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Training gegen Vorurteile: Schülerscherze, die schmerzen
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An einer Hamburger Schule lernen Jugendliche in Rollenspielen, respektvoller miteinander umzugehen. Das Training würde Schülern bundesweit guttun, doch dafür hat es das falsche Image.

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sok1950 06.02.2019, 17:34
1. Resilienz heißt nicht alles persönlich zu nehmen

und wenn einer meinen Namen nicht richtig ausspricht reagiere ich nach drei höflichen Hinweisen nicht mehr. Hier wird Behleidigkeit und eine Betroffenheitskultur zelebriert welche die Jugendlichen lebensuntüchtig machen. Wenn mir ein Franzose mal unter die Nase reibt dass ein schwedisches Produkt (Volvo-Bootsmotor) besser ist als das deutsches Pendant - na und - soll er doch, die Welt geht nicht unter und französischer Cognac schmeckt mir weiterhin.

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P-Schrauber 06.02.2019, 17:38
2.

9. Klasse? Das schockiert mich ein wenig, das die Schüler noch in diesem Alter mitunter kein Respekt haben sollen sondern "kindische Attitüden" pflegen.

Wir hatten damals 1 Türkin, 1 Amerikanerin, 1 Polin, 3 Schüler hatten Elternteile aus dem Ausland, der Rest der Klasse hatte komplett deutschen Hintergrund, wir waren etwa 26 Schüler, allerdings Gymnasiasten (seit der 5. Klasse), die Klasse war hatte zum Teil Russisch als 2. Fremdsprache der restliche Teil lernte Französisch.

Wie auch immer Nationalitäten und Ursprung innerhalb der Klasse war nie ein "Streitthema", manchmal es wurde es im Zusammenhang mit Geographie, auch Sprache und Kultur diskutiert das aber ganz offen einfach gefragt wie macht man es bei Dir zu Hause oder aus dem Land aus dem kommst?

Ich kann mich nicht daran erinnern das jemand gehänselt oder als nicht vollständig wahrgenommen gefühlt hat, vielleicht weil der Anteil gering war und das Leistungspensum groß?


Grundsätzlich sind solche "Kennenlern" und "Selbsterfahrungsspiele" ja schön aber dafür -das sollte uns Bewusst sein- muss dafür wichtiger Grundlagenstoff an anderer Stelle wegfallen, wir senken damit den Ausbildungsstandard dass muss hier allen klar sein.

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geradsteller 06.02.2019, 17:44
3. Die eingangs erwähnten Scherze....

...kamen auch vor 20Jahren täglich vor; Nur, man nimmt sie nicht übertrieben ernst. Und heute sind die, mit denen man sprach, deine besten Freunde. Irgendwer verdient Geld damit, diese Korrektheit so hoch zu hängen, und darüber zu schreiben, und das macht es gefährlich, weil interessant.

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CobCom 06.02.2019, 17:45
4.

Okay, Vokallänge oder Aussprache ist mir klar. Aber wie kommt man auf die Idee, aus einem Abdul (egal welche spezifische Schreibweise) einen Abdullah zu machen? Das ist klanglich und in der Schreibweise doch völlig anders.

Ansonsten kenne ich das Problem.
Mein Name ist für englischsprechende Menschen eine sehr harte Nuß, Schreibweise zu Lautbildung. Es gibt aber einen unterschiedlich geschriebenen, sehr ähnlich klingenden Namen dort. Daher sage ich dann nach der Vorstellung mit dem echten Namen gerne "You can call me ." So ist es für flüchtige Bekannte viel bequemer und engere lernen den richtigen irgendwann.
Warum sollte ich deswegen genervt sein? Ich bin in dem Moment in deren Kulturkreis, nicht in meinem.

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Freier.Buerger 06.02.2019, 17:49
5. Wissen ist Macht

Ich weiß jetzt, dass in der 9 Klasse Beispiele um Sex gebraucht werden. naja, macht nix.

Die Schulen sollten den Schülern mehr Wissen vermitteln. Damit stellen sich die Kompetenzen ganz allein ein. Außerdem erhalten die Schüler Macht. Macht über ihr eigenes Leben. Nur mit Wissen können sie sich irgendwann von ihren Eltern oder ihrem Kiez emanzipieren. Ein Rollenspiel scheint mir da weniger zu helfen. Eher vermittelt es Hilfebedarf und wenig Respekt und Vertrauen in die Problemlösungsfähigkeit der Wissenden.

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postmaterialist2011 06.02.2019, 18:01
6. 5 Stunden ?

Gutes Projekt, aber "interkulturelles Training" gehört in jede Kita, in jede Grundschule und jede weiterführende Schule als Schulfach. Sich gegenseitig zu verstehen wird auf dieser Welt immer wichtiger werden. Ich habe z.B. nach dem Studium mehrere Jahre in Asien gelebt. Bei einer Messe in Kuala Lumpur bin ich abends mit den Einheimischen ganz traditionell ausgegangen. Das fanden die toll und mir hat es auch unglaublichen Spass gemacht. Gewohnt waren sie es nicht, weil die Expats entweder unter sich blieben, oder sich maximal mit dem Führungspersonal in teuren Restaurants getroffen hatte. Unser zuständiger Regionalmanager in den 50igern hatte schon 15 Jahre in Asien gelebt, hatte aber das gleiche interkulturelle Verständnis, also ob er noch nie aus seinem Londoner Vorort rausgekommen wäre. Dass die Einheimischen dies nicht toll fanden versteht sich von selbst. Vor ein paar Jahren habe ich Geschäftspartner in Saudi-Arabien besucht, der saudische Inhaber der Firma, der auch Mediziner ist und lange in Europa gelebt hat, hat mich dann Abends zu sich ins Privathaus eingeladen und hat mich mehr als 3 Stunden persönlich (ohne Personal) bewirtet und mich in die saudische Kultur eingeführt. Danach habe ich erfahren, dass er noch nie westliche Geschäftspartner in seinem Haus empfangen hat, sondern diese bisher nur in Restaurants bewirtet hat. Gefragt wieso gerade mir diese Ehre zu teil wurde, hiess es "du warst offen und neugierig auf meine Kultur, zudem habe ich keinerlei Überlegenheitsgefühl gespürt welches sonst sehr oft bei Europäern oder Amerikanern der Fall ist" . Da ich beruflich 120 Tage im Jahr weltweit unterwegs bin hilft mir diese Offenheit für andere ganz ungemein. Selbst in China sprechen die Geschäftspartner von Familie, da ich mich mit einer Kollegin seit Jahr und Tag komplett auf die chinesische Kultur einlasse und in mehr als 10 Jahren noch nicht einmal enttäuscht wurde. Soviel zu den Asiaten mit zwei Gesichtern, denen man nicht vertrauen kann.

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vincent2000 06.02.2019, 18:02
7. Warum Schüler interkulturell fit machen?

Leider, so stelle ich seit mehr als 30 Jahre meiner Tätigkeit fest, dass den meisten Lehrern die interkulturelle Kompetenz fehlt. Schulen müssen interkulturell geöffnet werden, Lehrpläne und Bücher überarbeitet werden. Wir müssen die Ursachen des schwierigen Umgang miteinander bitte nicht bei den Schülern suchen!
Miteinander leben, voneinander lernen ist der Weg. Lehrer mit Migrationshintergrund können ein Lied davon singen!

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keine Zensur nötig 06.02.2019, 18:02
8. Pippifax der Extraklasse -

statt auf den elterlichen ErziehunhsPFLICHTEN zu beharren, doktort man an Kindern rum.

Ganz besonders sinnvoll in Klassen wo Unintregierbare sich in der Mehrheit befinden und sogar noch 3 Schüler Deutsch als Muttersprache haben.

Und immer fein totschweigen, was mit den "indigenen" Schülern in Problemklassen geschieht. Selbst im tiefen Sachsen - Freiberg - drei deutsche Schüler, der Rest Goldstückchen. Letzten Freitag ging die Intergration soweit, dass man einem deutschen Mitschüler das Jochbein zertrümmerte.

Was bitte sollen diese Spiele, wenn keinerlei Werte durch die Eltern kommen - oder halt andere als unsere?

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globulli 06.02.2019, 18:09
9.

Wow, die ersten 2 Kommentare und beide: “Also damals“...und...“stellt euch mal nicht so an.“ Zieht es euch rein ihr Opis: Eure Generation hat es verbockt, obwohl vermutlich direkte Nachkriegszeit, den Eltern von heute mit auf den Weg zu geben, dass man Minderheiten nicht drangsaliert, dass rassistische Witze nur die “Nicht-Minderheit“ witzig findet. Es sind eure Früchte, die ihr hier schmäht, merkt ihr das nicht?

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