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Sexismus in Japan: Hochschule manipulierte Tests, um Frauen am Studium zu hindern
AFP

Frauen sollten draußen bleiben: Die Tokyo Medical University hat eingestanden, jahrelang die Ergebnisse von Aufnahmeprüfungen gefälscht und weibliche Bewerber benachteiligt zu haben.

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dasfred 08.08.2018, 04:38
1.

Mit solch einer Dreistigkeit die Frauen aus dem Studium zu drängen, ist mit Sicherheit auch der heimliche Traum so manchen Mannes. Fünfzig Prozent weniger Konkurrenz auf dem Weg an die Spitze. Die Begründung, Medizinerinen durch Schwangerschaft wieder aus dem Arbeitsmarkt zu verlieren, zeigt deutlich die Gewichtung. Nicht der Mensch ist Mittelpunkt, sondern die Effizienz des Systems. Nicht schön, soll aber vorkommen. Was Elite ist, bestimmt, wer sich zur Elite erklärt. Alles andere nennt man dann, wenn man noch höflich sein will, Minderleister. Kann man machen, muss man aber nicht, wenn man nicht auf Dauer seine eigenen Feinde stark machen will. Hierzulande geht man bedeutend subtiler vor, um zwischen oben und unten den Unterschied zu erhalten. Man tut so, als könnte jeder aufsteigen, baut aber schon in der Grundschule die ersten Hürden.

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Boone 08.08.2018, 08:24
2.

Unfassbar. Dies ist meiner Meinung nach, insbesondere auf Grund der Dauer dieser Praxis (seit 2006) ein schweres Verbrechen. Mit "sorry" ist es hier nicht mehr getan.

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dbeck90 08.08.2018, 08:36
3. dasfred : jeder kann aufsteigen

Und zwar im Bezug zu seiner eigenen körperlichen Leistung. Wenn jemand Arzt werden will, sollte dieser zum Beispiel intelligent genug sein. Ein Freund lernt Maschinenbau, dort werden die Prüfungen so gestaltet, dass min. 50% durchfliegen. Ich habe nicht studiert, bin nicht intelligent, aber kann hart arbeiten, teils die Nacht durch und habe mein Hobby als Beruf. Und so zähle ich mich heute zu den reicheren. Jeder kann aufsteigen, keiner wird unten gehalten. Aber kaum einer will es. Weil unten = sicher. Da hat man Familie und Freunde. Weiter oben wird es einsam und man muss selbst Verantwortung tragen. Und dass Männer sich über Frauen stellen wollen - ja, das trifft auf 10% zu. Den restlichen 90% ist es egal, wer oben ist, solange das Gehalt stimmt. Und diese Schule ist ein Ausnahmefall, weder Mann noch Frau würden so etwas gutheißen.

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Kritischer Geist III 08.08.2018, 08:49
4. Aber absolutes Unverstaendnis wirds nur hier geben

Frauen gehen dort eh nur Studierem um auf dem Heiratsmarkt bessere Chancen zu haben und fuer die Frauen dort, bedeutet Heiraten auch mehrheitlich "Zu Hause am Herd bleiben". Das ist da keine patriarchische Ordnung, sondern deren Ziel, trotz anderer Moeglichkeiten. Wundern tut es mich deshalb eher weniger und kritisieren kann ich nur das eben deswegen auch nur bedingt.

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aniani 08.08.2018, 08:56
5.

Um die Glaubwürdigkeit dieser Universität zu erhalten, müsste die Direktion sofort und vielleicht am besten gegen Frauen ausgetauscht werden. Die Abschlüsse seit der Manipulation sind abzuerkennen, da die Aufnahme unter unlauteren Methoden geschah.

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wmb58 08.08.2018, 08:57
6. Hoffentlich werden die Frauen entschädigt

Die Männer, die bevorzugt wurden, wissen nicht mal was von ihrem Glück. Sie arbeiten jetzt als Mediziner und denken, dass sie sich das alles verdient haben. Und die abgelehnten Frauen? Müssen Entschädigung erhalten: Und nicht zu wenig! Vielleicht 2 Mio Dollar pro Fall. Und zahlen müsste es die Uni. Und wenn die nicht kann, der Staat. Und die Verantwortlichen müssten ganz schnell weg von ihren Posten. Neuer Job: Straßenkehrer in Tokio....

Aber das ist nur ein Traum. Es wird gar nichts passieren außer ein paar halbherzigen Entschuldigungen. Leider

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browserhead 08.08.2018, 08:59
7. Beuge-Haft

Wie die Bilder sich gleichen, sich verbeugende Ehrenmänner, die um Entschuldigung bitten ... wie bei Tepco! Was ist eigentlich aus den Verbrechern von Fukushima geworden?
Zum aktuellen Fall zwei Vorschläge:
1. die beteiligten Professoren dürfen nur noch von den Ärzten behandelt werden, denen sie die Jobs zugeschanzt haben (ist prima, weil die ja nicht wegen Schwangerschaft ausfallen)
2. die geschädigten Kandidatinnen bekommen keine Zusatzchance sondern verklagen die Uni auf
entgangenen Verdienst

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Zita 08.08.2018, 09:08
8.

Zitat von Kritischer Geist III
Das ist da keine patriarchische Ordnung, sondern deren Ziel, trotz anderer Moeglichkeiten.
Ja, nee is klar. Keine patriarchalische Ordnung, sicher. Wir halten Frauen systematisch aus allem raus, wie doll die Möglichkeiten für Frauen sind, zeigt das Beispiel hier ja gerade, und das in einem Land, in dem die Gemeinschaft traditionell wichtiger ist als der Einzelne, was Abweichungen von der Norm sowieso schon schwieriger macht, aber mit Patriarchat hat das natürlich überhaupt gar nichts zu tun. Vielleicht mal die Augen aufmachen, hinsehen und hinterfragen, in einer Kultur, in der die Außendarstellung so wichtig ist, ist gerade das Hinterfragen entscheidend.

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fördeanwohner 08.08.2018, 09:11
9. -

Zitat von Kritischer Geist III
Frauen gehen dort eh nur Studierem um auf dem Heiratsmarkt bessere Chancen zu haben und fuer die Frauen dort, bedeutet Heiraten auch mehrheitlich "Zu Hause am Herd bleiben". Das ist da keine patriarchische Ordnung, sondern deren Ziel, trotz anderer Moeglichkeiten. Wundern tut es mich deshalb eher weniger und kritisieren kann ich nur das eben deswegen auch nur bedingt.
Wessen Ziel?
Wenn japanische Frauen aber "keinen abkriegen", was sollen Sie dann machen? Das kommt nämlich öfter vor, als Sie vielleicht denken. Un das ist ein absolut praktischer Grnund,weshalb es schwachs......, Mädhen und Frauen zu benachteiligen.
Ein Hochschulstudium ist kostspielig, so dass die Eltern wohl kaum diese teuere Ausbildung finanzieren, nur damit die Tochter einen guten Mann abkriegt. Da gibts dann wohl etwas günstigere Varianten, um die Tochter an den Mann zu bringen. Soll sich ja auch in Japan etwas verändert haben. Die sind dort nicht so rückständig, wie der eine oder die andere vielleicht meint.

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