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Studie zur Schullaufbahn: Welchen Einser-Gymnasiasten der Absturz droht
dpa

Top-Noten am Gymnasium - und trotzdem ist die Schullaufbahn in Gefahr? Bildungsforscher warnen: Wer den falschen Familienhintergrund hat, verliert schnell den Anschluss.

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1lauto 05.06.2018, 19:23
1. Nur anekdotisch..

Mein Vater war Maurer, die Mutter Hausfrau. Nie konnte einer meiner Klassenkameraden bis zum bayerischen Abi meine Leistungen in Mathe und Physik übertreffen. Glaube keiner Statistik, die du nicht....

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Europa! 05.06.2018, 19:27
2. Ja, und?

Natürlich ist Bildung Familiensache. Die Schule kann und soll fördern, die Politik sollte sich aber davor hüten, Bildung und Begabungen "egalisieren" zu wollen.

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BahnCard50 05.06.2018, 19:29
3. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

So das Sprichwort. Vor einigen Jahren war hier auf SPON mal ein Interview mit einem Bildungsforscher, laut dem es einigermaßen gesichert ist, dass 80% der Intelligenz vererbt wird. Ebenso war schon häufig zu lesen, dass reduzierte Intelligenz stark mit niedrigem sozialem Staus korreliert. Wenn wir seit dem zweiten Weltkrieg eine einigermaßen vertikal durchlässige Gesellschaft haben, dann würde man doch erwarten können, dass nach zwei bis drei Generationen tatsächlich die meisten ihre Potentiale ausschöpfen und intelligente höheren sozialen Status haben. Die haben dann aber auch - immer im Mittel - auch wieder eher intelligente Kinder, die tendenziell wieder einen höheren Status erreichen. Eine geringe Rate an sozialem Auf- (oder Ab- !)stieg von Generation zu Generation kann also m.E. nicht nur anzeigen, dass unterprivilegierte Menschen verminderte Chancen haben, sondern auch, dass die Schaffung vertikaler Mobilität bereits ihre Wirkung getan hat.

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Europa! 05.06.2018, 19:32
4. Total unsinnige Überschrift

Es geht um den "Absturz" auf dem Gymnasium, nicht "nach dem Gymnasium". Die Top-Noten hatten die Schüler(innen) in der 5. Klasse, nicht auf dem Gymnasium.

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Stäffelesrutscher 05.06.2018, 19:39
5.

Da die Studie dem Spiegel exklusiv vorliegt, wäre es nett, wenn SPON darlegen würde, wie das »Bildungsniveau« der Eltern definiert wird. Höchster Schulabschluss? Zahl der Bücher zuhause? Geht ein Leseausweis der Stadtbücherei (der bei Ärmeren die Bibliothek ersetzt) in die Wertung ein?
Was bedeutet ein Notenindex von 0,9143? Was einer von 0,43 oder von minus 0,24?
Wurde untersucht, ob die Geringschätzung von Schülern aus »bildungsfernen« Familien, die hier für die Grundschule quasi als normal dargestellt wird, im Gymnasium fortgesetzt wird? Sprich: geben Lehrer, die sich für Wahrer einer bürgerlichen Elitebildungsanstalt halten, den Kindern des »Pöbels« mehr oder weniger subtil zu verstehen, dass sie da nicht hingehören?

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Leonia Bavariensis 05.06.2018, 19:48
6. Aus eigener Erfahrung

Gymnasiallehrer setzen Hintergrundwissen voraus, dass Kinder von Eltern ohne Gymnasialbildung häufig nicht haben. Bis zum Abitur war mir die Existenz von Sekundärliteratur völlig unbekannt. Da diese eigentlich als Hilfsmittel nicht erwünscht war, wurde sie von den Lehrkräften auch nicht erwähnt, von meinen Klassenkameraden jedoch wie sich später herausstellte ausgiebig genutzt. Wer dies nicht wusste, schnitt in den schriftlichen Arbeiten nur selten auf gleichem Niveau ab wie das Gros der Klasse.

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smartphone 05.06.2018, 19:49
7. es geht noch weiter

Sie wollen also kommunizieren , das die Eltern die stringend notwendige Nachhilfe sich nicht leisten können. Im Grunde also ein Fahler im Schulsystem ( lausige Lehrer ) . Aber es geht ncoh weiter. Selbst mit Topnoten mit Leistungskurs ( Mathe , Bio Physik ) heißt das noch lange nicht ein gutes Abitur zu schreiben - und es kommt noch dicker Effektiv geeignet zu sein ein MINT Studium ansatzweise zu wuppen . Nichtselten fallen die in eben Mathe etc durch also werden Exmatrikuliert

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Krokodilstreichler 05.06.2018, 19:50
8.

Die Lehrer sind halt leider zu schlecht ausgebildet. Es wäre besser, man würde die Lehrer an praxisnahen Fachhochschulen statt an Universitäten auszubilden, die ja dem Heranziehen von Wissenschaftlern dienen. Würde das FH-Studium auch bezahlt, könnte man auch so mehr Abiturienten aus einkommensschwachen Elternhäusern anziehen.

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kaltmamsell 05.06.2018, 19:51
9. Denkbar sind auch stark natursprachlich geprägte Aufgaben

Kinder, die mit natursprachlichen Wendungen, Formulierungen und Aussagen durch familiären Hintergrund stärker vertraut sind, werden als intelligenter eingeschätzt und (das ist dann schon schlimmer) bewertet als Kinder, die nach vorgeschaltetem Training für den logisch-mathematisch-kalkulatorischen Aufgabenmodus, starke Resultate erzielen. Wer sich in Deutschland wundert, warum hierzulande so viele Software-Programme, Onliine-Formulare etc. oder auch nur Handelssonderangebote so mühsam zum Durchklicken sind, darf eine klare Antwort erhalten: Elegant ist hier nur Weniges, weil diese Ergebnis-Qualität unternehmensintern nicht sehr hoch angesetzt wird. Wer sich der Personalabteilung natursprachlich wortgewandt "verkaufen" kann, hat eine besser dotierte und höhere Entscheiderposition.

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