Forum: Leben und Lernen
Studie: Jedes achte Kind wird im Internet gemobbt
DPA

Pöbeln, tratschen, lästern - Online geht das besonders leicht. Etwa jeder achte Schüler hat bereits Cybermobbing erlebt, zeigt eine Studie. Jeder siebte war schon Täter.

Seite 1 von 3
Ein_denkender_Querulant 16.05.2017, 16:38
1. 9 von 10 Deutschen finden Mobbing völlig in Ordnung

Es gab zu dem Thema schon 2011 eine umfassende wissenschaftliche Studie, insbesondere unter Büroangestellten, und 9 von 10 Deutschen haben mit Mobbing keine Probleme und finden, dass es zur Entwicklung eines Teamgeistes dazu gehört. Einzig ca. 10% beklagen sich als Spaßbremsen.

- Sarkasmus Ende -

Beitrag melden Antworten / Zitieren
swische 16.05.2017, 16:54
2. bei uns zu Hause

ist das ganz einfach: kein Kind hat ein Mobiltelefon. Demnach bleibt Mobbing völlig aus (nicht nur das aus dem Cyber...). Wer online sein will, kann das nach der Schule zu Hause erledigen mit reichlich Geräten zur Auswahl - unter Aufsicht. Funktioniert seit 17 Jahren mit 4 Kindern bestens. Man muss nur wollen. Kein Handy haben ist nämlich cool. Punkt. Fertig. Papa

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Msc 16.05.2017, 17:38
3.

Zitat von swische
ist das ganz einfach: kein Kind hat ein Mobiltelefon. Demnach bleibt Mobbing völlig aus (nicht nur das aus dem Cyber...). Wer online sein will, kann das nach der Schule zu Hause erledigen mit reichlich Geräten zur Auswahl - unter Aufsicht. Funktioniert seit 17 Jahren mit 4 Kindern bestens. Man muss nur wollen. Kein Handy haben ist nämlich cool. Punkt. Fertig. Papa
Mobbing gab es schon vor 25 Jahren in meiner Grundschule. Ganz ohne Handy. Ihre Kinder haben ganz einfach Glück gehabt und konnten sich ausreichend an den Trend anpassen, haben keine "Schönheitsmakel", Verhaltensauffälligkeiten oder Lernschwierigkeiten. Außerdem sind sie offenbar auch nicht arm, was man ggf. an Kleidung sieht. Da haben sie als Elternteil alles richtig gemacht. Das alleine auf das Handyverzicht zu reduzieren ist jedoch schon etwas hanebüchen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Dio_genes 16.05.2017, 22:24
4. Definition (tratschen und lästern gleich Mobbing?) und Zahlen

Mich ärgert, dass die Medien mal wieder etwas aufbauschen. Sicher gibt es schlimme Fälle, aber daraus eine Verallgemeinerung zu machen ist postfaktisch und verzerrt (wie bei vielen "Berichten" der Medien). Man befragt ein paar Kinder, ob sie schon mal geärgert wurden und rechnet das dann hoch und bringt es reißerisch unter einer falschen Begrifflichkeit.

Mobbing steht im engeren Sinn für Psychoterror und im weiteren Sinn dafür, andere Menschen, ständig bzw. wiederholt und regelmäßig, zu schikanieren, zu quälen und seelisch zu verletzen, beispielsweise in der Schule.

Wie bei anderen Themen versucht man krampfhaft alles unter einen völlig anderen Begriff zu subsummieren. Bei gender-pay-gap z. B., dass Frauen freiwillig lieber in Berufen arbeiten, die schlechter bezahlt werden oder in Teilzeit arbeiten. Bei sexueller Belästigung, weil jemand einen schlüpfrigen Witz erzählt. So lassen sich die Zahlen verzehnfachen (mindestens) und schon hat man wieder eigene Fake-News erschaffen.

Kinder und Jugendliche haben sich gegenseitig schon immer gehänselt und Erwachsene lästern auch ständig (auch im Netz). Wenn man das schon Mobbing nennt, dann ist das eher kontraproduktiv.

Aber man benötigt ja Munition, um die Menschen noch mehr zu erziehen, belehren, zu gängeln und zu bevormunden. Damit der Zensurminister unsere Freiheiten noch mehr einschränken darf.

Mobbing gegen unliebsame Politiker z. B. dürfen nur die "seriösen" Medien. Der Normalbürger hat die Fresse zu halten. Tolle Demokratie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fraktale_Dimension 17.05.2017, 23:19
5.

Zitat von Msc
Mobbing gab es schon vor 25 Jahren in meiner Grundschule. Ganz ohne Handy. Ihre Kinder haben ganz einfach Glück gehabt und konnten sich ausreichend an den Trend anpassen, haben keine "Schönheitsmakel", Verhaltensauffälligkeiten oder Lernschwierigkeiten. Außerdem sind sie offenbar auch nicht arm, was man ggf. an Kleidung sieht. Da haben sie als Elternteil alles richtig gemacht. Das alleine auf das Handyverzicht zu reduzieren ist jedoch schon etwas hanebüchen.
Also ihre Kinder haben:
"Schönheitsmakel", "Verhaltensauffälligkeiten", "Lernschwierigkeiten"? Tja, blöd gelaufen. Da sollte doch ein 1,0 Abi, Studium mit Stipendium und nachfolgende Jobgarantie drin sein! Wer kann schon was dafür, ein Depp zu sein?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Buddha_Brot 17.05.2017, 00:19
6.

Zitat von swische
ist das ganz einfach: kein Kind hat ein Mobiltelefon. Demnach bleibt Mobbing völlig aus (nicht nur das aus dem Cyber...). Wer online sein will, kann das nach der Schule zu Hause erledigen mit reichlich Geräten zur Auswahl - unter Aufsicht. Funktioniert seit 17 Jahren mit 4 Kindern bestens. Man muss nur wollen. Kein Handy haben ist nämlich cool. Punkt. Fertig. Papa
Sehe ich genau so wie Sie (und bin da ganz nah an Manfred Spitzer dran) - Kinder brauchen kein Smartphone.

Wenn sie volljährig sind und eigenes Geld verdienen können sie kaufen was sie wollen - bis dahin "NEIN".

Vorteil bei uns ist das wir als "Ü40" aus dem SmartphoneGadgetAlter raus sind - Papa hat ein NOKIA 6303i, Mutti liebt ihr Siemens S6 - wir haben den Kindern diesen Wahn der Deutschland infiziert hat also nie vorgelebt.

Und das ist die Crux des Problems - viele Eltern tun sich schwer regulierend einzugreifen -> weil sie selbst an diesen Smartphoneschwachsinn glauben, ihn kaufen und vorleben.

Der CDU-Plan der Volksverdummung hat tiefgreifende Folgen - Privatfernsehen und Mobiltelefonie hätte man von D fernhalten müssen. Jetzt sind die Geister die wir riefen entglitten.

Es ist traurig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
taschenkrebs 17.05.2017, 02:10
7.

Zitat von swische
ist das ganz einfach: kein Kind hat ein Mobiltelefon. Demnach bleibt Mobbing völlig aus (nicht nur das aus dem Cyber...).
Wie bitte soll das helfen? Auch wenn Ihre Kinder keine Handys benutzen, können andere Kinder nachwievor über Ihre Kinder Unwahrheiten online verbreiten.

Ferner geht Mobbing auch ohne Handy, ja auch ohne Computer, wunderbar - wie ich vor fast 30 Jahren (*nachrechne*: rund 10 Jahre, bevor die ersten Schüler bei uns ein Handy hatte, so ein ganz simples ohne Internet oder Kamera) selbst erfahren durfte. Über jemanden schlecht reden, Lügen über andere verbreiten, andere schlagen, andere beklauen, anderen auflauern... können Kinder und Jugendliche auch wunderbar im Bus, auf dem Pausenhof, im Ort (wenn man weiß, wer wann zum Sporttraining geht), und sich solche Taten als Gruppe ausmachen, ging auch ohne jegliche elektronische Kommunikation: die Mobber trafen sich einfach, und es machte auch so die Runde, wer in einer Klasse oder im Ort unbeliebt ist und wie man denjenigen am besten quält.

Ansonsten würde ich empfehlen: Anstatt Handys zu verbieten, lieber den sinnvollen Umgang damit beibringen. Man kann die auch anderweitig nutzen, als Spottbilder anderer zu verschicken und zu Übergriffen auf Mitschüler aufzurufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
criticalsitizen 17.05.2017, 04:43
8. Digitale Agenda, Breitband für alle. Aber das Internet ist doch längst abgeschaltet...

und nunmehr das E-Kommerz-Netz.
Und da ja nun der E-Kommerz nur Gutes tut, hat man ihn rechts- und steuerbefreit.
Die drei bis vier großen Netzkonzerne sollen und dürfen ja die Menschen beherrschen und fernsteuern.
Weshalb sollten da Kinder und Jugendliche sich anders verhalten? Auch sie sind ja genau wie deren Vorbilder vom E-Kommerz und der kritiklosen Förderung dessen beherrscht.
Es ist ja wichtiger, gibabyteweise Müll, Reklame und Kommerz "in 4K und Megabitweise ins letzte Dorf" zu subventionieren, als Bildung und Kritik daran zu fördern oder zu erlauben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rambazambah 17.05.2017, 07:50
9. Trendsport Mobbing

Ein grundlegendes Problem sehe ich darin, dass Oberflächlichkeiten immer gewichtiger werden, Klamotten, Marken, Handys, ...
Ich war auf einer Privatschule, die von Kindern aus sehr sehr vermögenden Familien sowie "normalen" Kindern wie mir besucht wurden. "Normal" heißt in meinem Fall, eine 08-15-Arbeiterfamilie mit durchschnittlicher Bildung und Einkommen. Andere in meinem Jahrgang hatten von zu Hause aus Geld zum Fressen. Lustigerweise hat das NIE eine Rolle gespielt. Man trug die Kleidung, die einem stand (oder auch nicht), fuhr irgendeinen Roller, später Auto, um von A nach B zu kommen. Handys kamen erst, als ich bereits in der Oberstufe war und sie waren einfach nur Mittel zum Zweck, die Marke war - wie bei allem anderen - schnurzpiepegal. Seinen Platz in der Schulgemeinschaft sicherte man sich durch seinen Charakter, durch sein Verhalten. Äußerlichkeiten waren nicht so wichtig. Klar, gab es mal Zoff oder man lästerte oder man schloss mal jemanden aus, aber das immer aus gutem Grund. Dann wurde darüber gesprochen und es war auch wieder gut.
Da die "Reichen" ihren Reichtum nie zur Schau stellten, ihn benutzten oder anderweitige Vorteile daraus zogen, kam auch kein Neid auf.
Ferner wussten wir uns zu beschäftigen: Kunst, Lesen, Sport, gemeinsame Hobbys... wir waren immer auf Achse und es kam nie genug Langeweile auf, als dass man sich umfangreich dem Mobbing widmen könnte.
Die meisten Jugendlichen, die heutzutage meinen Alltag tangieren, haben kaum noch außerschulische Interessen (außer Konsum), beschäftigen sich mit nichts außerhalb der Smartphonewelt und verlernen mehr und mehr, miteinander zu kommunizieren. Wenn kommuniziert wird, dann wird getextet... und gemobbt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3