Forum: Leben und Lernen
Spon-Leser zur Leseschwäche von Grundschülern: "Damit man sich mit den Blagen nicht s
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Hunderte Kommentare auf Facebook und Dutzende Seiten im Forum: Die Ergebnisse der Grundschul-Lese-Untersuchung beschäftigen die Leser von SPIEGEL ONLINE sehr. Eine Auswahl der Vorschläge und Kritik.

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hausfeen 06.12.2017, 15:49
1. Alles nicht verwunderlich.

Die Leseschwäche ist mittlerweile schon in der dritten Generation. wenn schon die junge Oma nur noch mit 2 Daumen kommuniziert, kann es auch in der Schule nix werden. Übermächtige Bildersprache in Werbung, Videos, Kino und überall ersetzt Schrift und Sprachempfinden. Wo erleben die Kinder noch Vorbildfunktionen? Zu Hause zwischen Lieferheld, Video- und Game-Time?

Auf jeden Fall ein Wettbewerbsvorteil für Kinder aus Bildungsschichten, die in reformbedürftigen Gymnasien zur Elite heranreifen.

Da würden nur umfängliche Förderprogramme helfen, statt Ganztagsschule eher nachmittägliche Förderstufe. Auch für die Eltern.

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widower+2 06.12.2017, 16:09
2. Anzahl der Bücher im Haushalt

Die Anzahl der Bücher im Haushalt ist tatsächlich ein eher vages Kriterium geworden. Ich bin seit 50 Jahren eine absolute Leseratte und habe tausende Bücher gelesen.

Im Moment habe ich wohl nur noch knapp 100 im Haus. Zumindest bei jedem Umzug (und auch dazwischen) wurden jeweils hunderte Bücher entsorgt, verkauft oder gespendet. Dazu kommen noch hunderte Bücher aus Leihbüchereien.

Würde ich alle Bücher, die ich jemals gelesen habe, in meinem Haus lagern, könnte ich mich darin wohl nicht mehr bewegen. Hinzu kommt, dass das herkömmliche Buch teilweise (bei mir noch nicht) durch Kindle et. al. ersetzt werden und man auch im Internet durchaus interessanten Lesestoff finden kann.

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skeptikerjörg 06.12.2017, 16:31
3. Vorschlag

1. Ab dem 3., spätestens dem 4. Lebensjahr mal täglich für ne knappe Stunde den Fernseher aus, das Smartphone/Tablet beiseite legen, ein Buch schnappen und den Kindern vorlesen. 2. Und ab der zweiten Grundschulklasse alters- und kindgerechte Bücher beschaffen/ausleihen und sich vom Kind vorlesen lassen, konzentriert und aufmerksam zuhören, ggf. helfen und anschließend loben. 3. Ein für Eltern (alternativ Großeltern) und Kind wichtiges Ritual draus machen.

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Atheist_Crusader 06.12.2017, 16:43
4.

Richtig schreiben lernen war für mich nie ein Problem (zumindest der theoretische Teil, nicht die Sauklaue), weil ich sehr früh und viel zu lesen anfing. Wenn man die Worte oft genug (richtig) geschrieben sieht, dann lernt man sie ganz einfach nebenbei.
Probleme gab es damals erst mit der gerade eingeführten Rechtschreibreform, die dann die bekannten Regeln zum Teil kippte und Dinge die ich bisher so nebenbei gelernt hatte ungültig machte.

Lesen ist die beste Art um Rechtschreibung zu lernen.
Aber nicht als Schulaufgabe, sondern auf Eigeninitiative. Dazu müsste man aber Schüler dafür begeistern können - und das hieße z.B. auch etwas mehr Varianz zu bieten um die unterschiedlichen Geschmäcker anzusprechen. Ich persönlich habe jedes Buch gehasst das wir damals im Deutschunterricht durchgenommen hatten. Keines davon jünger als 20 Jahre, nie hatten wir ein Mitspracherecht bei der Auswahl. Das hat jenen die privat noch nicht gelesen haben wohl sehr das Lesen verleidet. Hätte ich dazugehört, wäre es bei mir wohl nicht anders gewesen.
Dass Bücher großartige Unterhaltung bieten können (wenn man denn das richtige für sich findet) ist etwas das man gar nicht früh genug vermitteln kann. Tatsächlich. Studien haben ergeben, dass sich der schulische Erfolg eines Kindes zum Teil anhand der Frage prognostizieren lässt, ob im Elternhaus Bücher vorhanden sind. Wer Bücher erst in der Schule kennenlernt, wird sie immer damit in Verbindung bringen - und das ist für viele Kinder eine 1A Möglichkeit um jedes Interesse daran abzutöten.

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075530 06.12.2017, 16:44
5. Nicht verwunderlich

Es wird heute weder richtig deutsch gesprochen noch geschrieben obwohl die Wörter vorhanden sind. Die Schreiberlinge meinen sie müssen sich jeden Tag neu erfinden. Der so überstolze Duden nimmt das auch noch auf. Die heutige deutsche Sprache ist gesprochen und geschrieben verhunzt. Fehlt hier nur noch die Anmerkung "open alle comments".

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muunoy 06.12.2017, 16:46
6. Nach meiner Erfahrung ein guter Indikator

Zitat von widower+2
Die Anzahl der Bücher im Haushalt ist tatsächlich ein eher vages Kriterium geworden. Ich bin seit 50 Jahren eine absolute Leseratte und habe tausende Bücher gelesen. Im Moment habe ich wohl nur noch knapp 100 im Haus. Zumindest bei jedem Umzug (und auch dazwischen) wurden jeweils hunderte Bücher entsorgt, verkauft oder gespendet. Dazu kommen noch hunderte Bücher aus Leihbüchereien. Würde ich alle Bücher, die ich jemals gelesen habe, in meinem Haus lagern, könnte ich mich darin wohl nicht mehr bewegen. Hinzu kommt, dass das herkömmliche Buch teilweise (bei mir noch nicht) durch Kindle et. al. ersetzt werden und man auch im Internet durchaus interessanten Lesestoff finden kann.
Das habe ich auch mal gedacht, bin aber inzwischen zu einem anderen Ergebnis gekommen. Die Anzahl der Bücher ist nicht entscheidend. Es geht eigentlich nur darum, ob überhaupt Bücher im Haus sind und konsumiert werden. Sie können auch fragen, ob mehr als 50 Bücher im Haushalt sind. Es gab mal eine Zeit, wo ich mich ein wenig um Hartz IV Leistungsbezieher gekümmert habe. Mir ging es darum, diese Leute zu motivieren, sich einen Job zu suchen, da es beim Arbeitsamt keine Jobs gibt, diese Leute aber so viel Potenzial hatten, einen zu finden, wenn sie nur Eigeninitiative aufbringen würde. In diesen Haushalten gab es normalerweise gar keine Bücher, außer vielleicht ein religiöses (Koran, Bibel, ...), was aber auch nicht gelesen wurde.
Und nun seien Sie mal ehrlich zu sich selbst. Ich wette, dass Sie trotz Ausmistens noch über 100 Bücher haben. Das sind nämlich gar nicht so viel. Ich habe schon alleine fast 200 eBooks auf meinem Reader und im Netz. Und ich habe mal die gedruckten Bücher angefangen zu zählen, weil ich dachte, dass ich auch nur knapp 100 Bücher habe. Zählen Sie mal. Es ist erstaunlich wie viele Bücher alleine in einem Regal rum stehen.

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Stillerbeobachter 06.12.2017, 16:55
7. Es wird besser wenn die Grundschullehrer dasselbe Gehalt beziehen ;=)

Das liegt einfach daran, dass unsere Lehrer halt vollkommen unterbezahlt sind. Das Einstiegsgehalt eines Gymnasiallehrers entspricht in der freien Wirtschaft (beim selben Nettogehalt aber schlechterer Altersversorgung) halt nur dem Hungerlohn von 4.800 EUR monatlich. Unser armer Staat vergütet einen Junglehrer halt nur so gut wie 1. Richter, 2. Staatsanwalt, 3. Arzt, 4. Korvettenkapitän, 5. Major oder 6. Polizeirat. Auch die Karriereaussichten sind miserabel. Hat man es geschafft einen Durchschnittskariere (A15) am Dienstende zu erreichen, hätte man genausogut 1. Fregattenkapität, 2. Bundesbankdirektor oder 3. Polizeidirektor (oder Vorsitzender Richter am Landgericht) werden können. Selbst wenn man Leiter eines Gymnasiums wird, erwarten einen die elenden Bezüge eines Botschafters oder Leitenden Polizeidirektors (oder Kapitän zur See). Angesichts diese leistungsfremden Vergütung kann man von Grundschullehrern die noch tiefer vergütet werden (Einstiegsbesoldung entspricht einem Polizeihauptkommisar oder einem Hauptmann) doch keine Leistung erwarten, die zu besseren Ergebnissen führt als in Russland, Polen, Lettland oder Bulgarien. Die dortigen Schulen sind garantiert besser ausgestattet und die Lehrerschaft erheblich besser vergütet (so verdient ein Gymnasialllehrer in Polen fast 3.200 PLN, oh sorry das sind ja nur 800 EUR). Immerhin sind wir besser als Kasachstan (um einen Punkt). (und nein, das sind keine Fake News - nachzulesen im Bundesbesoldungsgesetz)

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Stillerbeobachter 06.12.2017, 16:58
8. Es wird besser wenn die Grundschullehrer dasselbe Gehalt beziehen ;=)

Das liegt einfach daran, dass unsere Lehrer halt vollkommen unterbezahlt sind. Das Einstiegsgehalt eines Gymnasiallehrers entspricht in der freien Wirtschaft (beim selben Nettogehalt aber schlechterer Altersversorgung) halt nur dem Hungerlohn von 4.800 EUR monatlich. Unser armer Staat vergütet einen Junglehrer halt nur so gut wie 1. Richter, 2. Staatsanwalt, 3. Arzt, 4. Korvettenkapitän, 5. Major oder 6. Polizeirat. Auch die Karriereaussichten sind miserabel. Hat man es geschafft einen Durchschnittskariere (A15) am Dienstende zu erreichen, hätte man genausogut 1. Fregattenkapität, 2. Bundesbankdirektor oder 3. Polizeidirektor (oder Vorsitzender Richter am Landgericht) werden können. Selbst wenn man Leiter eines Gymnasiums wird, erwarten einen die elenden Bezüge eines Botschafters oder Leitenden Polizeidirektors (oder Kapitän zur See). Angesichts diese leistungsfremden Vergütung kann man von Grundschullehrern die noch tiefer vergütet werden (Einstiegsbesoldung entspricht einem Polizeihauptkommisar oder einem Hauptmann) doch keine Leistung erwarten, die zu besseren Ergebnissen führt als in Russland, Polen, Lettland oder Bulgarien. Die dortigen Schulen sind garantiert besser ausgestattet und die Lehrerschaft erheblich besser vergütet (so verdient ein Gymnasialllehrer in Polen fast 3.200 PLN, oh sorry das sind ja nur 800 EUR). Immerhin sind wir besser als Kasachstan (um einen Punkt). (und nein, das sind keine Fake News - nachzulesen im Bundesbesoldungsgesetz)

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Grummelchen321 06.12.2017, 17:02
9. Lesen ist eine

der grundlagen die Kinder können sollten.
Die frage die wir stellen sollten ?Kann sich die breite Masse um die es geht,überhaupt Kinderbücher oder die Leihgebühr in der Stadtbibliothek überhaupt leisten.Entweder Essen Kleidung oder ein Buch was wählen Sie.
Ja es gibt Fälle das sind die Zigaretten wichtiger als das der Nachwuchs lesen lernt und Bücher bekommt.

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