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Streit um Schulfach: Schüler sollen mehr über Politik lernen - nur wie?
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Rechtspopulisten, niedrige Wahlbeteiligung, Brexit: Viele Schüler wissen über Politik erschreckend wenig - teilweise wird das Fach auch erst ab Klasse 9 unterrichtet. Das soll sich nun ändern.

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mborevi 16.06.2017, 10:02
1. Ich bin 75 und wir hatten ...

... nie ein Fach wie "Politik" in der Schule. Aber wir hatten einen guten und detaillierten Geschichtsunterricht sowie einen Deutschunterricht, der nicht modisch verbrämt war. Mit einem Wort: Wir bekamen Bildung vermittelt. Das hatte auch ein tiefes Verständnis für politische Zusammenhänge zur Folge, die den "Oberen" allerdings nicht immer in den Kram passten: Siehe 68er. Das und nur das wäre der Weg, Politikverständnis zu wecken. Das allerdings wollen unsere heutigen Politiker verhindern, denn Politikverständnis zu wecken heißt auch Kritik zu wecken. Und die Politiker, so beratungsresistent sie sind, mögen das in der Regel gar nicht.

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Leser161 16.06.2017, 10:08
2. Ja, wenn

Dafür sollten aber zunächst strenge Standards festgelegt und ihre Einhaltung kontrolliert werden.

Bzw. bei mir lief das damals so, dass der Lehrer seine Meinung vortrug und wir erklären mussten warum die richtig war. Das Einnehmen von Gegenpositionen führte zu schlechten Noten. Hat mir jetzt nicht geschadet, eigentlich war es im Nachhinein sogar ganz interessant Meinungsmache life erleben zu können. Aber wenn man was verbessern will kann man ja gleich Nägel mit Köpfen machen.

Inhalte könnten sein:
Was sind fehlerhafte Argumente? Wie überzeuge ich jemanden von meinem Standpunkt? Habe ich immer Recht oder sollte ich mich auch mal überzeugen lassen?

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almalexian 16.06.2017, 10:20
3. Disqualifiziert

Der Linkvermerk mit ein paar einzelnen, mehr oder weniger witzigen Einzelfällen hat in einem seriösen Artikel über die Bildungspolitik nicht verloren. Was gänzlich fehlt, ist eine aktuelle Statistik über das Vermögen oder Unvermögen der Schüler, politische Fragestellungen zu beantworten und zu bewerten. So ist das für den Leser lediglich ein Gerangel verschiedener Interessengruppen, ohne zu wissen wie es um die Faktenlage bestellt ist. Zu wenig.

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Mittelalter 16.06.2017, 10:36
4. Toll!

Das wird R2G in Berlin sicher hinbekommen. Bei der LINKEn sind ja sicher noch genug Leute dabei, die wissen wie man "Staatsbürgerkunde" vermittelt, "Haltungen" (formally knows as Klassenstandpunkt) erzeugt und dafür sorgt, dass ausschließlich die Gedankenwelt der eigenen Partei gelehrt wird.
Schule als Hort der zielgerichteten politischen Bildung - so was gab es im letzten Jahrhundert in Deutschland genau zwei mal. Niemals unterstützte dies dienDemokratisierung der Gesellschaft. Das mündige, gebildete Individuum wurde ersetzt, von einer einer "Haltung" folgenden Masse. Worin unterscheiden sich die im Artikel beschriebenen Forderungen von den historischen Vorbildern? Augenscheinlich in nichts.

Man kann ja auch mal fragen, wie es möglich war, das sich in den letzten 70 Jahren in Westdeutschland politische Meinungen bilden konnten, mündige Bürger freie Entscheidungen treffen konnten - ganz ohne "Polit-Unterricht".

So wie es jetzt angegangen wird, ist es ein weiterer Schritt in die DDR 2.0

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genugistgenug 16.06.2017, 10:42
5. Können die nicht selbst lesen/denken?

Und wieder ein neues Fach - bis zur Umsetzung vergehen noch Jahrzehnte mit vielen Gesprächskreisen.
Frage: Was lernen die Schüler eigentlich heute? Lesen/denken gehört anscheinend nicht dazu und auch in der Familie scheint man nicht über aktuelle Themen und Zusammenhänge/eigene Ansichten zu reden. Oder fehlt bei den Smartphones der Nachrichtenkanal oder sind solche Informationen zu viel (wie bei einem US Präser)?
Aber vielleicht bin ich zu antik, denn ich habe mir damals (Dorf) die Tageszeitung geschnappt und dann eben im Lexikon SELBST nachgeschlagen. Allerdings wenn ich heute die Bufdis/Zivis sehe, die können weder Dreisatz und bei neuen Sachen kommt der Dackelblick ein 'verstehe ich nicht?' (was bereits verstanden wurde, wird nicht gesagt) und sobald das Handy surrt wird alles gelöscht und die Welt ist wieder schön und denkbefreit.

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nesmo 16.06.2017, 10:47
6. Wichtiger denn je

Grundzüge der Aufklärung, Entstehung des Grundgesetzes und seine heutige Bedeutung für das Zusammenleben in Deutschland. Nicht nur zum Schutz vor Neonazis und allzu rechten Gesinnungen, sondern auch gegen Linksradikale Antifa-Autisten und ganz besonders für einseitig religiös geprägte Jugendliche. Der Staat muss um seine neue Generationen kämpfen um sie zu Demokraten zu erziehen, dass ist wichtiger als jedes Fachwissenin allen anderen Fächern. Bisher war dies nur ein Nebenaspekt vom Geschichts- oder Ethikunterricht. Und daher achteten die Verantwortlichen in der Schule hier nicht so drauf. Das muss sich ändern.

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Olaf 16.06.2017, 10:49
7.

Einen Politikunterricht halte ich auch für wichtig, allerdings ist die Gefahr groß, dass es einfach nur zu einem Geschwurbelfach verkommt. Irgendwas mit Natur, Mensch und Gender, wie im Artikel erwähnt, brauchen wir dagegen nicht. Das hat auch mit Politik nichts zu tun.

Wichtig wären die Grundlagen: Die drei Ebenen im Staat und deren unterschiedlichen Aufgaben. Wie funktionieren Wahlen, was ist eine Erst- und Zweitstimme und wie bestimmen sich daraus die Anzahl der Sitze in Rat und Parlament. Das wären mal so ein paar Vorschläge, wo schon die meisten Erwachsenen Probleme bekommen.

Eine meiner beliebtesten Fragen an neue Azubis ist immer: Wie heißt denn der Bürgermeister der Stadt aus der du kommst? Da gibt es schon mal dicke Backen, allerdings bei vielen Erwachsenen auch.

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jewill 16.06.2017, 10:50
8. Politik ist kein Schulfach

Ich weiß nicht was man in Politik unterrichten soll. Das endet immer in politischer Indoktrination durch den Lehrer, da dieser in der Schule eine natürliche Deutungshoheit bzw. Autorität besitzt. Wenn man Schülern politisch neutral Politik näher bringen möchte, ist Geschichte das ideale Fach, denn aus der Geschichte muss man lernen. Denn wie heißt es so schön: "Wer aus der Geschichte nicht lernt, ist verdammt sie zu wiederholen."

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nesmo 16.06.2017, 10:55
9. Es fehlen die demokratischen Leitbilder

Die Nachkriegsgeneration predigte ihren Kindern , nie wieder Krieg und Nazitum, die 68iger lernten Liberalität auf allen Ebenen, heute sind demokratische Leitbilder in Familie, Schule und Öffentlichkeit nur noch schwach vorhanden. Fundamentalisten und Populisten haben nun viel leichteres Spiel, sie bieten angebliche Alternativen die keine sind. Hiergegen muss der Staat sich durch Aufklärung wehren, andere leisten dies nicht mehr.

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