Forum: Leben und Lernen
Strategisches Lernen: So wurde ich vom schlechten Schüler zum Einser-Abiturienten
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Bis zur elften Klasse war Tobias Brandt fast immer versetzungsgefährdet, doch das Abi schaffte er mit 1,3. Das kann jeder, sagt er - man muss sich nur an die 80/20-Regel halten.

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Sibylle1969 14.05.2018, 11:23
1. Wenn der Lehrer sagt...

"Lest euch mal das Kapitel zur WEimarer Republik in dem Buch durch", dann brauche man das nicht zu machen? Ja, bei manchen Lehrern funktioniert das, das war zu meinen Schulzeiten auch so. Mündliche Hausaufgaben brauchte man als gute Schülerin eigentlich nie zu machen, wenn man nicht auf den Kopf gefallen war. Aber es gab auch Lehrer, z.B. meinen Französisch-Leistungskurs-Lehrer, der das mit den mündlichen Hausaufgaben sehr genau genommen hat. Wer da den Text nicht durchgearbeitet hatte - einfach nur lesen reichte definitiv nicht aus - und vom Lehrer am nächsten Tag drangenommen wurde, der ging gnadenlos unter. Bei diesem Lehrer machten wir alle immer sehr gründlich unsere mündlichen Hausaufgaben.

Ansonsten ist das mit der 80-20-Regel schon sinnvoll, auch im späteren Arbeitsleben. Und es ist auch absolut richtig, dass an der Uni das "Einfach nur Bestehen" viel, viel schwerer ist als an der Schule. Wer an der Schule mit vertretbarem Aufwand durchgekommen ist und an der Uni seine Lernanstrengungen nicht deutlich intensiviert, der wird meist auf die Schnauze fliegen.

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Kesha 14.05.2018, 11:25
2. "...die Konferenz von Casablanca nach dem Zweiten Weltkrieg"

Die besagte Konferenz in Casablanca fand nicht nach dem 2. Weltkrieg statt, sondern im Januar 1943, also zweieinhalb Jahre vor Kriegsende. Stalin trank dort auch keinen Wodka, weil er wegen der Lage in Stalingrad gar nicht an der Konferenz teilnahm. Eine beeindruckende Methode, Geschichte zu lernen, in der Tat...

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spon_4666721 14.05.2018, 11:27
3. Schaumschläger

Ein paar Allgemeinplätzchen als Buch zusammengefasst sind nicht das Papier wert auf dem es gedruckt wurde.

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spon_3607221 14.05.2018, 11:28
4. erwischt...

Den Kniff mit "nur die ersten beiden Aufgaben machen und sich sofort melden" habe ich angewendet. Sich auf die wichtigsten Dinge zu beschränken kann nicht schaden und führte bei mir zu einem Abi mit Durchschnittsnote 1,6 und einer 1 im Diplom. Und ja, das Verstehen ist bedeutend wichtiger als Auswendiglernen. Sich Fakten merken kann auch ein Blatt Papier. Verstanden hat es das Thema dann jedoch noch lange nicht.

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Kanalysiert 14.05.2018, 11:29
5.

Das Problem im Lehrstoff ist, dass dauernd Neues dazukommt, alter Krempel aber nicht konsequent raussortiert wird. Drum wird es immer mehr und die Schüler können, bis auf wenige Ausnahmen, nur noch Bulimielernen und sind im Dauerstress.
Dasselbe Im Studium, mein erstes Studium damals war noch wirkliches studieren, das zweite zehn Jahre später nur noch hektisches zeitdruckgestresstes Auswendiggepauke. Grauenvoll. Viel gelernt habe ich nur im ersten Studium, weil ich Zeit hatte, mich wirklich mit den Inhalten auseinanderzusetzen, sie zu verinnerlichen und gedanklich auch weiterzuentwickeln.
Aktualisieren sie mal die Lehrpläne und schmeissen sie zu überholten theoretischen Krempel raus, die Gesamtqualität würde erheblich steigen und vermutlich auch besser ausgebildete Bachelor/Master Absolventen produzieren, die sich mehr an der Realität orientieren, statt Wochen zu damit verschwenden, wie man wissenschaftlich zitiert und schreibt, um am Ende nicht vom "formal-/zitierparagraphenreitenden" Zweitkorrektor genervt zu werden. Wer in die Lehre und Forschung möchte, kann sich immer noch danach mit diesen Formkorinthen und geschichtlichen Thematiken befassen, für alle anderen ist es einfach nur ein zeitraubendes Ärgernis auf dem Weg in die Wirtschaft, den die Mehrheit der Absolventen beschreiten werden.

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H-Vollmilch 14.05.2018, 11:31
6.

Zitat von Kesha
Die besagte Konferenz in Casablanca fand nicht nach dem 2. Weltkrieg statt, sondern im Januar 1943, also zweieinhalb Jahre vor Kriegsende. Stalin trank dort auch keinen Wodka, weil er wegen der Lage in Stalingrad gar nicht an der Konferenz teilnahm. Eine beeindruckende Methode, Geschichte zu lernen, in der Tat...
Das dürfte wohl an den falschen Youtube-Videos gelegen haben. :D
Jeder weiss doch das Casablanca eigentlich in Südfrankreich liegt und der 2. Weltkrieg schon 1918 zuende war.
Geschichte wie auch Erdkunde lag mir immer schon sehr gut.

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eisbachsurfer 14.05.2018, 11:32
7.

Stimme ihm zu, im Studium funktioniert es genauso. Man muss sich nur zu helfen wissen. Kostenlose Tools wie StudySmarter (Lernen) und Asana (Organisation) machen es deutlich einfacher bessere Noten zu erzielen. 80 / 20 Regel zieht, vor allem wenn man sich den Umfang eines BA Studiums ansieht (Studiere selbst E Technik). Grüße, Peter

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carlitom 14.05.2018, 11:33
8.

Zitat von Kesha
Die besagte Konferenz in Casablanca fand nicht nach dem 2. Weltkrieg statt, sondern im Januar 1943, also zweieinhalb Jahre vor Kriegsende. Stalin trank dort auch keinen Wodka, weil er wegen der Lage in Stalingrad gar nicht an der Konferenz teilnahm. Eine beeindruckende Methode, Geschichte zu lernen, in der Tat...
Als Geschichtefreak hab ich mich da jetzt gerade weggeworfen, wie Sie mit zwei kurzen Sätzen die gesamte Schaumschlägerei des "Autors" entlarvten.
Mich würde noch interessieren, ob jemand mal nachgeprüft hat, ob die Abinote, die der Typ angibt, stimmt. Nicht mal das glaube ich nämlich.

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carlitom 14.05.2018, 11:39
9.

Allgemeines Blabla mit wenig Substanz. Ja, mit Rumdrückerei kann das Abi auch gelingen. Der Anspruch ist ja nicht mehr besonders hoch. Auch hat der smarte Jüngling ja nicht verraten, in welchem Bundesland er Abi gemacht hat. Letztlich bleibt vom großen Gedöns nur die Botschaft: als er nix lernte, kam nix dabei raus. Als er das Ruder rumriss, lief es besser.

Super Tipp ist auch YouTube, noch dazu mit dem genialen Hinweis, dass man auf seriöse und sachgerechte Anbieter dort achten muss. Nur um beurteilen zu können, ob der Youtuber Blödsinn erzählt (wie der Autor des tollen Ratgeberbuches hier) oder nicht, muss man schon ein gewisses Grundwissen mitbringen. Sonst merkt man das ja gar nicht. Also ohne Lernen wird das mit dem Abi nichts.

Nebenbei: "The Simple Club" ist eine Seite, derer sich schon 7. Klässler bedienen. Ja, die ist supergut, aber das ist nun wirklich kein Geheimnis, für dessen Entlarvung ich 12,80 Euro zahlen müsste. Und mehr echte Botschaften hat der Typ ja nicht versprochen.

Von Sprachen erzählt der Aufklärer gar nichts. Da geht es ohne Lernen nicht. Wenn ich nur 20 Prozent der Vokabeln pauke, dann werde ich sicher keine gute Note abstauben.

Fazit: Großes Blubb und beim Hinschauen das Zerplatzen einer Marketingblase.

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