Forum: Leben und Lernen
Schulverweigerer-Familie Reichert: Sie wollen doch nur reisen
Gabi Reichert / Gunter Reichert

Die Geschwister Esra, Noah und Amy gehen nicht zur Schule, sie reisen lieber mit ihren Eltern um die Welt. Jahrelang umschiffte die Familie erfolgreich die deutsche Schulpflicht. Der älteste Sohn schaffte trotzdem das Abi mit 1,8.

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Atheist_Crusader 19.02.2015, 06:50
1.

"Wenn es in den Jahren davor um Schule ging, habe es meist Ärger im Hause Reichert gegeben, berichten die Eltern. Esra sagt, er habe den Unterricht immer als langweilig empfunden, wurde zeitweise auch gemobbt. "Ein paar Jungs hänselten mich, weil ich ihnen wohl zu klein war und sie meinen Namen lustig fanden", sagt er. Seine Geschwister erzählen ähnliche Geschichten. Amy, 16, meint, dass "die in der Schule nicht waren wie ich". Und Noah, 18, litt unter dem Lärm und dem Chaos im Klassenzimmer, verweigerte die Schule komplett. Er habe dort nicht effektiv lernen können, sagt er."

Ooooch, die armen Kinderchen. Ich kenne Tonnen an Geschichten die das bei weitem toppen, aber die sind auch nicht davongelaufen.
Ist ja ein tolles Lebensmotto "Ich hab Schwierigkeiten, Jemand mag mich nicht, Jemand ist gemein zu mir - ich lauf einfach mal weg".
Da zeigt sich dann das Fehlen des zweiten Aspekts der Schule: nur nur Bildung, sondern auch Sozialisierung. Das Umgehen mit schwierigen und auch unangnehmen Situationen, anderen Menschen die man vielleicht nicht mag, anderen Ansichten die einem vielleicht nicht passen - ohne die Möglichkeit einfach abzuhauen. Mit anderen Worten: eine Vorbereitung auf das Leben nach der Schule.

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abby_thur 19.02.2015, 06:53
2. Schulverweigerer-Familie Reichert: Sie wollen doch nur reisen

Ich kann die Eltern dahingehend verstehen,dass nicht jede Schule gut ist.

Aber ihren Kinder von Anfang an Reibung zu entziehen ist ungesund.
Ich lese im Artikel viel zwischen den Zeilen-ja,auch in meiner Schule wäre Esra verprügelt worden.
Es liest sich so gar nicht wie ein Teenagerleben, wovon man im Alter erzählen möchte.

Es gibt keine Auflehnung, keine Rebellion. Das ist total ungesund. Beethoven hören und den elterlichen Reiseblog zu schreiben wird auf Dauer nicht reichen.

Irgendwann muss er unter Menschen und wird sehen,dass er mit vers. Charakteren nicht kann. Woher soll er's auch gelernt haben?
Es ist sicher unangenehm mit dummen, primitiven Menschen im Kontakt zu sein- aber es ist halt auch unumgänglich im Leben.
Grade in der Schule lernt man, mit solchen Menschen umzugehen bzw. entwickelt innerlich unbewusst Strategien, solche gleich zu erkennen.

Die Eltern sollten mal nachdenken, ob sie ihrem Kind wirklich einen Gefallen getan haben.

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Koalabärin 19.02.2015, 07:27
3. Schade, daß es alternativen Lebensentwürfen...

so schwer gemacht wird.
Vor einiger Zeit gab es schon einmal einen Artikel über Schulverweigerer. Und was da so an Hasskommentaren hier aufgetaucht ist....
Wenn ich diesen Bericht lese, denke ich schon, daß diese drei Ihren Weg machen werden. Und es ist nicht an uns, den anderen, Sie als potentielle Soziopathen zu beschimpfen.
Man muß sich hier mal durch die Kommentare wühlen (vor allem wenn es um Ausländer oder Migrationshintergründe geht) .....
Ich frage mich immer, wer hier der Kranke ist: Der, der die Regelschule verweigert oder der, der sie genießen durfte und der festen Überzeugung ist, sie hätte ihm nicht geschadet.

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Florentinio 19.02.2015, 07:34
4. kein Wunder

Mich wundert es seid Jahren, dass sich Schule dauernd darüber Gedanken macht, was gelernt werden soll, anstatt sich darüber Gedanken zumachen, wie und wann gelernt werden soll. Mich wundert das Beispiel überhaupt nicht.

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freeride4ever 19.02.2015, 08:07
5. Interessantes Modell ...

Ich will nicht urteilen, ob das Modell besser oder schlechter ist als das alt hergebrachte, aber ich finde wie es umgesetzt wurde sehr ansprechend.

Ich habe mich in meinen Schulen (mehrere Umzüge) immer sehr wohl gefühlt und habe mir das Reisen später im Studium ermöglicht. Die Kinder hier haben sich unwohl gefühlt, die Eltern haben reagiert und alle scheinen das Beste bekommen zu haben. Reisen, Bildung und ein besseres Verhältnis zur Umwelt. Ich denke es ist viel einfacher mit der manchmal harten Realität (bspw. Mobbing) umzugehen wenn man schon etwas älter und reifer ist, so dass eine Pause vom harten und unfairen Sozialleben eine gute Methode sein kann die Persönlichkeit eines Kindes zu retten und es wenn es fast erwachsen ist mit den gleichen (denn die Welt ändert sich leider nicht) Problemen erneut zu konfrontieren da es dann besser damit umgehen kann.

Wünsche der Familie nur das Beste!

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kenterziege 19.02.2015, 08:26
6. Abitur als Externer in Baden-Württemberg mit 1,8 -

.....dann hätte er es in NRW mit 1,2 geschafft!
Solche Ergebnisse von Externen, die sich den Stoff selbst beibringen, sollte "Schule" und Kultusbürokratie mehr als nachdenklich machen. Für die oberen Leistungsträger ist die normale Schule nur eine Bremse.

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RainerCologne 19.02.2015, 08:30
7. Nun

die Familie scheint alles richtig gemacht zu haben.

Ich glaube nicht, dass Kinder auf einer Hauptschule besser sozialisiert werden als auf Reisen, ganz im Gegenteil sogar.
Sobald die Kinder in den Kindergarten oder die Schule gehen kommen sie mit Viren und Schimpfwörtern zurück. Ob das so strebsam ist? Schwache Kinder können hier bestimmt aufschließen, aber gute Kinder werden gnadenlos runtergezogen.

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Anti Michel 19.02.2015, 08:43
8. Gratulazione

He Familie Reuters, höchsten Respekt vor eurer Entscheidung; ich wäre gerne dabei gewesen. Der heutige Stress für die Schule ist nicht mehr normal. Hier mein Lieblingskritiker am System: Jesper Juul http://www.zeit.de/2010/09/Jesper-Juul

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schutsch 19.02.2015, 08:46
9. Ein gutes Vorbild!

Leider werden auch das unsere Behörden bestrafen, wenn es Schule macht.

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