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Schleichwerbung an Schulen: Wie Möbelhäuser und Einkaufzentren den Unterricht kapern
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Wenn du mit deiner Familie in unser Geschäft kommst, kriegst du ein Geschenk: Das versprechen immer mehr Firmen Kindern bei Schulveranstaltungen. Eltern und Politiker sind alarmiert.

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Martin98 12.05.2018, 10:50
1. Unproblematisch

Jeder wird 24 immer und überall mit Werbung konfrontiert. Wie könnte man das besser mit den Kindern besprechen als mit solchen praktischen Beispielen

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flux71 12.05.2018, 10:56
2.

Nur mal so am Rande sei erwähnt: Was in Schulen geht, geht auch in Behörden und in der Politik. Apple mit iPads für die Stadtvertreter? -- Interessant, oder? Argument: Die machen die besten Angebote.

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macinfo 12.05.2018, 11:25
3. Ergeben wir uns doch endlich dem Kapitalismus! (Marx zum Trotz)

Ist ja niedlich: "Die Aktion hätte definitiv nicht stattfinden dürfen", kritisiert der bildungspolitische Sprecher der SPD im Hessischen Landtag.

Die SPD zeigt sich immer kämpferisch, auch um den letzten verbliebenen Arbeitsplatz wird sich aufopferungsvoll in Szene gesetzt, aber wehe es geht um den Konsum, dann ist aber Schluss mit lustig.

Wie Herr Müntefering einst sagte: "Wer nicht arbeitet braucht auch nicht zu Essen". Die Konzerne brauchen aber diese "Esser", sonst fallen doch wieder Arbeitsplätze zum Opfer. Dafür hat man doch auch den Mindestlohn erkämpft (ok, nicht flächendeckend, aber immerhin).

Was liegt also näher für die Konzerne sich diese "Esser" schon möglichst früh an sich zu binden zu wollen? Soll dies in einer marktgerechten Demokratie nicht möglich sein? Schwebt manchen vielleicht sowas wie einen moralisch korrekter Kapitalismus vor?

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dasfred 12.05.2018, 11:40
4. Werbung ist soooo schlimm

Ohne Werbung hätten die Leute am Monatsende bestimmt noch viel mehr Geld in der Tasche als heute. Lassen wir doch die Firmen sponsern, soviel sie wollen. Werbung ist heute überall. So viel, dass ich das meiste schon nicht mehr wahrnehmen kann. Man kann Werbung im Unterricht behandeln und wird feststellen, dass Kinder schon in der Grundschule damit vertraut sind. Selbst in Bergdörfern oder auf Nordseeinseln. Liebe Schulleitungen, greift ab, was die Firmen euch anbieten. Eure Schulträger lassen euch mangels Masse am langen Arm zappeln. Die Schüler gehen auch ohne Sponsoren zu MacD., kaufen jeden Scheiß der in der Clique gerade angesagt ist und schaffen es ihr Taschengeld in Höchstgeschwindigkeit in die Wirtschaft zu pumpen.

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Knippi2006 12.05.2018, 12:05
5.

Zitat von dasfred
Ohne Werbung hätten die Leute am Monatsende bestimmt noch viel mehr Geld in der Tasche als heute....
Das ist richtig. Denn die Kosten für den ganzen Quatsch sind im Produktpreis auch mit drin.

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rumpyho 12.05.2018, 12:08
6. Fahrradhelme sind gut ?

Dann sollten wir über jedes Kind froh sein, dass einen Fahrradhelm trägt. Wenn die Eltern ihnen einen Helm nach Wunsch kaufen, dann wird es wohl kaum mit einem Portas Helm durch die Gegend radeln. Wenn dies die Eltern aber nicht tun - dann hat die Aktion vielleicht ein Leben gerettet.
Sponsoring läuft halt nicht ohne Werbung und unsere Kids sind da deutlich relaxter als manche Eltern. Deutlich problematischer ist meiner Meinung nach das Sponsoring an den Hochschulen - denn da geht es nicht um einen Helm oder ein T-Shirt, sondern um Forschung .... und da sind wir auf dem besten Weg, dass nur noch geforscht wird, wenn es sich danach auch für den Sponsor lohnt.

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ned divine 12.05.2018, 12:16
7. na ist doch schön!!

...."dass endlich auch die Politiker und Eltern alarmiert sind" :-)))
So ist das: Wenn der Staat sich nicht mehr kümmern kann und die Regierungsverantwortlichen wegschauen, ist doch schön dass für zum Beispiel die Verkehrserziehung dann Unternehmen eintreten, weiss nicht warum der Aufschrei. Eltern und Politiker sind alarmiert." Wenn die Politiker sich um sowas nicht kümmern?
So eine Übertreibung schon wieder, meine güte, wo leben wir eigentlich?? Echt ein Witz das ganze, sich über sowas aufzuregen.

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Zentrist 12.05.2018, 12:17
8. Eltern gefragt

Da fällt mir ein einfacher "Trick" ein: dem Kind sagen, dass solche Werbegeschenke dann jeder hat und sie damit doch total langweilig sind. Davon abgesehen frage ich mich, wieso so viele Kinder erst auf diese Weise einen Fahrradhelm erhalten. Selbst hochwertige Markenhelme sind für Kinder nicht sonderlich teuer. Auch kann man dem Kind gegenüber dann eben erklären, dass es selbst ein viel besseres Produkt eines bekannten Markenherstellers hat und daher nicht auf irgendwelche Werbegeschenke angewiesen ist.

Andererseits sollten Schulen natürlich in jeglicher Hinsicht neutral sein, da wir in Deutschland nun mal eine Schulpflicht haben und der Staat zu jeder Zeit maximal neutral sein muss. Sollte es an der Finanzierung liegen, könnte man überlegen, ob ein staatliches Schulwesen überhaupt noch finanzierbar ist und man es nicht gleich einstampft und privaten Trägern überlässt, die scheinbar deutlich mehr von finanziell vernünftigen Entscheidungen verstehen.

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rudihaase 12.05.2018, 12:27
9. Danke für nichts, liebes SPON ...

Wir laufen uns die hacken ab, damit Projekte an den Schulen überhaupt stattfinden können. Und jetzt ist es ein Problem, wenn es wirklich Sponsoring und kein Mäzenatentum (ohne jede Gegenleistung) ist. Wenn Apple (ich persönlich habe noch nie ein Gerät dieser Firma besessen) jetzt günstige Geräte für die Schulen auf den Markt bringt und dieses Kapitel der Digitalisierung erst möglich macht (bis die "Wanka-Milliarden an der Schule angekommen sind, bin ich vermutlich schon in Rente) und vielleicht davon ausgeht, dass der eine oder andere, der betroffen ist, später auch Apple kauft ... na und? In Bayern sponsort eine Brauerei wertvolle Projekte im Bereich Naturschutz und Schule. In den meisten Bundesländern wäre die Beteiligung der Brauerei schon ein nogo. Freunde, das ist ein hartes Geschäft.

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