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Studienberatung: Was, wie, wo studieren?
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Mehr als 18.000 Studiengänge bieten Hochschulen in Deutschland derzeit an. Ein Studienberater erklärt, wie Abiturienten das passende Fach finden - und warum die ersten Semester oft die schwierigsten sind.

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derduke.. 12.06.2017, 09:31
1. Wichtiges vergessen

Viel wichtiger als "Spass" am Studium sind die Berufsaussichten. Es lohnt sich heutzutage einfach nicht BioX oder Chemie zu studieren, es gibt einfach keine Stellen. Viele Studienberatungen haben Angst davor ihre "Kunden" mit den durchaus niederschmetternden Berufsaussichten ihres Wunschfaches zu konfrontieren.

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Thomas Schröter 12.06.2017, 09:40
2. Studiendesinformation

Entscheidende Informationen erhalten die Interessenten allerdings nicht:

Die verschleierten Studienabbruchquoten und was das für den Lebenslauf bedeutet.
Und zu guter Letzt welche tatsächlich für die Praxis relevanten Kompetenzen tatsächlich persistent erworben werden können.

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irgendeinleser 12.06.2017, 10:40
3.

Zitat von derduke..
Viel wichtiger als "Spass" am Studium sind die Berufsaussichten. Es lohnt sich heutzutage einfach nicht BioX oder Chemie zu studieren, es gibt einfach keine Stellen. Viele Studienberatungen haben Angst davor ihre "Kunden" mit den durchaus niederschmetternden Berufsaussichten ihres Wunschfaches zu konfrontieren.
Ich finde es viel problematischer, wenn sich die Studis durch ungeliebte Fächer quälen. Schon 15 Jahren bekam ich (damals Wiss. Mitarbeiter) von Informatikstudierenden Gesprächsinhalte wie "ich hätte ja viel lieber Germanistik studiert, aber da bekommt man ja keinen Job". Es mag stimmen, aber mit den betreffenden Absolventen kann ich meist auch nicht viel als Informatiker anfangen, so sie ihr Studium überhaupt beenden.

Ich bin allerdings noch von Zeiten geprägt bin, wo noch nicht die Mehrheit studiert hat. Entsprechend ist meine Erwartung immer noch, dass man für sein Studienfach "brennen" sollte -- vermutlich bin ich diesbezüglich einfach hoffnungslos altmodisch.

Abgesehen davon nennen Sie mit Chemie ja einen noch einen Bereich mit langfristig eher "handfesten" Aussichten. Momentan mag der Arbeitsmarkt schlecht sein (Chemie ist fern meiner Gebiete), aber meiner Erfahrung nach lohnt es sich nicht, nach dem aktuellen Stand solcher "Schweinezyklen" zu richten. Bis man mit dem Studium durch ist, sieht es oft ganz anders aus. Da lohnt sich m.E. mehr, sich zu fragen a) ob man in den Bereich gut genug sein wird und b) ob man in dem Bereich auf Dauer glücklich sein wird.

Ich gebe Ihnen aber völlig Recht, dass die Studienberatungen die Berufsaussichten offen ansprechen müssen.

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MartinS. 12.06.2017, 10:54
4. ...

Zitat von Thomas Schröter
Entscheidende Informationen erhalten die Interessenten allerdings nicht: Die verschleierten Studienabbruchquoten und was das für den Lebenslauf bedeutet. Und zu guter Letzt welche tatsächlich für die Praxis relevanten Kompetenzen tatsächlich persistent erworben werden können.
Eine Abbruchquote pro Fach wäre durchaus hilfreich, um ganz schlicht und einfach auch mal eine quantifizierbare Aussage zur Schwierigkeit eines Studiengangs zu erhalten. (ist zwar auch nicht ganz so einfach zu vergleichen, da die Abbruchquote durchaus auch abhängig von der gewählten Hochschule/Uni ist, und man noch mit einbeziehen müsste, ob es einen NC zur Zulassung gibt... aber so ganz grundlegend würde das mit Sicherheit zumindest einen ersten Eindruck vermitteln)
Der Auswirkungen eines Abbruchs auf den Lebenslauf sollte sich nun wirklich jedermann bewusst sein. Warum dies wirklich jedem Studenten nochmals vorgekaut werden müsste, sehe ich eigentlich nicht.

Und die Frage nach den für die Praxis relevanten Kompetenzen lässt sich nicht beantworten. Wann was genau aus welchem Studiengang später tatsächlich praktisch relevant werden könnte.... darauf gibt es keine befriedigende Antwort. Es gibt zwar einiges, was so ziemlich jeder mal brauchen könnte, aber der Großteil der Studieninhalte wird später vermutlich jeweils nur von vereinzelten benötigt. Und je nach der später ausgeübten Tätigkeit können dies halt auch vollkommen unterschiedliche Kompetenzen und Inhalte sein.
(wenn man innerhalb eines Studienganges nur genau die Inhalte bearbeiten würde, die anschließend von allen Studenten dann auch benötigt werden, dann könnte man das Ganze auch einfach Ausbildung nennen)

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cabeza_cuadrada 12.06.2017, 11:19
5. Studienberatungen

Zitat von derduke..
Viel wichtiger als "Spass" am Studium sind die Berufsaussichten. Es lohnt sich heutzutage einfach nicht BioX oder Chemie zu studieren, es gibt einfach keine Stellen. Viele Studienberatungen haben Angst davor ihre "Kunden" mit den durchaus niederschmetternden Berufsaussichten ihres Wunschfaches zu konfrontieren.
da reicht es auch schon sich auf Stepstone und Co. zu informieren. Oder einfach mal bei Xing Mitglieder in diesen Branchen anfragen.

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siebenachtneun 12.06.2017, 13:19
6.

Zitat von derduke..
Viel wichtiger als "Spass" am Studium sind die Berufsaussichten. Es lohnt sich heutzutage einfach nicht BioX oder Chemie zu studieren, es gibt einfach keine Stellen. Viele Studienberatungen haben Angst davor ihre "Kunden" mit den durchaus niederschmetternden Berufsaussichten ihres Wunschfaches zu konfrontieren.
Ohne Spaß kein erfolgreiches Studium. Wer quält sich gerne durch 3 oder 5 Jahre Studium? Oder später durch einen Job, den man nicht mag?
Ein bisschen sollte man schon auf die Jobaussichten achten, aber das Studium/Job sollte man nach Interesse wählen, weil man noch Jahrzehnte in dem Job arbeiten muss.

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VerHartzter 12.06.2017, 13:47
7. Und wieder einmal das immer gleiche Lied

Die Wirtschaft und ihre Erfüllungsgehilfen Politik und Medien haben es wieder geschafft.
Inzwischen ist in den Köpfen das Mantra fest verankert, dass man nur mit Studium was wert ist. Mit alle den Folgen und negativen Auswirkungen auf Kinder und Schüler.
Es wird den ganzen Facharbeitern, die die klassische duale Berufsausbildung ( NEEEEEEEIIIIIIIN ...NICHT DUALES STUDIUM) seit Jahren vors Schienenbein getreten.
Leute .. nicht jeder muß studieren. Klassische Berufsausbildung ist teilweise sogar besser.
Kommt mal langsam von diesem Studiumstrip runter.

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cabeza_cuadrada 12.06.2017, 15:25
8. Naja

ein Informatikstudium hat sehr selten etwas mit Spaß zu tun. Zumindest war das in meinem Jahrgang so. Der Job danach ist etwas völlig anderes und man braucht nur einen Bruchteil dessen wodurch man sich beim Studium gequält hat. Noch dazu sind die Arbeitsmöglichkeiten sehr breit gefächert. Und das Gehalt stimmt eben auch. Darauf kommt es sowieso hauptsächlich an. Spätestens mit Familie steht man ziemlich blöd da mit einem Job der riesen Spaß macht aber nix einbringt.

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Berg 12.06.2017, 15:43
9.

Zitat von VerHartzter
Die Wirtschaft und ihre Erfüllungsgehilfen Politik und Medien haben es wieder geschafft. Inzwischen ist in den Köpfen das Mantra fest verankert, dass man nur mit Studium was wert ist. Mit alle den Folgen und negativen Auswirkungen auf Kinder und Schüler. Es wird den ganzen Facharbeitern, die die klassische duale Berufsausbildung ( NEEEEEEEIIIIIIIN ...NICHT DUALES STUDIUM) seit Jahren vors Schienenbein getreten. Leute .. nicht jeder muß studieren. Klassische Berufsausbildung ist teilweise sogar besser. Kommt mal langsam von diesem Studiumstrip runter.
Aber nun nehmen Sie doch einfach mal zur Kenntnis, dass man mit den Berufswünschen Arzt, Ingenieur, Lehrer, Architekt, Richter, Anwalt die Berufsausbildung an einer Uni absolviert und bestanden haben muss. Das IST eine "klassische Berufsausbildung". Genauso wie man mit dem Berufsziel Zimmermann, Maurer, Elektriker, Bäcker, Schneider eine Lehre abgeschlossen haben muss. Es geht also nicht um das "Schienbein", sondern um die Art des Berufswunsches des Kindes.

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