Forum: Leben und Lernen
Statuslose Kinder: Zur Schule ohne Angst vor Abschiebung

Kinder von Eltern, die illegal in Deutschland leben, sind in einer heiklen Lage, wenn sie zur Schule gehen wollen. Und Schulleiter auch: Melden sie den Fall, droht der Familie die Abschiebung. Melden sie es nicht, kann das strafbar sein. Hessen plant nun eine Neuregelung für statuslose Kinder.

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blue0711 02.10.2009, 17:40
1. Einzig richtig

Sehr vernünftig.

Zum einen können die Kinder am wenigsten für die Situation, zum anderen handelt sich die Gesellschaft nur massive Probleme ein, wenn solche Kinder ohne Schulbildung dann doch hier bleiben.

Das in dieser Gruppe wahrscheinlich häufige Sprachproblem ist damit zwar noch nicht gelöst, aber immerhin produziert man so nicht noch zusätzliche Probleme.
Das ist schon mal ein Schritt.

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kurtwied 02.10.2009, 18:46
2. Wohlfühlen

Es ist natürlich eine gute Entscheidung - für die illegal in Deutschland lebenden.
Da man die Nachteile dieser Reglung nicht sofort, konkret in einer Zahl festmachen kann, die Kosten irgendwann viel später auf die Gemeinschaft verteilt werden, überwiegt auch als Bundesbürger das "Wohlgefühl" ...
"Einem armen, verängstigten Kind helfen? Unbezahlbar!"

Allerdings: was macht ein Politiker für einen Job, dessen Aufgabe es ist, ein Anwalt der Interessen seiner Wählers zu sein? Wie kann er seinem "Mandanten" - dem Bürger - erklären, dass diese Entscheidung gut für ihn ist?
Denn natürlich ist sie nicht gut.
Wenn das Kind hier zur Schule geht, dann wird man es oder die Familie später auch nicht mehr abschieben können - schließlich ist es hier sozialisiert! Es hat Familie und Schulfreunde hier! Es wäre unmenschlich!

Dass der Asylantrag der Familie aber mit guten Gründen abgelehnt wurde, spielt ab diesem Punkt keine Rolle mehr.
Und so haben wir wieder eine Zuwanderung aus bildungsfernen Schichten, die den bestehende Nettokostenfaktor "Zuwanderung" weiter in die roten Zahlen treibt.
Wie rückratlos, eitel und heuchlerisch muss ein Politiker sein, um sich als Anwalt des Bürgers für so eine Fehlentwicklung einzusetzen?

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HollySausB 02.10.2009, 19:25
3. Ich bin verbluefft...

Zitat von sysop
Kinder von Eltern, die illegal in Deutschland leben, sind in einer heiklen Lage, wenn sie zur Schule gehen wollen. Und Schulleiter auch: Melden sie den Fall, droht der Familie die Abschiebung. Melden sie es nicht, kann das strafbar sein. Hessen plant nun eine Neuregelung für statuslose Kinder.
Also ich haette gedacht, dass man grundsaetzlich eine Meldebescheinigung vor der Einschulung vorlegen muesste, allein um zu belegen aus welchem Einzugsgebiet man kommt.
Ich befuerworte die Vorlagepflicht einer Meldebescheinigung. Allerdings sollte man eine Instanz (legale Einwanderungshilfe basierend auf Gesetzen z.B. politisches Asyl etc.) schaffen, die die Angst vor radikaler Abschiebung dem Schulpersonal und den illegalen Einwandererelten nehmen.
Ich kann die Motivation von illegaler Einwanderung verstehen, jedoch sehe ich grosse soziale fuer die betroffenen Personen und fuer die Gesellschaft sowie finanzielle Probleme fuer Deutschland, die damit zusammenhaengen.

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blue0711 02.10.2009, 19:29
4. unmenschlich?

Wie wollen Sie eine Sozialisation eines Kindes, dass in dieser Gesellschaft lebt, verhindern? 40 qm Deutschland?
Ist das menschlich?

Es wächst doch sowieso schon zwischen den Welten auf.
Meinen Sie, das Kind knüpft keine Kontakte in seiner Umgebung, wird nicht die lokale Sprache lernen?
Da unterschätzen Sie Kinder aber ganz gewaltig.

Was, ausser die Chance, wenigstens Bildungsgrundlagen zu erlernen, gibt man dem Kind denn damit?
Und so viele Fälle, dass dadurch die Grundschulen belastet werden sind das garantiert nicht.
Da gibts bedeutend größere Probleme mit der Integration der Zweitgeneration bereits Eingebürgerter.

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Diomedes 02.10.2009, 20:55
5. Ein Unding!

Schon allein aus Gründen der Amtshilfen sollten die Schulen verpflichtet sein derartiges unverzüglich den Polizei- und Ausländerbehörden zu melden, damit diese dem Gesetz den gebührenden Nachdruck verleihen können und die ungesetzliche Anwesenheit im Lande sofort beendet wird; abgesehenen davon fallen hier dem Staat auch noch ernorme Kosten an, wenn er für die Ausbildung von Kindern aufkommen muss, die rechtlich überhaupt nicht im Land sein dürften! Hier ein Auge zuzudrücken ist unverzeihlich, fehlt nur noch, dass hier auch Forderungen nach so genannten „Legalisierungen“ aufkommen, wie sie in Italien oder Spanien üblich waren, wodurch der Rechtsbruch auch noch belohnt würde; abgesehen davon: Halten sich 500.000 bis 1,5 Millionen Ausländer ungesetzlich in diesem Land auf, so muß man die Wirksamkeit des Schengensystems ebenso anzweifeln wie die der hiesigen Polizei! Man fragt sich wirklich, wie es denn zu dieser Schlamperei überhaupt kommen konnte! Und vor allem: Was die Regierung gegen die skandalösen Zustand zu tun gedenkt.

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purple 03.10.2009, 00:21
6. Ich kann gar nicht so viel fressen......

Zitat von jens-daniel
Schon allein aus Gründen der Amtshilfen sollten die Schulen verpflichtet sein derartiges unverzüglich den Polizei- und Ausländerbehörden zu melden, damit diese dem Gesetz den gebührenden Nachdruck verleihen können und die ungesetzliche Anwesenheit im Lande sofort beendet wird; abgesehenen davon fallen hier dem Staat auch noch ernorme Kosten an, wenn er für die Ausbildung von Kindern aufkommen muss, die rechtlich überhaupt nicht im Land sein dürften! Hier ein Auge zuzudrücken ist unverzeihlich, fehlt nur noch, dass hier auch Forderungen nach so genannten „Legalisierungen“ aufkommen, wie sie in Italien oder Spanien üblich waren, wodurch der Rechtsbruch auch noch belohnt würde; abgesehen davon: Halten sich 500.000 bis 1,5 Millionen Ausländer ungesetzlich in diesem Land auf, so muß man die Wirksamkeit des Schengensystems ebenso anzweifeln wie die der hiesigen Polizei! Man fragt sich wirklich, wie es denn zu dieser Schlamperei überhaupt kommen konnte! Und vor allem: Was die Regierung gegen die skandalösen Zustand zu tun gedenkt.

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purple 03.10.2009, 00:30
7. Ich kann gar nicht so viel fressen......

Zitat von jens-daniel
Schon allein aus Gründen der Amtshilfen sollten die Schulen verpflichtet sein derartiges unverzüglich den Polizei- und Ausländerbehörden zu melden, damit diese dem Gesetz den gebührenden Nachdruck verleihen können und die ungesetzliche Anwesenheit im Lande sofort beendet wird; abgesehenen davon fallen hier dem Staat auch noch ernorme Kosten an, wenn er für die Ausbildung von Kindern aufkommen muss, die rechtlich überhaupt nicht im Land sein dürften! Hier ein Auge zuzudrücken ist unverzeihlich, fehlt nur noch, dass hier auch Forderungen nach so genannten „Legalisierungen“ aufkommen, wie sie in Italien oder Spanien üblich waren, wodurch der Rechtsbruch auch noch belohnt würde; abgesehen davon: Halten sich 500.000 bis 1,5 Millionen Ausländer ungesetzlich in diesem Land auf, so muß man die Wirksamkeit des Schengensystems ebenso anzweifeln wie die der hiesigen Polizei! Man fragt sich wirklich, wie es denn zu dieser Schlamperei überhaupt kommen konnte! Und vor allem: Was die Regierung gegen die skandalösen Zustand zu tun gedenkt.
(irgendwie ist dieses Forum blöde programmiert....)



However-

ich schwärme nicht für religiösen Schwachsinn - aber wenn es die Chance gibt, Kindern eine brauchbare Ausbildung zu vermitteln - na ja - ob da in deutschen Schulen möglich ist ???? - ich hab' da drei Kinder durchgeschleust, und wenn ich ..gr.. dann wurden ein paar Lehrer ....

jedenfalls - tragt bitte meine und Eure Ängste nicht auf dem Rücken der Kinder aus. Jeder, der unter 18 (odr so+-) nach Deutschland kommt, sollte in Deutschland eine brauchbare Ausbildung bekommen - das heißt bei Eignung auch einen Hochschlabschluss . glaubt mir - im übergrossen Durchschnitt gewinnen wir damit - wir leben in einem geilen Land!

Es gibt kein besseres und freieres Land auf dieser Erde. Lasst es und mit allen Mitteln verteidigen - Auch gegen Schäuble 2.0 und USK und GSG und SEK.



purple

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Fischkopp-Cop 03.10.2009, 07:49
8. Hooh, ruhig, Brauner.

Zitat von kurtwied
... Wenn das Kind hier zur Schule geht, dann wird man es oder die Familie später auch nicht mehr abschieben können - schließlich ist es hier sozialisiert! Es hat Familie und Schulfreunde hier! Es wäre unmenschlich!
Wie soll sich denn dieses Abschiebungshindernis nennen? Wo ist es aufgeführt? Oder sprkulieren Sie nur?

Zitat von
Dass der Asylantrag der Familie aber mit guten Gründen abgelehnt wurde, spielt ab diesem Punkt keine Rolle mehr.
Woher wissen Sie, dass immer ein "aus guten Gründen" abgelehnter Asylantrag vorliegen muss? Können es nicht auch unerlaubt Eingereiste ohne Antragstellung sein? Oder erlaubt Eingereiste, Positivstaatler oder auch Negativstaatler mit Visum, die nur nicht ausgereist sind? Oder spekulieren Sie nur?

Zitat von
Und so haben wir wieder eine Zuwanderung aus bildungsfernen Schichten, die den bestehende Nettokostenfaktor "Zuwanderung" weiter in die roten Zahlen treibt.
Woher wissen Sie, dass es nur bildungsferne Schichten sein können oder müssen? Spekulieren Sie nur? Fördert nicht gerade das Ermöglichen des Schulbesuchs die von Ihnen gewünschte Bildung?

Zitat von
Wie rückratlos, eitel und heuchlerisch muss ein Politiker sein, um sich als Anwalt des Bürgers für so eine Fehlentwicklung einzusetzen?
Kann es nicht auch einfach nur Menschlichkeit und Pragmatismus sein? Sie spekulieren definitiv.

Fragen über Fragen... Oder eigentlich nicht wirklich.

Zur Ausgangsfrage: Ich finde es nicht nur richtig, Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen, sondern plädiere auch dafür, im Bereich der Krankenversorgung Regelungen zu finden, die die bewunderungswürdige Gratwanderung der Ärzte beendet, die in diesem Bereich aus Menschlichkeit Illegale ärztlich versorgen.

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UdoL 03.10.2009, 08:21
9. .

Die angestrebte Regelung ist in meinen Augen eine Aufenthaltsgenehmigung durch die Hintertür. Dass sich die Verantwortlichen gern um das Thema "unerwünschte Zuwanderung" herumdrücken, ist bekannt. Jetzt gehen einige offensichtlich noch weiter und hebeln ein Gesetz mit dem anderen aus. Dabei wissen sie, dass dies nicht im Sinne eines funktionierenden Rechtssystems sein kann.

Nebenbei halte ich das Wohl der Kinder, das hier angeblich im Vordergrund steht, auch mit Schulbesuch nicht unbedingt für gegeben. Die Politik sollte sich lieber für eine geordnete, humane Rückführung der Betroffenen einsetzen. Das und nichts anderes entspricht meiner Einschätzung nach dem Willen der Mehrheit.

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