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Schüler übers Sitzenbleiben: Wir machen's noch mal

Sind Sitzenbleiber die Schlafmützen von der letzten Bank? Politiker streiten, ob die Ehrenrunde als Warnschuss sinnvoll ist. Sechs Schüler berichten, wie sich Wiederholen anfühlt - und ob es geholfen hat.

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xanathos1st 16.05.2013, 16:15
1. Schulsystem gehört überarbeitet...

Ich musste selbst ein Schuljahr wiederholen. Mein älterer Bruder sagte einst zu seinem Englischlehrer, er sein der Inkompetenteste Lehrer den er je erlebt hatte. Ich bakam diesen Lehrer 3 Jahre später ab. Meine Englischnote fiel von 3 auf 5,5 und ich musste aufgrund der Schwierigkeiten das auszugleichen ein Schuljahr widerholen.

Es ist natürlich schwer als Schüler nun einem Rektor der seine Lehrer verteidigt und seinen Eltern glaubhaft zu erklären das einen nur der Lehrer auf dem Kieker hat. Man wird nun aus der Klasse gerissen, muss den langweiligen Stoff der anderen Fächer nochmals wiederholen, obwohl die Nebenfächer ja nie ein Problem waren und hat nach dem Rundgang ohne irgendwas daheim für die Schule zu tun einen 2er Schnitt.

Ein komplettes Schuljahr wiederholen weil ein Fach nicht passt. Hier sollte es ähnlich wie in Amerika laufen das man in dem Kurs durchfällt und diesen in den Sommerferien wiederholen kann, oder eben nur das eine Fach widerholt.
Wenn einem Schüler dies 2 mal wärend seiner Schulzeit passiert, wiederholt er 2 mal wegen diesem Problem, er kommt 2 Jahre später ins Berufsleben, verliert 2 Jahre seines Spitzenverdienstes, zahlt 2 Jahre weniger Steuern, zahlt 2 Jahre kürzer in die Rentenkasse ein und kostet 2 Jahre mehr Schulgeld. Denke damit lässt sich das Personal für Sommerwiederholungskurse leicht rechtfertigen.

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SilverTi 16.05.2013, 16:16
2. Was spricht dagegen?

Was spricht dagegen - außer die Eltern, die ihren eigenen Kindern Dampf machen und sich selbst für die Verlierer halten, weil ihr eigenes Kind sitzen geblieben ist?
Die Schüler, die ich kenne, welche dieselbe Klassenstufe noch einmal wiederholten, hatten davon keinen Schaden. Im Gegenteil - endlich mal Erfolgserlebnisse!

Mir ist allerdings unklar, warum eine SPD die Jahrgangswiederholung abschaffen will - alle Schüler schnellstmöglich von der Schule holen, damit sie dem Staat nicht weiter auf der Tasche liegen können und endlich Geld in die Kassen treiben?
Schwer möglich, wenn man mit Fünfen auf dem Zeugnis noch nichtmal eine Ausbildung bekommt...

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marlas009 16.05.2013, 16:19
3. ausgewählte Beispiele

Solche Artikel sind immer recht wenig aussage Kräftig, man hätte ja auch 100 Schüler befragen können und nimmt sich dann die 6, mit denen man denkt das man seinen Standpunkt am besten vertritt.

Allerdings habe ich selbst die 11 Klasse wiederholt und bin auch sehr froh darum, ich bin mit dem Stoff damals einfach nicht mehr mitgekommen da ich von der Realschule aufs Gymnasium gewechselt bin, nach dem Extra Jahr war ich wieder gut im Stoff und konnte mit viel weniger Stress ein solides Abi machen und jetzt Studieren.

Ich finde das "Sitzenbleiben" doch schon sehr sinnvoll, die Argumente wie, das die Schüller sich erst wieder in die neue Klasse integrieren müssen kann ich nicht wirklich nachvollziehen, im Beruf/Studium kennt man zunächst auch niemanden, außerdem sind die Klassenkameraden ja nicht aus der Welt sondern lediglich eine Stufe höher.

Sitzenbleiber als "dumm" zu stigmatisieren ist tatsächlich dumm, auch Kinder wissen, das wenn jemand sitzen bleibt dann liegt das zu 99% an fehlender Motivation oder eben persönlichen Problemen.

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jueho47 16.05.2013, 16:20
4. Interessant

Als ich die Ideen gehört habe, das Sitzenbleiben abzuschaffen dachte ich nur "So ein Quatsch". Den Schülern im Artikel scheint es fast ausschließlich genutzt zu haben. Genauso wie mir damals.
Ohne einmal sitzenzubleiben in der 9. wäre ich wohl mit einem miesen Zeugnis nach der 10. Klasse vom Gymnasium abgegangen.
So hat es dann für das Abi und nach weiterer "Reifung" und Überwindung der spätpubertären Folgen sogar zu einem Hochschulstudium. Ein Hoch auf das Sitzenbleiben!!

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protoscorsair 16.05.2013, 16:28
5. Ich habe für ROT/GRÜN Spott übrig

ich bin wohl so einer - eher konservativ - der das Sitzenbleiben ansich richtig findet. Die Hauptargumente von RotGründ greifen einfach nicht:
1. Es ist nicht die Aufgabe des Staates, Kinder vor peinlichen Situation zu schützen. Klar wird der mal der Sitzenbleiber ausgelacht. So geht es aber auch Kindern, die nicht gut Fussball spielen und als letztes in die Mannschaft gewählt werden. Hier ist es Aufgabe der Eltern (Stichwort eigenverantwort= Fremdwort für Rot Grün) Strukturen zu schaffen, in denen Ihr Kind halt findet.
2. Es mag sein, dass Mehrkosten entstehen durch das Sitzenbleiben. Man kann diese aber auch als Investition in die Bildungskarriere von schwächeren Kindern verstehen. Mit immer weniger Nachwuchs können wir es uns nicht leisten, potenziell Leistungsfähige durch RotGründe Kuschelpädagogik zu verlieren.Im Vergleich zu den Kosten, die der Allgemeinheit dadurch entstehen, dass Kinder den Eindruck bekommen, Leistung zähle ja irgendwie gar nicht, weil man am Ende doch das Ziel (Versetzung) nicht verfehlen kann. Warum dann nicht direkt jedem ein Diplom geben? Das Problem: So werden Abschlüsse abgewertet. Und am Ende sitzen eben die Diplomer auf der Strasse und bekommen H4

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n+1 16.05.2013, 16:29
6. Kein Problem

Sitzenbleiben auf freiwilliger Basis soll jeder dürfen.
Aber keiner müssen.

Im übrigen bin ich der Meinung, dass Hausaufgaben unsinnig sind.

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ginthos 16.05.2013, 16:40
7. Gute Chance

Zitat von SilverTi
....Die Schüler, die ich kenne, welche dieselbe Klassenstufe noch einmal wiederholten, hatten davon keinen Schaden. Im Gegenteil - endlich mal Erfolgserlebnisse!...
So isses.
Mein Kumpel ließ sich durchplumpsen. Zweimal gleich. Ich nicht.
Er ist heute Chefarzt. Ich nicht.

Hat halt auch irgendwie was von Beschiss.

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Oskar ist der Beste 16.05.2013, 16:41
8.

ach bin zweimal sitzengeblieben, habe die Uni durchgeschnarcht und wohne jetzt unter der Brücke....passt doch alles super, also keine sorgen, wenn es mal nicht so klaptt in der Schule, Brücken gibt es immer und überall.

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crigs 16.05.2013, 16:43
9. Australien

Hier gibt es kein Wiederholen. Jedes Jahr bekommen die Schüler neue Unterrichtsbücher, die sich gegenseitig überlappen. Gute Schüler haben die Möglichkeit Lernstoff vom nächsten Jahr zu beackern, durchschnittliche Schüler schaffen das Jahresprogramm, während schwache Schüler im neuen Buch weiter an ihren Problemen vom vorigen Jahr arbeiten konnten.
Ich unterrichtetete an einer Privatschule Mathe und Physik. Hier war es verboten, die Noten der Schüler allen zugänglich zu machen. Jeder Schüler lernte nur seine Note kennen. Sie mussten sich gegenseitig die Noten anvertrauten. Persönlichkeitschutz und Respekt schützte die Jugendlichen und förderte deren Selbstvertrauen.
Wir müssen Ähnliches in Betracht ziehen.
Die Lehrmittel müssen besser werden.

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