutschlands sagte sie der Presse, dass sie in einem Land nicht leben möchte, das seine Grenzen dem Migratenstrom aus Asien nicht öffnet. Nun hat sich die Situation erheblich geändert. Die überwältigende Mehrheit der Deutschen lehnt offene Grenzen und eine weitere Zuwanderung in diesen Dimensionen ab. Nur die Kanzlerin hat keine Veränderungen bemerkt?

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Braveheart Jr. 13.06.2018, 09:18
7. Ich hoffe, Herr Holter ist auch bereit ...

... Mittel für den Personenschutz bereitzustellen. Die von ihm angesprochenen Schulen werden ihn brauchen. Denn die strafunmündigen Täter haben ältere Brüder, Väter, Vettern, Onkels ... und eine Familienehre!

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kritischer321 13.06.2018, 09:20
8. Schwer zu glauben,

da die meisten Schulleiter sich wie in einer schlechten Familie verhalten. Völlig egal was passiert, die Hauptsache ist dass nichts nach außen dringt und der heile Schein der Schule gewahrt wird. Dazu kommt dass, zumindest das bayerische Kultusministerium einem angegriffenen (physisch, psychisch oder durch nachgewiesener falscher Beschuldigungen) keinerlei Unterstützung zukommen lässt.

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CancunMM 13.06.2018, 09:24
9.

Zitat von Divano
Ich bin ein junger Lehrer und ich habe letztes Jahr versucht eine Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei zu stellen. Der Hintergrund: Schüler haben eine Instragram-Gruppe gegründet und haben mit Bildern Lehrer diffamiert (u.a. mit einem Henkerstrick). Ich wurde an diesem Tag von der Polizistin nach Hause geschickt, sie war nicht bereit die Anzeige aufzunehmen. Ihre Worte: (...) "Das ist Auslegungssache". Wenn selbst viele in der Gesellschaft es nicht ernst nehmen und in Foren seit Jahren regelmäßig ein Lehrer-Bashing vom Feinsten unternommen wird, dann muss man sich nicht wundern, dass junge Menschen nicht nur vor der Polizei den Respekt verlieren. Kinder sind immer das Spiegelbild der Gesellschaft... Ich habe selbst keine Probleme mit Schülern, da ich mit Wertschätzung und Respekt den Kindern und Jugendlichen begegne. Ich freue mich auf eine faire Diskussion, fern ab von: "Lehrer haben immer frei".
Die Polizei ist immer verpflichtet, einen Sachverhalt aufzunehmen. Und zwar nicht nur, weil der Bürger es so wünscht, sondern von Amts wegen. Immer dann, wenn ein hinreichender Anfangsverdacht für eine Straftat besteht, muß die Polizei ein Ermittlungsverfahren einleiten. Tut ein Polizist das nicht, macht er sich wegen Strafvereitelung im Amt strafbar.

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